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... 14 Jahren: Massentötung unter Sonnentemplern

Am 5. Oktober 1994 erfährt die Todessekte der Sonnentempler ihren traurigen Höhepunkt: In der Schweiz und in Kanada werden die Leichen von 53 Ordensmitgliedern gefunden.

Hier fanden die Rituale und Gottesdienste statt: Der «Spiegelsaal» der Sonnentempler in einem Welschschweizer Chalet, entdeckt nach der Massentötung.
Hier fanden die Rituale und Gottesdienste statt: Der «Spiegelsaal» der Sonnentempler in einem Welschschweizer Chalet, entdeckt nach der Massentötung.
Keystone

Schon früh beginnt sich der Franzose Joseph di Mambro für esoterische Themen zu interessieren und sucht den Kontakt zu verschiedenen spirituellen Gruppierungen. Anfang der Siebzigerjahre lässt sich Di Mambro in Genf nieder, eröffnet eine Yoga-Schule und hält Vorträge. Bald schon scharen sich die ersten Anhänger um ihn.

Zu Beginn der Achtzigerjahre trifft di Mambro auf den homöopathischen Arzt Luc Jouret, mit dem er den Orden der Sonnentempler gründet. Jouret vertritt den Orden gegen aussen und übernimmt Werbetätigkeiten, di Mambro hält sich eher im Hintergrund, leitet die Rituale und beackert das spirituell-ideologische Fundament.

Das Ende naht

Die beiden spinnen ein wirres Netz aus Mythen um sich, Jouret inszeniert sich als Heiler, di Mambro als Grossmeister mit magischen Fähigkeiten. Hinzu kommen ab den Neunzigerjahren zudem Weltuntergangs-Szenarien und die Vorbereitungen auf einen Übertritt in eine andere Welt namens «Sirius». Wie dieser Übertritt vonstatten gehen soll, lassen die beiden Prediger vorerst im Dunkeln.

Am 5. Oktober 1994 dann das traurige Finale der zu diesem Zeitpunkt rund 500 Mitglieder zählenden Sekte: In mehreren Chalets in den Kantonen Wallis und Freiburg werden 48 Leichen gefunden, in Kanada sind es weitere fünf. Die Opfer waren teils betäubt und erschossen, teils vergiftet und teils zur Selbsttötung gezwungen worden. Die beiden Anführer Joseph di Mambro und Luc Jouret sind ebenfalls unter den Toten.

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