Pistorius erneut wegen Mordes vor Gericht

Ex-Sportstar Oscar Pistorius muss sich in einem Berufungsverfahren dem Vorwurf des Mordes stellen. Er war im letzten Jahr wegen fahrlässiger Tötung an seiner Freundin Reeva Steenkamp verurteilt worden.

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Der Mordprozess gegen Südafrikas Ex-Sportstar Oscar Pistorius wird wieder aufgerollt. Auf den beinamputierten Sprinter kommt ein Berufungsverfahren zu. Damit setzte die Anklage ihre Absicht durch, Pistorius doch noch wegen Mordes verurteilt zu sehen.

Pistorius war vor einem halben Jahr wegen fahrlässiger Tötung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft will in der Berufung nun eine Verurteilung wegen Mordes erreichen – dann würde Pistorius ein höheres Strafmass drohen.

Mit vier Schüssen getötet

Richterin Thokozile Masipa sagte in Johannesburg, die Einwände von Pistorius' Anwälten gegen eine Berufung seien nicht ausreichend. Der Antrag enthalte «wirklich nichts Neues», fügte Masipa zum Abschluss einer Anhörung hinzu, die weniger als eine Stunde dauerte.

Pistorius hatte seine Freundin Reeva Steenkamp am Valentinstag 2013 mit vier Schüssen durch eine geschlossene Badezimmertür getötet. Der heute 28-Jährige beteuert, er habe einen Einbrecher im Haus vermutet.

Schon nach zehn Monaten aus dem Gefängnis?

Das Berufungsverfahren wird vor einem höheren Gericht in Bloemfontein verhandelt werden, voraussichtlich in den kommenden Monaten. Dabei werden keine neuen Zeugen gehört werden, sondern nur die Prozessunterlagen der ersten Instanz überprüft.

Sollten die Richter Pistorius des Mordes für schuldig befinden, können sie auch ein neues Strafmass verhängen. Mit seinem bisherigen Strafmass – fünf Jahre Haft – aus dem vergangenen Jahr könnte der frühere Superstar schon nach zehn Monaten aus dem Gefängnis entlassen und unter Hausarrest gestellt werden.

Berufung verzögert

Richterin Masipa hatte eine Berufung bereits im Dezember zugelassen, die Verteidigung versuchte diese jedoch mit verfahrensrechtlichen Argumenten zu verhindern. Masipa sagte, sie könne dem Antrag der Verteidigung nicht stattgeben, da sie damit ihre eigene Entscheidung widerrufen würde.

Pistorius wurden als Kind beide Beine amputiert - mit Hilfe von Hightech-Prothesen sorgte er bei Paralympics und Weltmeisterschaften für Furore. Unter anderem hatte er an drei Paralympics zwischen 2004 und 2012 sechs Goldmedaillen gewonnen. (rub/bru/sda)

Erstellt: 13.03.2015, 10:04 Uhr

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