Rose McGowan greift Amazon-Chef Bezos an

Harvey Weinstein habe sie vergewaltigt und Amazon-Chef Jeff Bezos habe davon gewusst, sagt Schauspielerin Rose McGowan. Amazon reagiert – angeblich in einer anderen Angelegenheit.

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Der Skandal um sexuelle Belästigungen in Hollywood zieht immer weitere Kreise: US-Schauspielerin Rose McGowan hat Hollywood-Produzent Harvey Weinstein Vergewaltigung und Amazon-Chef Jeff Bezos Mitwissenschaft vorgeworfen. «Ich habe dem Leiter Ihres Studios gesagt, dass HW mich vergewaltigt hat. Immer und immer wieder habe ich es gesagt. Er sagte, dass sei nicht bewiesen. Ich sagte, ich sei der Beweis», schrieb McGowan am Donnerstag an Bezos gerichtet auf Twitter.

Amazon äusserte sich zu den Tweets der Schauspielerin zunächst nicht, gab jedoch kurz danach die Freistellung des Leiters der Amazon Studios, Roy Price, bekannt. Allerdings nicht wegen der Vorwürfe McGowans, sondern wegen Anschuldigungen einer Filmproduzentin.

Isa Hackett hatte Price in einem Bericht des «The Hollywood Reporter» sexuelle Belästigung vorgeworfen. Ein Anwalt Hacketts bestätigte den Bericht. Hackett erwäge jedoch keine rechtlichen Schritte gegen Price oder Amazon, schrieb Christopher Tricarico in einer E-Mail. Hackett hatte für Amazon die Serie «Man in the High Castle» produziert.

Weinstein soll 100'000 Dollar gezahlt haben

Die Filmstudios sollten aufhören, Vergewaltiger, mutmassliche Pädophile und sexuelle Belästiger zu unterstützen, schrieb McGowan an den Amazon-Chef. Sie war unter den ersten Schauspielerinnen, die über die Belästigungen durch Weinstein sprachen. Sie hatte mehrfach angedeutet, der 65-Jährige habe sie vergewaltigt, auf Twitter sprach sie diese Anschuldigung nun offen aus.

Eine Sprecherin Weinsteins erklärte, der Filmproduzent weise alle Vorwürfe des nicht einvernehmlichen Kontakts zurück. Die «New York Times» hatte zuvor in einem Enthüllungsbericht geschrieben, dass Weinstein der Schauspielerin 1997 aussergerichtlich 100'000 Dollar gezahlt habe, um das Vorgefallene zu vertuschen.

Amazon hatte in einer Stellungnahme erklärt, gemeinsame Projekte mit der Weinstein Company zu überdenken. Derzeit entwickelt Amazon zwei Formate der Weinstein Company: Die Serie «The Romanoffs» und ein Drama, in dem Julianne Moore und Robert De Niro mitspielen sollen. Die Autorengewerkschaft Writers Guild of America verurteilte sexuelle Belästigung als «Markenzeichnen» der Entertainment-Industrie. (chk/AP)

Erstellt: 13.10.2017, 04:18 Uhr

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