Welche Sicherheitstechnik in Reisecars steckt

Spurassistenten und andere Technik erhöhen die Fahrsicherheit von Reisecars. Doch nicht alle Möglichkeiten sind serienmässig eingebaut.

Unterstützung für den Bus-Chauffeur: Spurassistent meldet Abweichungen.

Unterstützung für den Bus-Chauffeur: Spurassistent meldet Abweichungen. Bild: Scania

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Das Busunglück im Wallis wirft auch die Frage nach den Sicherheitsstandards bei Schweizer Reisecars auf. Was ist heute schon eingebaut? Eine Übersicht der Technologien, die teilweise auch bei Autos zum Einsatz kommen.

Antiblockiersystem (ABS): Gehört laut dem Schweizerischen Nutzfahrzeugverband Astag zum Standard. Verhindert bei starkem Bremsen ein Blockieren der Räder.

Antriebsschlupfregelung (ASR): Ebenfalls Standard. Verhindert bei schlechten Strassenverhältnissen ein einseitiges Durchdrehen der Antriebsräder.

Spurassistent: Wird laut Astag seit 2011 in neuen Bussen eingebaut. Das System erkennt Abweichungen von der Fahrspur, indem es alle 30 Millisekunden mithilfe einer Videokamera den seitlichen Abstand zu den Spurmarkierungslinien misst. Droht das Fahrzeug von der Spur abzukommen, wird der Fahrer durch Vibrationen im Sitz sofort gewarnt.

Abstandsregeltempomat (ART): Der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug wird konstant eingehalten. Schert zum Beispiel auf der Autobahn plötzlich ein langsameres Auto ein, wird der Bus automatisch abgebremst.

Tempobegrenzer: In den Bussen sind Tempobegrenzer eingebaut. Das System verhindert, dass die programmierte Höchstgeschwindigkeit überschritten werden kann. Cars in der Schweiz dürften mit 100 km/h fahren, wenn sie bestimmte Sicherheitsstandards erfüllen.

Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP): In Zukunft werden laut Astag mehr Cars mit einem Elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) ausgestattet. Es soll bei Ausweichmanövern oder in Kurvenfahrten die Schleudergefahr reduzieren. Bei Daimler wurde das System 2003 in die Serienausstattung übernommen.

Müdigkeitsassistent: Das Programm erkennt ungewöhnliche Lenkbewegungen, die auf Übermüdung hinweisen, und schickt ein Warnsignal. Allerdings kann das System laut ADAC erst Auffälligkeiten feststellen, wenn das normale Verhalten des Fahrers bekannt ist. Zu Beginn jeder Fahrt justiere sich das System daher neu und analysiere die Fahrweise.

Ab Jahr 2015 kann laut dem Bundesamt für Strassen kein Bus mehr zugelassen werden, ohne dass er Notbrems-Assistent und Spurthalte-System aufweist. Diese Regelung gilt für Neufahrzeuge ab 1. Mai 2012.

Und trotz aller Hilfssysteme bleibe das Risiko Mensch, sagt Jean-Richard Salami vom Astag. «Die Technik kann heute viel, aber nicht alles kompensieren.»

(ah)

Erstellt: 16.03.2012, 15:07 Uhr

Spurassistent

Quelle: Daimler

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