Sie ist bodenständig. Und schlagfertig. Und schnell

Die 33-jährige Viola Tami moderiert am Samstag zum ersten Mal «Die grössten Schweizer Talente» – und ist selber eins.

Die grosse Hoffnung für das Schweizer Fernsehen: Viola Tami. Foto: PD

Die grosse Hoffnung für das Schweizer Fernsehen: Viola Tami. Foto: PD

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Die Castingmanie kennt kein Ende. Am Samstagabend werden wieder Träume bedient und Fanclubs installiert (Chris von Rohr). Das Schweizer Fernsehen inszeniert zum dritten Mal «Die grössten Schweizer Talente», kurz DGST, ein aus Deutschland eingekauftes Unterhaltungsformat. Da fragt man sich beziehungsweise Fernsehdirektor Rudolf Matter: Wo bleibt eigentlich die eigene Innovation, die selbst erdachte Idee für den Samstagabend?

Wenigstens sie ist ein Original: Viola Tami. Die 33-jährige gebürtige Tessinerin wird als Gastgeberin durch die Show führen. Ihr Vorgänger Sven Epiney sitzt in der Jury; ein richtiger Entscheid. Denn: Tami im Rampenlicht wird den Zuschauern gefallen. Sie garantiert Abwechslung und klare, freche Worte. Was für eine Alternative zu Epiney, dem geglätteten Seniorenliebling.

Wer ist Viola Tami? Aufgewachsen ist sie im Zürcher Universitätsviertel und in Schwamendingen. Der Vater Journalist, die Mutter Sozialarbeiterin. Sie fing das Gymi an, brach es ab. Startete eine KV-Lehre im Jean-Frey-Verlag, brach diese ebenfalls ab. Ohne Ausbildung und Abschluss gründete die damals 16-Jährige mit Freunden in den 90ern «Die Videogang», eine ambitionierte Jugendsendung. Tami stand das erste Mal vor der Kamera. Mit schwarzen Pudellöckchen, in Manchesterhosen und einem silbernen Hanfblatt um den Hals interviewte sie eine Schülerband im Proberaum und fand, wonach sie gesucht hatte: die Welt der Kameras, Mikrofone und Scheinwerfer.

Auch als Sängerin erfolgreich

Seither war sie überall tätig, sie hat viel Erfahrung beim Fernsehen, im Radio und auf der Bühne: Tele 24, Star TV (Christine Maier gilt als ihre Entdeckerin), Radio 105, danach Radio Energy, Sat 1 und jetzt bei SRF als Moderatorin einer Samstagabendshow. Acht Jahre spielte die Zürcherin unter anderem in der Fernsehserie «Lüthi und Blanc» die Rolle der Lotta Waser. Während zweier Staffeln von «The Voice of Switzerland» hat sie im Schweizer Fernsehen neben Epiney Präsenz markiert. Mehr noch: Tami reüssierte auch im Musikbusiness. Mit «High on Your Love» gelang ihr ein Ohrwurm.

Sie hat also viel geliefert, sonst würde sie nicht eine solche Moderation übernehmen können. Trotzdem steht sie in diesen Tagen im Stück «Alles uf Chrankeschii» auf der Bühne und ist für die Fernsehübertragung von «Art on Ice» tätig. Daneben moderiert sie auf Radio Energy.

Vorbild Günther Jauch

Was sie auszeichnet: Sie ist bodenständig, schlagfertig und gut gelaunt, ausserdem redet sie sehr schnell, und auch das kann nützen. Als Vorbilder nennt sie Christine Maier und Günther Jauch. Privat ist sie seit mehr als zehn Jahren mit SRF-Moderator Roman Kilchsperger liiert.

Viola Tami, das ist die grosse Hoffnung für das Schweizer Fernsehen. Keine andere Moderatorin, kein anderer Moderator kann so unbekümmert und spritzig vor Publikum auftreten. Weshalb man sich wünscht, Direktor Matter gäbe Viola Tami eine neue Show, statt mit ihr eine alte zu besetzen. Sie würde jede Kamera, jedes Mikrofon und jeden Franken wert sein.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.02.2015, 23:19 Uhr

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