«Du warst nie allein, Carsten»

Familie, Freunde und Bekannte nahmen an einer Trauerfeier Abschied von Carsten Schloter. Die persönlichen Worte der Angehörigen berührten und gingen nahe.

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«Hello. You’ve reached Carsten Schloter’s Mailbox...», Ein letztes Mal hallte die Stimme des Swisscom-Chefs durch den Raum. Es war der Auftakt zur Trauerfeier in der Kathedrale St. Niklaus in Freiburg. Aus Angst, dass es zu wenig Platz haben könnte, waren viele Trauergäste schon eine Stunde vor Beginn in die Kathedrale geströmt.

Seine Angehörigen richteten sehr persönliche Worte an den Verstorbenen, die die Trauernden berührten und nahe gingen. Seine ältere Schwester sagte: «Du warst nie allein, Carsten» – auch wenn er zuletzt offenbar diesen Eindruck gehabt habe. Und: «Ich weiss, dass du uns nicht verletzten wolltest. Deine Familie zu schützen war dir immer das wichtigste.»

Die Frage nach dem Warum

Seine jüngere Schwester erzählte, sie habe immer ein bisschen sein wollen wie ihr grosser Bruder. Und sie erinnerte sich daran, wie er sich selbst das Gitarrespielen beigebracht und Songs komponiert hatte. Zum Glück habe er diese Karriere später nicht weiterverfolgt. Musik war wohl nicht seine Stärke. Und sie appellierte an ihn: «Wenn du das jetzt hörst, Carsten, gib uns ein Zeichen.»

Auch seine Frau, von der er getrennt lebte, trat vor das Mikrofon. Schon 2009 habe sie akzeptieren müssen, dass er sie verlassen hatte. Die Frage nach dem Warum sei mit der Zeit verblasst. Geblieben seien eine tiefe Freundschaft und der Wille, die Trennung für die Kinder so erträglich wie möglich zu machen. Jetzt stünde die Familie wieder vor der gleichen Situation: Sie müsste sich mit einer für sie unverständlichen Entscheidung abfinden. «Auch dieses Mal wird die Frage nach dem Warum mit der Zeit verblassen.»

Deutlich distanzierter waren die Worte des Verwaltungsratspräsidenten Hansueli Loosli. Er sicherte der Familie die Unterstützung der Swisscom zu. Ansonsten pries er vor allem Schloters unternehmerische Fähigkeiten und seine Meilensteine im Telecommarkt an.

Grosse Delegation an Swisscom-Manager

Unter den schätzungsweise 500 Trauergästen befand sich eine grosse Delegation an Swisscom-Managern, darunter Interimschef Urs Schaeppi und Finanzchef Mario Rossi und das langjährige Konzernleitungsmitglied Ueli Dietiker - alle sichtlich betroffen. Postchefin Susanne Ruoff hatte ihren Stellvertreter Ulrich Hurni geschickt, da sie selbst im Ausland weilte. SBB-Chef Andreas Meyer kam mit seiner neuen Kommunikationschefin Kathrin Amacker, die noch vor kurzem den gleichen Job bei der Swisscom erledigt hatte.

Ebenfalls anwesend war Looslis Vorgänger an der Spitze des Verwaltungsrats, Anton Scherrer, sowie Schloters Vorgänger Jens Alder. Neben der zuständigen Bundesrätin Doris Leuthard waren zahlreiche Spitzenbeamte vertreten, darunter der scheidende Chef des Bundesamtes für Kommunikation Marin Dumermuth und sein neuer Telecom-Direktor René Dönni sowie der Chef der Kommunikationskommission, Marc Furrer. Unter den Trauergästen waren auch Cablecom-Chef Eric Tveter – er kam ganz alleine und André Lüthi vom Reiseanbieter Globetrotter.

Erstellt: 29.07.2013, 12:56 Uhr

Die Beerdigung von Carsten Schloter. (29. Juli 2013) (Video: Keystone )

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