Das weiss man über das Busunglück

In einem Tunnel der Autobahn A 9 von Siders in Richtung Sitten geschieht das Unfassbare: Ein Reisebus kracht in eine Rettungsbucht. Die genaue Ursache ist nicht bekannt, aber die Behörden wissen schon einiges.

Es ist 21.55 Uhr, Dienstagabend. Ein Bus mit 52 Personen befindet sich auf dem Weg nach Belgien. Der Unfall ereignet sich in der Tunnelröhre von Siders in Richtung Sitten.

Erste Erkenntnisse haben ergeben, dass der Chauffeur im Tunnel die Herrschaft über das Fahrzeug verloren und einen Randstein touchiert hat.

Der Bus geriet daraufhin ins Schleudern und schlitterte in die Mitte der Fahrbahn.

Der Car machte einen Schwenker hin zur Tunnelmitte, drehte dann wieder nach rechts und prallte mit voller Wucht in die Nothaltestelle.

Busunglück in einem Autobahntunnel bei Siders: Der Unfallhergang in drei Phasen. (Infografik: Xavier Dormond/Philippe Forney/Aurélien Rudaz/24heures/Newsnet)


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Nach dem schweren Busunglück vom Dienstagabend im Wallis bleibt die Unglücksursache unklar. Ein belgischer Reisecar mit 52 Personen an Bord kracht mit hoher Geschwindigkeit in eine Ausbuchtung in einem Autobahntunnel bei Sitten. 28 Menschen sterben, darunter 22 Kinder. 24 weitere wurden verletzt. Drei davon befinden sich noch im Koma. Für etliche der 24 Verletzten bestand am Mittwochabend noch Lebensgefahr.

Der Walliser Staatsanwalt Olivier Elsig sagte, er gehe bei der Ursachenforschung drei Hypothesen nach – einem technischen Problem, einem Gesundheitsproblem des Fahrers oder menschlichem Versagen.

Kinder angegurtet

Fest steht aufgrund einer ersten Sichtung der Videobänder, dass kein anderes Fahrzeug in den Unfall involviert war und dass die Strasse zur Zeit des Unfalls trocken gewesen ist. Auch habe eine erste Auswertung des Fahrtenschreibers ergeben, dass der Reisebus nicht zu schnell unterwegs gewesen sei. Die Kinder im Unglückscar seien angegurtet gewesen, sagte Elsig weiter. Durch die Wucht des Aufpralls seien die Sitze aber durch die Luft geschleudert worden.

Die Videobänder aus dem Tunnel waren nach dem Unfall sichergestellt worden. Sie werden nun weiter ausgewertet. Zudem werden Spuren gesichert und Zeugen befragt. Beim Chauffeur wurde eine Autopsie angeordnet, um abzuklären, ob gesundheitliche Probleme im Spiel waren.

Vier Nationalitäten betroffen

Die Kinder im Reisebus waren um die 12 Jahre alt, die meisten stammten aus den zwei flämischen Kleinstädten Heverlee und Lommel. Es wird befürchtet, dass bis zu 16 der getöteten Kinder aus Lommel stammen. Fast jeder im Ort kenne jemanden, der ein Kind verloren habe, sagte der Korrespondent des Schweizer Fernsehens in der Sendung «10vor10». Die Kinder aus Lommel sassen demnach ganz vorne im Bus. Sie hatten beim Aufprall auf die Mauer am wenigsten Überlebenschancen.

Insgesamt waren 21 der 22 getöteten Kinder belgischer Nationalität, ein Kind stammt aus den Niederlanden. Von den 24 Kindern, die beim Busunglück verletzt wurden, wurden bis am Mittwochabend zwei noch nicht eindeutig identifiziert. Die Nationalitäten der übrigen Kinder liessen sich indessen klären: Es handelt sich dabei um 17 belgische, drei niederländische sowie je einen polnischen und deutschen Staatsangehörigen. Ausser in einem Fall konnte der Kontakt zu den Eltern hergestellt werden. Die meisten Familien seien inzwischen in Sitten eingetroffen.

Von den 24 Verletzten befinden sich zurzeit 20 in einem der Walliser Spitäler. Sechs der Kinder, die im Spital Visp sind, trugen nur leichte Verletzungen davon. Ein Kind musste ins Inselspital nach Bern, drei ins Universitätsspital nach Lausanne gebracht werden. (rub/sda)

Erstellt: 14.03.2012, 23:59 Uhr

Tragisches Busunglück: Behörden informieren. (Video: Reuters)

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