Zum Hauptinhalt springen

Täter von Rupperswil ist ehemaliger Jus-Student

Bekannten erzählte Thomas N., dass er Medizin studiere. Das ist gelogen. An der Uni Bern hat er Jura studiert – erfolglos. Zudem ist bekannt, dass er am Tatabend sein Glück im Casino versuchte.

afo
Täter finden oder Daten schützen? Röhrchen mit DNA in einem Labor. (Archivbild)
Täter finden oder Daten schützen? Röhrchen mit DNA in einem Labor. (Archivbild)
Reuters
Thomas N. war Trainer einer Juniorenmannschaft in der Region.
Thomas N. war Trainer einer Juniorenmannschaft in der Region.
ZVG
Sie verteidigt den Vierfachmörder von Rupperswil: Die Aargauer Rechtsanwältin Renate Senn.
Sie verteidigt den Vierfachmörder von Rupperswil: Die Aargauer Rechtsanwältin Renate Senn.
strafverteidiger.ch
Matthias Fricker hat 2012 im Kanton Aargau den später verurteilten Mörder Daniel H. verteidigt. Er weiss, was seine Berufskollegin Renate Senn durchmacht. In einem Interview mit der «Aargauer Zeitung» äussert sich der Anwalt dazu. (29. Februar 2012)
Matthias Fricker hat 2012 im Kanton Aargau den später verurteilten Mörder Daniel H. verteidigt. Er weiss, was seine Berufskollegin Renate Senn durchmacht. In einem Interview mit der «Aargauer Zeitung» äussert sich der Anwalt dazu. (29. Februar 2012)
Steffen Schmidt, Keystone
Thomas N. war Trainer einer Juniorenmannschaft in der Region.
Thomas N. war Trainer einer Juniorenmannschaft in der Region.
ZVG
Hier wohnte der Täter: Blick in den Garten des Hauses in Rupperswil AG.
Hier wohnte der Täter: Blick in den Garten des Hauses in Rupperswil AG.
Bekannte beschreiben ihn als Einzelgänger: In diesem Haus in Rupperswil wohnte der Täter.
Bekannte beschreiben ihn als Einzelgänger: In diesem Haus in Rupperswil wohnte der Täter.
Stefan Hohler
Der Täter ist gefasst: Barbara Loppacher, leitende Staatsanwältin, informiert in Schafisheim AG über den Vierfachmord von Rupperswil (13. Mai 2016).
Der Täter ist gefasst: Barbara Loppacher, leitende Staatsanwältin, informiert in Schafisheim AG über den Vierfachmord von Rupperswil (13. Mai 2016).
Alexandra Wey, Keystone
Hauptmann Markus Gisin, Abteilungschef Kriminalpolizei, und Barbara Loppacher (13. Mai 2016).
Hauptmann Markus Gisin, Abteilungschef Kriminalpolizei, und Barbara Loppacher (13. Mai 2016).
Alexandra Wey, Keystone
Vertreter der Polizei und der Staatsanwaltschaft an der Medienkonferenz.
Vertreter der Polizei und der Staatsanwaltschaft an der Medienkonferenz.
Keystone
Der Vierfachmord von Rupperswil gehört zu den grössten Fällen der Schweizer Kriminalgeschichte: Polizisten am Tatort (21. Dezember 2015).
Der Vierfachmord von Rupperswil gehört zu den grössten Fällen der Schweizer Kriminalgeschichte: Polizisten am Tatort (21. Dezember 2015).
Patrick B. Kraemer
Die Tat: Am 21. Dezember 2015 werden in Rupperswil AG eine Mutter, ihre zwei jugendlichen Söhne und die Freundin des älteren Sohnes brutal ermordet. Ein Brand soll die Spuren der Tat verwischen. Ein Kriminaltechniker am Tatort.
Die Tat: Am 21. Dezember 2015 werden in Rupperswil AG eine Mutter, ihre zwei jugendlichen Söhne und die Freundin des älteren Sohnes brutal ermordet. Ein Brand soll die Spuren der Tat verwischen. Ein Kriminaltechniker am Tatort.
Patrick B. Kraemer, Keystone
Spurensuche: Die Ermittler haben sich in Spitälern und Apotheken nach Verdächtigen erkundigt. Hier sind sie im Gespräch mit Anwohnern. (24. Dezember 2015)
Spurensuche: Die Ermittler haben sich in Spitälern und Apotheken nach Verdächtigen erkundigt. Hier sind sie im Gespräch mit Anwohnern. (24. Dezember 2015)
Walter Bieri, Keystone
Hinweise: Diese Wohlener Apotheke sollen am Tag der Tat zwei Unbekannte mit Schnittwunden betreten haben.
Hinweise: Diese Wohlener Apotheke sollen am Tag der Tat zwei Unbekannte mit Schnittwunden betreten haben.
Screenshot Tele Züri
Zeugen gesucht: Die Polizei veröffentlichte ein Bild des 48-jährigen Opfers Carla S., das sie in der Filiale der Aargauischen Kantonalbank in Wildegg zeigt. (24. Dezember 2015)
Zeugen gesucht: Die Polizei veröffentlichte ein Bild des 48-jährigen Opfers Carla S., das sie in der Filiale der Aargauischen Kantonalbank in Wildegg zeigt. (24. Dezember 2015)
Walter Bieri, Keystone
In der Kirche in Rupperswil wurde der Gedenkgottesdienst für die Opfer des Vierfach-Mordes abgehalten. (8. Januar 2016)
In der Kirche in Rupperswil wurde der Gedenkgottesdienst für die Opfer des Vierfach-Mordes abgehalten. (8. Januar 2016)
Keystone
Im Gedenken an die Nummer 9: Die C1-Junioren des FC Aarau widmeten ihrem ermordeten Team-Mitglied einen Sieg. Sein Trikot war immer dabei.
Im Gedenken an die Nummer 9: Die C1-Junioren des FC Aarau widmeten ihrem ermordeten Team-Mitglied einen Sieg. Sein Trikot war immer dabei.
SVS-Hallen-Masters
Ernüchterung: Die gefundenen DNA-Profile erzielten keine Treffer in den Datenbanken. Aargauer Ermittler und Staatsanwälte informierten in Schafisheim AG. (18. Februar 2016)
Ernüchterung: Die gefundenen DNA-Profile erzielten keine Treffer in den Datenbanken. Aargauer Ermittler und Staatsanwälte informierten in Schafisheim AG. (18. Februar 2016)
Alexandra Wey, Keystone
Die Aargauer Behörden setzen eine Prämie von 100'000 Franken für Hinweise aus, die zur Festnahme der Täter führen könnten.  (18. Februar 2016)
Die Aargauer Behörden setzen eine Prämie von 100'000 Franken für Hinweise aus, die zur Festnahme der Täter führen könnten. (18. Februar 2016)
Alexandra Wey, Keystone
Eine Sonderkommission aus rund 40 Ermittlern bearbeitet den Fall. Barbara Loppacher und Markus Gisin, der Leiter der Aargauer Kriminalpolizei. (18. Februar 2016)
Eine Sonderkommission aus rund 40 Ermittlern bearbeitet den Fall. Barbara Loppacher und Markus Gisin, der Leiter der Aargauer Kriminalpolizei. (18. Februar 2016)
Alexandra Wey, Keystone
1 / 22

Auch knapp zwei Wochen nach der Verhaftung des Vierfachmörders von Rupperswil ist nur wenig über das Privatleben des Mannes bekannt, der vier Menschen die Kehle durchgeschnitten hat. Bekannten erzählte der Mörder, er studiere Medizin. Wie die «NZZamSonntag» und die «SonntagsZeitung» berichten, war das gelogen. Thomas N. sei Studienabbrecher und bei mehreren Anläufen an der Universität gescheitert.

Im Herbst 2003 habe er mit einem Jus-Studium an der Uni Bern begonnen, nachdem er kurz zuvor erfolgreich die Neue Kantonsschule Aarau abgeschlossen habe, so die «SonntagsZeitung». Bereits nach einem Jahr habe er das Studium wieder abgebrochen. Birgit Bucher, Sprecherin der Universität Bern, sagt: «Thomas N. hat bei uns in den Jahren 2003 und 2004 während zwei Semestern Rechtswissenschaften studiert.»

Keinen Abschluss, keine Immatrikulation

Fünf Jahre später wagte er laut der «SonntagsZeitung» noch einmal einen Versuch. Nachdem er den Numerus-clausus-Eignungstest für das Medizinstudium bestanden hatte, schrieb er sich 2009 erneut an der Uni Bern ein. Kurz darauf habe der Rupperswiler seine Anmeldung aber wieder zurückgezogen. «Thomas N. hat an der Universität Bern weder einen Abschluss erlangt noch ist er aktuell bei uns immatrikuliert» sagt Bucher.

Möglich ist, dass Thomas N. noch an anderen Universitäten eingeschrieben war. Jedoch habe man in Zürich keine Kenntnis von einem Student namens Thomas N., in Basel und Freiburg wollten sich die Verantwortlichen nicht dazu äussern.

Kritik an Pflichtverteidigerin

Als ehemaliger Jus-Student dürfte Thomas N. eine Ahnung davon haben, was für ein Strafmass ihn für den Vierfach-Mord erwartet. Wie bekannt ist, hat er auf einen eigenen Anwalt verzichtet und sich für eine Pflichtverteidigerin entschieden. Renate Senn liess die Öffentlichkeit vergangene Woche wissen, dass sie aus Respekt vor den Opfern und ihren Hinterbliebenen ihren Mandanten «im Moment weder in der Öffentlichkeit verteidigen noch als dessen Sprachrohr dienen werde».

Diese Haltung kritisiert Staranwalt Thomas Fingerhuth, der einst für die Rechte der Zwillingsmörderin aus Horgen ZH gekämpft hat. Die Pflichtverteidigerin distanziere sich mit dieser Aussage von ihrem Mandanten. «Das geht nicht», so Fingerhuth zur «SonntagsZeitung». Ein Strafverteidiger, der für ein solches Mandat entscheide, müsse dies mit aller Konsequenz tun. Es sei sein Job, streng und ganz einseitig die Interessen seines Mandaten zu vertreten. «So bestialisch seine Taten auch sein mögen.»

Nach der Tat gings ins Casino

Am 21. Dezember 2015 hat Thomas N. in Rupperswil AG vier Menschen ermordet, eine 48-jährige Frau, ihre Söhne im Alter von 13 und 19 Jahren sowie die 21-jährige Freundin des älteren Sohnes. Zuvor hatte er sich am 13-jährigen Opfer sexuell vergangen. Wie der «SonntagsBlick» berichtet, habe der Täter nicht einmal zwölf Stunden später mit Kollegen das Casino Zürich besucht.

Gegen 22 Uhr habe er den Vergnügungstempel betreten, das System habe seinen Namen und sein Geburtsdatum erfasst. Bereits letzte Woche wurde bekannt: Am Abend der Tat ass Thomas N. mit Kollegen aus seiner Fussballmannschaft in einem Steakhouse in Zürich zu Abend. Anschliessend vergnügte er sich mit seinen Kollegen beim Glücksspiel. Erst am Morgen erpresste er von seinem Opfer Carla S. 10'000 Franken. Das Casino Zürich will sich auf Anfage von «SonntagsBlick» nicht zum Täter oder zu dessen Casino-Besuch äussern. «Aus Datenschutzgründen können wir keine Auskunft erteilen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch