Hintergrund

Smarte Queen

Um ihre Untertanen bei Laune zu halten, setzt die britische Queen voll auf Hightech. Von der Royal-Wedding-App bis zur Hochzeitsmusik bietet sie allerhand zum Download an.

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Die offizielle Royal-Wedding-App erzählt mit historischen Bildern die Geschichte von sieben königlichen Hochzeiten von Prinz Albert und Victoria (1840) bis zu Prinz Charles und seiner Camilla (2005). Damit erreicht nicht nur der Rummel um Prinz William und Kate Middleton einen neuen Höhepunkt, sondern auch die digitale Revolution, der sich die britische Monarchie in den vergangenen Jahren unterzog.

Royal-Alarm-App

Alle Stränge laufen auf der offiziellen Hochzeits-Homepage zusammen. Hier findet der Interessierte Nachrichten zum Stand der Vorbereitungen, Videos aus dem königlichen Youtube-Kanal, die neusten Tweets der Monarchen und einen Link zu Flickr, wo am 29. April die Fotos zur Hochzeit hochgeladen werden.

Weniger seriös, aber sehr unterhaltsam, sind viele inoffizielle Apps. Die Royal-Alarm-App zählt den Countdown bis zum freudigen Ereignis herunter. Die Weakest-Link-App bietet ein Windsor-Quiz. Eine weitere veröffentlicht exklusiv 100 Bilder aus dem Archiv des Royal-Fotografen Ian Jones.

Die Royal-Faszination besteht ja zu einem grossen Teil aus der Freude, in einer aussergewöhnlichen Familiengeschichte zu stöbern. Es ist die Lust, wie in einem dicken Familienalbum zu blättern und den Linien eines weitverzweigten Stammbaums zu folgen.

Dank des Smartphones kann dieser Passion heute überall gefrönt werden. Wer will, kann sein eigenes Royal-Archiv im Hosensack mit sich herumtragen. Die Zugänglichkeit all dieser Informationen und Bilder befriedigt ein grosses Bedürfnis der Royal-Fans. Zugleich entmystifiziert es die Windsors etwas. Früher wäre man nicht darum herumgekommen, sich einen teuren Bildband zu kaufen. Durch dieselben Fotos klickt man sich heute für einige Franken auf dem Handy.

Die Queen und ihr Blackberry

Die Windsors haben die Zeichen der Zeit gelesen. Die Garderobe von Queen Elizabeth mag angestaubt sein. Wenn es jedoch um Kommunikation geht, ist die 84-jährige Monarchin auf der Höhe. Medienberichten zufolge nennt sie ein Blackberry-Smartphone und einen iPod ihr Eigen. Ihr königliches Facebook-Profil gefällt über 325'000 Nutzern.

Vor kurzem veröffentlichte sie darauf ein umfangreiches Fotoalbum mit Bildern aus ihrer Jugend. Findet hier der Ausverkauf der Windsors statt? Nein, denn die Windsors geben sich auf ihren offiziellen Seiten kaum eine Blösse. Die Kommentare der Nutzer werden kleinlichst kontrolliert. Und auf das Niveau mancher B-Prominenter lassen sich die Windsors sowieso nicht runter. Verwackelte Twitter-Bildchen von Kates zukünftigem Baby-Bauch werden uns wohl nie erreichen.

Zudem waren schon früher die Kommunikationsanstrengungen des Buckingham Palace gross. Seit Elizabeth wurden alle königlichen Hochzeiten live am Fernsehen übertragen. Heute wie früher versucht die Königsfamilie dem britischen Volk etwas zu bieten. Schliesslich finanziert es den Anlass zu einem Teil mit. Nicht zuletzt gilt es den Fortbestand der Monarchie zu legitimieren.

Erstellt: 15.04.2011, 15:19 Uhr

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