Blatters Ex-Frau will Schawinski anzeigen

Wegen einer schlüpfrigen Behauptung in seinem neuen Buch kriegt Roger Schawinski schon wieder Ärger.

Schawinskis Darstellung macht sie «sehr betroffen»: Graziella Blatter mit ihrem damaligen Mann Sepp (l.) und Henry Kissinger 2003 in New York. (Archivbild)

Schawinskis Darstellung macht sie «sehr betroffen»: Graziella Blatter mit ihrem damaligen Mann Sepp (l.) und Henry Kissinger 2003 in New York. (Archivbild) Bild: Mark Lennihan/AP/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Medienunternehmer und Buchautor Roger Schawinski droht rechtliches Ungemach. Graziella Blatter, die Ex-Frau des ehemaligen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter, erwägt eine Anzeige gegen ihn. Grund dafür ist eine Szene in dessen aktuellem Buch «Ich bin der Allergrösste. Warum Narzissten scheitern». Schawinski beschreibt darin, wie Graziella 2002 zu ihrem damaligen Gatten gesagt haben soll: «Sepp, schau mal den Roger an. Der ist schlank und nicht so dick wie du. Du solltest besser auf dich aufpassen, sonst nehme ich mir einen Lover, etwa so einen wie Roger.»

Dies sei frei erfunden, sagt Graziella Blatter in der«Sonntagszeitung». Sie habe ihren damaligen Gatten Sepp «über alles geliebt» und ihn niemals wegen seines Äusseren kritisiert. «Wer mich kennt, weiss, dass so eine Aussage niemals von mir stammen kann. Oberflächlichkeit zählen nicht für mich, und Treue ist mir wichtig.» Das Bild, das Schawinski im Buch von ihr zeichne, mache sie «sehr betroffen». Für die selbstständige Delfintherapeutin sei das in höchster Weise «image- und berufsschädigend» «Ich behalte mir rechtliche Schritte vor.»

Schawinski bleibt dabei

Roger Schawinski besteht auf seiner Version. Er habe die Begegnung bewusst in den Kontext seines Buches gesetzt. «Für Sepp Blatter ist Respekt das Allerwichtigste. Diesen versagte ihm in jener Situation ausgerechnet seine wichtigste Bezugsperson in Anwesenheit Dritter.  Das war bemerkenswert.» Ausserdem sei am damaligen Treffen auch seine Frau Gabriella dabei gewesen, sagt er.

Sepp Blatter sagt auf Anfrage der «Sonntagszeitung»: «Als Roger Schawinski dieses Buch schrieb, war er offensichtlich nicht an einen Lügendetektor angeschlossen. Er steht dem Plagiat näher als der Wahrheit.» (chi)

Erstellt: 26.06.2016, 09:10 Uhr

Artikel zum Thema

«Der Verlag sollte sich überlegen, das Buch vom Markt zu nehmen»

Interview Roger Schawinski hat ohne Nachweis Wikipedia-Formulierungen für sein neues Buch benutzt. Darf man das? Dazu Rechtsprofessor und Plagiatsexperte Gerhard Dannemann. Mehr...

«Das ist Betrug am Leser»

Interview Aus Wikipedia übernehmen, ist ganz normal, behauptet Roger Schawinski. Der Sachbuchlektor Ulrich Nolte von C. H. Beck widerspricht. Mehr...

Ein Narzisst rechnet mit Narzissten ab

#12 Blatter, Kachelmann, Ospel: Roger Schawinski knöpft sich in seinem neuen Buch gescheiterte Machtmenschen vor. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

History Reloaded 30 Jahre Winter nach dem Prager Frühling

Michèle & Friends Wenn Spiegel überflüssig werden

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Die Welt in Bildern

Kampf gegen Rassismus: Ein Demonstrant protestiert gegen die Kundgebung «Liberty of Death», eine Versammlung von Rechtskonservativen vor der Seattle City Hall in Seattle, Washington. (18. August 2018)
(Bild: Karen Ducey/AFP/Getty) Mehr...