Dieses Jahr bricht alle Wetter-Rekorde

Statt Schneeflocken fliegen Pollen durch die Luft: 2015 könnte als wärmstes je gemessenes Jahr in die Geschichtsbücher eingehen.

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Anstelle der traditionellen Weihnachtsgans hätte man dieses Jahr an Weihnachten problemlos die Steaks auf dem Grill braten können. Statt Schneeflocken fliegen derzeit Pollen durch die Luft, und im Mittelland blühen die ersten Kirschbäume – die Schweiz erlebt einen mediterranen Winter.

Landesweit werden die Temperaturen Ende Dezember voraussichtlich 3,5 Grad über dem Durchschnitt der Jahre von 1981 bis 2010 liegen, hält MeteoSchweiz in einer vorläufigen Bilanz gegenüber der «NZZ am Sonntag» fest. In Disentis, Chur und in La Chax-de-Fonds war es am Stephanstag mit über elf Grad so warm wie noch nie. Dieser Dezember wird wohl als wärmster seit Messbeginn eingehen.

Wärmster Dezember seit 1868

n Disentis wurden zwölf Grad, in Chur und La Chaux-de-Fonds über 11 Grad gemessen. «Tageshöchstwert-Rekorde sind aber vielfach Zufälligkeiten», sagte Daniel Murer von MeteoSchweiz auf Anfrage der sda. Es könne gut sein, dass in vergangenen Jahren schon am darauffolgenden Tag eine höhere Temperatur gemessen wurde.

Klar ist jedoch: Dieser Dezember wird wohl als wärmster seit 1868 in die Annalen eingehen. «Momentan liegt der Dezember deutlich auf Rang eins», erklärte Murer.

Dieses Jahr bricht Wetter-Rekorde

Aller Voraussicht nach stellt sogar das gesamte Jahr einen neuen Wärmerekord auf. Mit 8,46 Grad wird die Jahresmitteltemperatur um 1,3 Grad höher als im Klimamitttel von 1981 bis 2010 ausfallen.

«Die Jahre liefern sich ein Wettrennen»

2015 war nicht nur warm, es war auch ein sehr trockenes Jahr – zumindest im Vergleich zum Vorjahr. Die Sonne liess sich um einen Fünftel mehr blicken als sonst und es regnete weniger. «Noch liefern sich die Jahre 2015, 2014 und 2011 ein kleines Wettrennen», sagt Stephan Bader von MeteoSchweiz. Da aber ein Wintereinbruch nicht in Sicht sei, werde wohl 2015 das Rennen machen.

Dass dieses Jahr Rekorde bricht, war schon früh zu erkennen: Bereits am 10. Januar wurde in der Innerschweiz der mildeste Wintertag seit Messbeginn registriert. In Luzern wurden 19,3 Grad gemessen, auf der Alpensüdseite erreichten die Tageswerte sogar 20 bis 23 Grad. Aber auch der Monat Mai brach Rekorde. Einige Orte erlebten den nassesten Mai seit Beginn der Aufzeichnungen. Viel mehr Regen sollte diesen Sommer dann aber nicht mehr fallen – dafür wurde geschwitzt, was das Zeug hält: Die erste Juliwoche gehörte zur extremsten Hitzewelle seit über 150 Jahren.

Zwar wurde es im September schlagartig kälter, die Trockenheit des Sommers zog sich aber auch durch den Herbst. So folgt die Schweiz damit dem weltweiten Trend: Denn das Jahr 2015 soll den Wärmerekord brechen, prophezeit die Weltmeteorologie-Organisation. (nab)

Erstellt: 27.12.2015, 09:28 Uhr

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