Der Nahostkonflikt in Hollywood

Jon Voight, der Vater von Angelina Jolie, wirft Penélope Cruz und Javier Bardem Antisemitismus vor.

Muss harte Kritik einstecken: Das Ehepaar Penélope Cruz und Javier Bardem.

Muss harte Kritik einstecken: Das Ehepaar Penélope Cruz und Javier Bardem. Bild: Keystone

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Zuerst veröffentlichten die Eheleute Penélope Cruz und Javier Bardem zusammen mit anderen Berühmtheiten, darunter Regisseur Pedro Almodóvar, einen Brief. In diesem Brief verurteilten sie das Handeln des Staates Israel im Konflikt mit den Hamas in Gaza aufs Schärfste – und warfen dem Land Völkermord an den Palästinensern vor. Dann setzte der Shitstorm aus der ganzen Welt ein. Sie krebste zuerst öffentlich zurück: «Ich bin mir der Komplexität der Situation bewusst.» Dann relativierte er: «Ich habe grossen Respekt für das israelische Volk und tiefes Mitgefühl für ihre Verluste.» Kurz: Die Unterschriften unter dem Brief seien als Friedensappell gemeint ge­wesen. Und dann kam Angelina Jolies Vater ins Spiel.

Cruz und Bardem stehen zurzeit in der Kritik, ihr Positionsbezug könnte sogar zum Karriereknick für das erfolgreiche spanische Hollywoodpaar werden, mutmassen einige. Der gröbste Vorwurf: Antisemitismus. Auch der als republikanischer Hardliner geltende Vater von Angelina Jolie, der amerikanische Schauspieler Jon Voight, bläst nun ins selbe Horn und folgte am Wochenende dem Trend zu schriftlichen politischen Statements. In einem offenen Brief, den die US-Medien «Variety» und «Hollywood Reporter» veröffentlichten, schrieb er: «Ich bin mehr als wütend.» Cruz und Bardem seien sich offenbar nicht bewusst, welchen Schaden sie mit ihrem Positionsbezug angerichtet hätten. «Menschen wie Cruz und Bardem könnten Menschen zum Antisemitismus verleiten.»

Voight geht in dem Brief weiter auf die Geschichte Israels ein, der das Paar seiner Meinung nach nur mit Ignoranz begegne. Er fordert die beiden auf, ihre Motive zu überprüfen. «Könnt ihr das Feuer des Antisemitismus löschen, das nun in der Welt lodert?», fragt er. Cruz und Bardem sollten ihre Prominenz nutzen, um Gutes zu tun, anstatt das ­einzige demokratische Land im Nahen Osten zu diffamieren, schreibt er. «Ihr solltet euch schämen und die leidenden Menschen in Israel um Vergebung ­bitten», schliesst Voight.

Vorwürfe an Obama

Öffentliche Vorwürfe und Zurechtweisungen von Voight sind keine Neuheit: Im letzten Jahr etwa bezichtigte er – ebenfalls in einem offenen Brief – den US-Präsidenten Barack Obama des Antisemitismus, weil er zu wenig für die Sicherheit Israels tue.

Ob sich Cruz, Bardem und auch Voight mit ihren politischen Statements wirklich schaden, wird sich weisen. Jedoch haben Entertainer wie Joan Rivers und Howard Stern sich bereits stark für Israel ausgesprochen – ohne vergleichbaren Reaktionen ausgesetzt gewesen zu sein. Trotzdem tun sich die Hollywoodstars laut des Insiderblatts «Variety» seit dem erneuten Ausbruch des Konflikts schwerer als auch schon, Position zu beziehen.

Erstellt: 05.08.2014, 07:09 Uhr

Jon Voight.

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