Affe Naruto soll das Copyright für sein Selfie erhalten

Das selbstgeschossene Foto des Makaken Naruto ging um die Welt. Die Tierschutzorganisation Peta klagt den Fotografen David Slater an – und fordert die Bildrechte für das Tier.

Der Affe soll die Rechte für sein Selfie bekommen: Selbstgeschossenes Foto des Makaken Naruto.

Der Affe soll die Rechte für sein Selfie bekommen: Selbstgeschossenes Foto des Makaken Naruto. Bild: Twitter

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Kamerascheu ist etwas anderes – das Tier grinste frech in die Kamera und drückte selbst auf den Auslöser. Für sein Selfie soll der Affe Naruto das Copyright erhalten, das findet die Tierschutzorganisation Peta. Seit 2011 ist der Makakenaffe Naruto, vor allem aber auch seine Fotos, weltbekannt. Aufgrund der speziellen Nahaufnahme sind die Fotos sehr beliebt. Vier Jahre später wird aber immer noch über die Rechte an den Bildern gestritten und diskutiert, wie der «Spiegel» schreibt.

Die Tierschutzorganisation Peta klagt das Urheberrecht vor dem Bundesgericht in San Francisco ein. Gegen den Fotografen David Slater – und für den Affen Naruto. Die Bildrechte sollten dem Affen überschrieben werden, heisst es in der Klage. Slater hatte die Porträts bei einem Aufenthalt in Sulawesi gemacht – beziehungsweise nicht gemacht. Zwar hatte er das Stativ aufgebaut, war aber für einige Minuten weg. In dieser Zeit versuchte sich das Tier selbst als Fotograf, nahm die Kamera und machte einige Selfies. Slater veröffentlichte darauf die Bilder in einem Buch – mitsamt den zwei selbstgeschossenen Fotos von Naruto. Zudem tauchten die Bilder auch im Netz auf.

«Da Naruto die Fotos selber gemacht hat, gehört ihm das Copyright, wie es bei uns Menschen auch der Fall ist», argumentiert Peta. Der Tierschutz sei auch bereit, die Gelder zu verwalten und dann dem Affen zugutekommen zu lassen.

«Fakt ist, dass die Fotos mit meinem Verstand entstanden sind»

«Die Anklage stimmt mich traurig», sagt der Fotograf. Er könne nicht verstehen, was das eigentliche Problem sei, zitiert ihn der «Guardian». «Fakt ist, dass die Fotos mit meinem Verstand entstanden sind und nicht mit dem des Tieres», sagt er weiter. Grundsätzlich stehe er hinter der Tierschutzorganisation und habe letztes Jahr auch 1,70 Dollar jeder Bestellung eines Tierfotos an eine Organisation zum Schutz der Makaken gespendet. Zugleich betont Slater: «Ich möchte selbst an den Bildern verdienen, ich möchte meiner Tochter etwas bieten – viel mehr habe ich nicht.» (nab)

Erstellt: 23.09.2015, 10:58 Uhr

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