Sie jagte den Golfer mit dem Golfschläger

Die Scheidung von Tiger Woods macht die 30-jährige Elin Nordegren schwerreich. Sie muss freilich schweigen.

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Elin Nordegren und der Golfschläger, den sie in der Hand hielt, als in der Nacht auf den 25. November 2009 die Polizei anrückte – diese Szene wird nun wohl für immer verschummert bleiben. Im Grundsatz freilich ist sie klar: Vor der Familienvilla in Isleworth, Florida, knallte Golfprofi Tiger Woods mit dem Auto in einen Baum. Und wenn er im Nachhinein auch eine kreative Erklärung servierte, so geht doch alle Welt simpel davon aus, dass er vor der zornigen Gattin floh, die ihm mit dem Golfschläger eins überbraten wollte.

Wie sich der Slapstick im Prominentenmilieu abspielte: Man hätte es einfach gern noch ein bisschen genauer gewusst. Doch eben, zu der Scheidung, die am Montag gerichtlich vollzogen wurde, gehört eine Schweigevereinbarung. Nordegren erhält laut US-Medienberichten 700 bis 800 Millionen Dollar. Im Gegenzug darf sie offenbar nichts über die Details ihrer Ehe verraten. Insbesondere nichts über das Vorkommnis mit dem Golfschläger und der zertrümmerten Autoheckscheibe. Es befeuerte die Boulevardmedien. Denn nach dem Unfall wurde schnell publik, dass Woods ein Sexmaniac war, der sich immer neue Frauen zuführte – vermutlich hatte Nordegren in besagter Nacht davon erfahren und war ausgerastet.

Eine «intensiv private Person»

Nordegren würde aber wohl auch ohne Abfindung schweigen. Wenn es eines gibt, womit die gebürtige Schwedin, heute 30, in sechs Jahren an der Seite von Tiger Woods auffiel, dann war es ihre Nichtauffälligkeit. Ihre Unzugänglichkeit. Ihre Reserviertheit. Ihre Zurückhaltung. Reiche Nachbarinnen, die ihr auflauerten, während sie mit dem Sport-Doppelkinderwagen joggte, blitzten ab, wenn sie sie für Wohltätigkeits-Events einspannen wollten. Redete sie mit Journalisten, so war das Resultat nichtssagend. Die Internetzeitschrift «The Daily Beast» nennt sie «die mysteriöse Mrs. Woods»; von einer «intensiv privaten Person» spricht die Zeitung «Orlando Sentinel».

Ja, Elin Nordegren hat Klasse. Sie bringt diese aus ihrem gediegenen Elternhaus in Stockholm mit. Die Mutter war einige Jahre Schwedens Ministerin für Migration und Asyl. Und der Vater ein Spitzenjournalist, der aus Washington berichtete. Die Tochter der beiden war in ihren frühen Erwachsenenjahren nicht auf der Suche nach einem prominenten und reichen Mann; sie modelte ein wenig, wollte aber eigentlich Kinderpsychiaterin werden. Tiger Woods musste ein Jahr um sie werben, bis sie ein Date zusagte. Und nachdem sie sich verlobt hatte, traf sie als Erstes mit jenem Fotografen eine Vereinbarung, der sie in Schweden als Model betreut hatte: Sie kaufte ihm die Rechte an ihren Bildern ab, sodass nichts Peinliches an die Öffentlichkeit geraten konnte.

SMS an Pornostar

Elin Nordegren nahm die Privatheit und den Schutz ihrer beiden Kinder sehr ernst. Umso mehr dürfte es sie getroffen haben, dass der Mediensturm sie erfasste, nachdem die Affären ihres Mannes bekannt wurden – samt Weiterungen wie jenen SMS, die Woods an Pornostar Joslyn James schrieb: «Ich nehme dich hart ran, will dich herumwerfen, dich schlagen», heisst es da.

Der schwedische Spitzengolfer Jesper Parnevik bedauert es inzwischen unendlich, dass er Elin Nordegren, die 2001 bei ihm und seiner Frau in Amerika als Nanny arbeitete, Tiger Woods vorstellte. «Wir hielten ihn für einen besseren Kerl, als er es offensichtlich war», sagt Parnevik heute. Und er fährt fort: «Hoffentlich nimmt sie das nächste Mal einen grösseren Schläger.»

Erstellt: 24.08.2010, 21:32 Uhr

Elin Nordegren. (Bild: Keystone )

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