Überwachung selbst auf dem WC

Die Menschen in China müssen damit leben, dass ihr Gesicht in der Öffentlichkeit permanent gefilmt, gescannt und ausgewertet wird.

Sieht so die Zukunft des Überwachungsstaates aus? 176 Millionen Kameras beobachten die Menschen in China. (Video: Tamedia/AFP)

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Ob im Strassenverkehr, beim Einkaufen oder im Restaurant: Eine auf künstliche Intelligenz spezialisierte Firma macht hier mithilfe einer Software Alter und Geschlecht der gefilmten Passanten sichtbar.

Das kommunistisch regierte China zählt zu den am meisten überwachten Ländern weltweit. 176 Millionen Kameras beobachten Tag und Nacht, was das 1,4-Milliarden-Volk so treibt. Die Befürworter versprechen sich davon mehr Sicherheit und mehr Service im öffentlichen Leben, die Gegner sagen, die Totalüberwachung solle kritische Stimmen zum Schweigen bringen.

Kaum ein Bereich kommt ohne Kameras aus. An der Universität von Peking wachen Gesichtsscanner darüber, dass nur Studenten die Wohnheime betreten, Geld abheben in Banken funktioniert ebenso mit Gesichtserkennung wie das Reisen im Flugzeug. Bei der Fastfood-Kette Kentucky Fried Chicken zahlen die Kunden mit ihrem Lächeln statt mit Bargeld. Wer jedoch in Shanghai bei Rot über die Strasse geht, der wird auf einem Monitor öffentlich an den Pranger gestellt.

Kein öffentlicher Protest

Öffentlicher Protest gegen derlei Methoden regt sich kaum. Persönlichkeitsrechte gelten in China im Vergleich zu westlichen Ländern wenig, die Behörden sammeln so viele Daten, wie sie von ihren Bürgern nur kriegen können.

Das Auge des Staates verfolgt die Bürger sogar bis aufs stille Örtchen: In den Toiletten historischer Tempelanlagen in Peking haben die Betreiber Kameras installiert – um Klopapier-Diebe zu entlarven. (ab/AFP)

Erstellt: 20.10.2017, 07:03 Uhr

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