Eine lange Tradition

Belgier zählen zu den treusten Touristen der Schweiz. Viele verbinden ihre Reise in die Berge mit Erinnerungen an Klassenlager.

Belgier schätzen Ferienlager und die Bergidylle: Kapelle in Val d'Anniviers. 
Bild: Keystone.

Belgier schätzen Ferienlager und die Bergidylle: Kapelle in Val d'Anniviers. Bild: Keystone.

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An der Schweiz schätzten die Belgier die Bergluft und den Schnee. Seit 50 Jahren kommen sie daher in Scharen in die Schweizer Alpen. Nebst den vielen Logiernächten, die sie den Hoteliers jährlich bescheren (678'517 im Jahr 2011), gehören die Belgier auch zu den spendabelsten Gästen Europas. Das bestätigt Michel Ferla, Vizedirektor von Schweiz Tourismus, auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet. «Gemessen an der Einwohnerzahl, ist Belgien einer der wichtigsten Märkte. Die Belgier sind die loyalsten Touristen, die viel Geld in der Schweiz ausgeben», sagt Ferla.

Ferien in der Schweiz haben bei den Belgiern eine lange Tradition. Viele reisen als Jugendliche in die Alpen, nehmen an Ferienlagern teil und kehren später regelmässig bis ins hohe Seniorenalter zurück. Angefangen hat diese belgische Gepflogenheit nach dem Zweiten Weltkrieg. Vor allem die christliche Krankenkasse Belgiens förderte früh Ferien in der Schweiz. Bekannt ist der Reiseveranstalter Intersoc, über den heute praktisch alle belgischen Touristen Ferien im Engadin, in Crans-Montana oder im Val d'Anniviers buchen.

Schweiz Tourismus setzt Marketingmassnahmen in Belgien aus

Vor allem Val d'Anniviers ist bei den Belgiern äusserst beliebt, was auch Hotelbetreiberin Claudia Müller bestätigen kann. Sie führt das Le Grand-Hôtel in Chandolin und sagt, dass die Belgier die wichtigsten Touristen in der Region seien. Sie schätzten das Bergerlebnis in den kleinen Bergdörfern.

Beide, Ferla und Müller, bezeichnen den Busunfall im Wallis als «grande tristesse», auch weil die belgische Schulklasse in der kleinen Dorfgemeinde St-Luc Ferien machte. Aus Pietätsgründen habe Schweiz Tourismus daher sämtliche Marketingmassnahmen in Belgien und den Niederlanden vorübergehend eingestellt. Auf der belgischen Webseite von Schweiz Tourismus drückten die Verantwortlichen den Angehörigen der Opfer ihr Bedauern aus.

Rechnet Schweiz Tourismus nun mit weniger belgischen Feriengästen in diesem Jahr? «Nein», sagt die Mediensprecherin Daniela Bär. Eine solche Tragödie habe kurzfristig zwar einen kleinen Effekt auf die Anzahl Logiernächte. Langfristig würden solche Unglücke erfahrungsgemäss allerdings keine Folgen haben.

Erstellt: 14.03.2012, 17:30 Uhr

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