Zürcher Support bei Krawallen in Bern

Bei den gewalttätigen Demonstranten an der «Tanz dich frei»-Parade in Bern soll es sich auch um Personen aus dem Kanton Zürich handeln. Bilder der Krawallnacht deuten darauf hin.

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Nach den Krawallen bei der Veranstaltung «Tanz dich frei» in Bern hat die regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland eine Strafuntersuchung eröffnet. Die Tanzparade verlief anfangs friedlich. Rasch formierte sich aber ein Schwarzer Block an der Spitze des Zugs. Kurz vor Mitternacht eskalierte die Lage auf dem Bundesplatz. Die Vermummten gingen auf die Absperrgitter der Polizei los. Die grosse Mehrheit von ihnen seien keine Berner, sondern Zürcher gewesen, sagen zwei Beobachter der Demonstration gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

Unter den gewaltbereiten Personen sei Zürcher Dialekt gesprochen worden. Es handle sich wohl teilweise um Personen aus dem Umfeld des Revolutionären Aufbaus Zürich und anderer Gruppierungen, sagen die Beobachter. Bilder, die nach der Krawallnacht aufgenommen wurden, scheinen diese Annahme zu bestätigen.

Gleiches Transparent wie in Zürich

Auf diesen Aufnahmen ist der auf Fassaden und Schaufenster gesprayte Schriftzug «Binz bliibt» zu sehen, der Leitspruch der Besetzer des Fabrikgeländes Binz in Zürich. Diese hatten in den letzten Monaten mehrmals mit Aktionen auf ihre Forderungen aufmerksam gemacht. Im Rahmen einer Solidaritätskundgebung kam es Anfang März in Zürich zu den sogenannten Binzkrawallen. Damals entstand ein Sachschaden von über einer Million Franken, die polizeilichen Ermittlungen dauern an.

Auf einem Pressefoto der Zeitung «Bund» sind zudem Demonstranten zu sehen, die ein «Binz»-Transparent in die Höhe halten. Laut Kennern der Szene wurden ähnliche Plakate auch schon bei den Ausschreitungen in Zürich verwendet.

«Teil der Chaoten aus Zürich»

In Bern standen etwa hundert Vermummte im Zentrum der Auseinandersetzungen mit der Polizei. Es kam zu Plünderungen und Sachbeschädigungen in der Höhe von mehreren Hunderttausend Franken, 50 Personen wurden verletzt. Insgesamt wurden 61 Personen verhaftet. Über die Herkunft der Verhafteten will die Kantonspolizei Bern heute Nachmittag informieren.

Alexander Tschäppät, Stadtpräsident von Bern, äusserte sich gegenüber dem «Bund» jedoch bereits zur Täterschaft: «Ein Teil der Chaoten kam offenbar nicht aus Bern, sondern aus anderen Teilen der Schweiz, namentlich aus dem Raum Zürich.»

Erstellt: 27.05.2013, 13:32 Uhr

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Wer aufschlussreiches Foto- und Videomaterial habe, solle es den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung stellen, schrieb der Gemeinderat nach seiner Sondersitzung vom Montag. Geschädigte Ladenbesitzer will er ermutigen, Anzeige zu erstatten. Die Stadt werde dabei juristisch behilflich sein.

Der Gemeinderat will zudem selber die Geschehnisse aufarbeiten. Die im Vorfeld der Kundgebung getroffenen Entscheide müssten eingehend analysiert werden. Denn Vorkommnisse wie am Samstag dürften sich nicht wiederholen. (sda)

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