Die bodenständige Diva

Als eine der wenigen deutschen Filmschönheiten schaffte sie den Sprung nach Hollywood. Für Klamauk und TV war sich Senta Berger trotzdem nie zu schade. Am Freitag feiert die Diva ihren Siebzigsten.

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Wer Senta Berger sieht, kann kaum glauben, dass ihr der Blick in den Spiegel schwerfällt. «Ich schaue nicht oft hinein», sagte sie kürzlich in einem Zeitungsinterview. Ihr bester Spiegel sei ohnehin ihr Mann. «In ihm spiegele ich mich in wunderbarster Weise wieder.»

Gedanken darüber, wie viel Zeit ihr noch bleibt, macht sich Senta Berger schon dann und wann. «Ich mache das am Frühling fest, weil er für mich die schönste Jahreszeit ist. Zu meinem Mann sage ich oft: Wie viele Frühlinge kann ich noch erleben?», erzählte sie der «Bild am Sonntag». Was Gesundheit, Körperlichkeit und Bewegungskraft angeht, fühle sie sich wie vor 20 Jahren oder noch früher. «Ich kann noch Rad schlagen. Ich finde, das ist ein gutes Argument.»

Seit 45 Jahren verheiratet

Ein erfülltes Privatleben spielt für ihr Wohlgefühl eine grosse Rolle – und dass das so ist, hat Senta Berger schon früh erkannt. Erst mit den Jahren habe sie aber gelernt, wirklich Prioritäten zu setzen und Ereignisse einzuordnen, sagte die gebürtige Wienerin der Nachrichtenagentur DAPD. Ihr Mann Michael Verhoeven, das betont Senta Berger immer wieder, leiste dafür einen wichtigen Beitrag. Zum ersten Mal begegnet sind sich die beiden vor mehr als 50 Jahren, seit 1966 sind sie verheiratet. 1972 und 1979 wurden die Söhne Simon und Luca geboren.

Weit über hundert Serienfolgen, Fernseh- und Kinofilme – darunter viele internationale Produktionen – hat Senta Berger in ihrem Leben gedreht. Stellvertretend für die Filme, die sie selbst am meisten mag, nennt sie «Die weisse Rose», «Das schreckliche Mädchen», «Die schnelle Gerdi» und «Mutter's Courage». Eigentlich seien es aber alle Filme, die sie mit ihrem Mann produziert habe. Dass sie dabei nicht immer «eine reine Perle an die andere» gereiht habe, sei klar. Schauspieler müssten auch ihre Miete zahlen und seien zudem abhängig von den Plänen anderer Leute.

«Kir Royal» reloaded

Beim Publikum dürften auch ihre Auftritte als Mona in der Gesellschaftssatire «Kir Royal» in Erinnerung geblieben sein. Auch in Helmut Dietls «Kir Royal»-Nachfolger «Zettl» ist Senta Berger dabei. Danach gefragt, ob sie begeistert gewesen sei, als man ihr die Rolle in «Zettl» angeboten habe, sagte sie: «Begeistert? Das wäre jetzt zu hoch gegriffen.» Sie habe dann aber das Buch gelesen und mit Dietl gesprochen. «Er hat mich überzeugt.» Jetzt sei sie gerne bei «Zettl» dabei als alternde Mona. An ihrem ersten Drehtag sei sie sentimental gewesen. «Da der Helmut, dort der Dieter Hildebrandt... Das war schön.» Sie habe ein dankbares Gefühl gehabt, «es gibt uns noch – und wir sind gar nicht mal so übel.»

Feiern wird Senta Berger ihren Geburtstag «wie immer in der engsten Familie. Bei uns im Garten, wir warten einen sonnigen Tag und einen warmen Abend ab, um so lange wie möglich draussen sitzen zu können unter unserem Flieder, der immer schon eine besondere Bedeutung für uns Maikinder hat.» (jos/sda)

Erstellt: 13.05.2011, 15:30 Uhr

Spy With My Face (1964)

Kir Royal (1986)

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