Griechischer Prinz heiratet Schweizerin

Für Griechenland ist es die Hochzeit des Jahrzehnts: Die Trauung ihres Kronprinzen Nikolaos. Im Zentrum des Geschehens steht eine Schweizerin.

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Auf der griechischen Insel Spetses haben am Mittwoch die Glocken aus einem besonderen Grund geläutet: Prinz Nikolaos von Griechenland heiratete die Schweizerin Tatiana Blatnik. 36 Jahre nach der Abschaffung der Monarchie gab es damit wieder eine Adelshochzeit im Lande.

Das Brautpaar wollte in den schwierigen Zeiten für die Griechen sichtlich nicht mit Luxus protzen. Der 40-jährige Prinz kam mit einem kleinen traditionellen Fischerboot von seiner Mutter, der ehemaligen griechischen Königin Anne-Marie auf die Insel.

Die elf Jahre jüngere Braut wurde mit einer Kutsche in die Kirche gebracht. Die in Venezuela geborene Schweizerin trug ein seidenes Brautkleid. Bei einer schlichten Zeremonie in der orthodoxen Kirche des Heiligen Nikolaos gaben sich die beiden Ja-Wort. Nur rund 30 Menschen passten in das kleine Gotteshaus.

Prominente Gästeliste

Trotz der Bescheidenheit bezeichneten griechische Medien die Trauung als die Hochzeit des Jahrzehnts für Griechenland. Schliesslich waren unter den 360 adeligen Gästen auch zwei Königinnen sowie mehrere Prinzen und Prinzessinnen.

Angereist waren etwa Königin Sofia von Spanien, die dänische Königin Margrethe II., der spanische Kronprinz Felipe mit seiner Frau Letizia und die Prinzessinnen Elena und Cristina von Spanien sowie der dänische Kronprinz Frederik.

Auch der norwegische Kronprinz Haakon und die schwedische Kronprinzessin Victoria mit ihrem Mann Daniel und ihrer jüngere Schwester Madeleine wurden auf der Mini-Insel, die Athen vorgelagert ist, gesichtet. Das niederländische Königshaus war mit Kronprinz Willem-Alexander und seiner Frau Máxima dabei.

Zu den weiteren prominenten Gästen gehörten die ehemalige iranische Kaiserin Farah Diba Pahlavi und mehrere griechische Reeder. Vor der Kirche winkten Touristen, die zufällig auf der Insel waren, mit schwedischen, norwegischen und dänischen Fahnen.

Am Abend war ein Empfang und ein Abendessen mit traditioneller griechischer Musik vorgesehen. Die Atmosphäre war locker, sogar das Programm wurde zeitlich nicht genau eingehalten.

Monarchie 1974 abgeschafft

Nikolaos ist das dritte Kind von Konstantin II., der 1974 per Volksabstimmung abgesetzt wurde, und Anne-Marie, die aus Dänemark stammt. Einige Griechen, vor allem ältere, erinnern sich wehmütig an den alten Glanz der Monarchie.

Das Verhältnis des griechischen Königshauses zum Volk wurde in den 60er Jahren schwer gestört. Der entscheidende Bruch kam im April 1967, als der damals noch unerfahrene Konstantin II. erst einen Putsch von Obristen duldete und dann mit seiner Unterschrift sogar die Bildung einer Militärregierung billigte.

Als er seinen Fehler wenige Monate später einsah und im Dezember 1967 ins Exil ging, war es - wie sich später herausstellte - schon zu spät, um die Monarchie zu retten. Nach der Wiederherstellung der Demokratie wurde die Monarchie in Griechenland nach einer Volksabstimmung am 8. Dezember 1974 abgeschafft. (mrs/sda)

Erstellt: 25.08.2010, 19:46 Uhr

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