Taylor Swift gewinnt gegen «Po-Grapscher»

Sieg für Taylor Swift: Die Geschworenen in Denver haben in einem Zivilprozess zugunsten des Popstars entschieden.

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US-Popsängerin Taylor Swift hat einen Prozess um einen sexuellen Übergriff vor vier Jahren gewonnen. Die Geschworenen in Denver sprachen ihr am Montag jenen symbolischen Dollar zu, den sie von einem früheren Radiomoderator und DJ eingefordert hatte. Die Jury entschied, dass David Mueller sie bei einem Treffen im Jahr 2013 gegen ihren Willen am Po anfasste. Nach dem Rechtsspruch kündigte der Musikstar Spenden für andere Opfer von sexueller Belästigung an.

Sie äusserte die Hoffnung, mit ihrer Klage auch anderen in ähnlichen Situationen geholfen zu haben. Deren Stimmen sollten ebenfalls gehört werden, sagte sie in einer Stellungnahme, und betonte, sie wisse, dass ihre Position privilegiert sei. Sie werde Geld an Organisationen spenden, die Opfern von sexuellen Übergriffen bei der juristischen Verteidigung helfen.

Nach dem Urteil umarmte Swift ihre weinende Mutter. Die Jury hatte nicht nur Swift selbst Recht zugesprochen, sondern auch entschieden, dass es rechtens gewesen war, dass Swifts Mutter und ein Mitarbeiter nach dem Vorfall die Vorgesetzten von Mueller kontaktiert hatten.

Muellers Klage verworfen

Vor vier Jahren hatten Swift, Mueller und dessen damalige Freundin gemeinsam für ein Foto posiert. Swift warf Mueller vor, ihr dabei ohne ihr Einverständnis lange an den nackten Hintern gefasst zu haben. Er hingegen sagte, dies sei eine fälschliche Anschuldigung wegen der er seinen Job verloren habe. Mueller forderte Schadenersatz in Millionenhöhe.

Doch schon vor den Schlussargumenten hatte der Richter Muellers Klage verworfen. In einer Erklärung hiess es, der Ex-Radiomoderator sei daran gescheitert, zu beweisen, dass Swift die Entlassung Muellers angestrebt habe.

«Seit vier Jahren habe ich versucht, meinen Namen ins Reine zu bringen. Das Zivilgericht war die einzige Möglichkeit, die ich hatte. Dies war der einzige Weg, wie ich gehört werden konnte», sagte Mueller nach seiner juristischen Niederlage.

«Ein sehr langes Hinfassen»

Von Beginn an hatte Swift die Situation als einen sehr deutlichen Fall von sexuellem Übergriff beschrieben. «Es war definitiv ein Hinfassen. Ein sehr langes Hinfassen», sagte sie vergangene Woche im Zeugenstand. Mueller sei damals an ihrer blanken Pobacke hängengeblieben, während sie von ihm weggerückt sei.

Swifts Mutter sagte unter Tränen aus, sie habe damals gewollt, dass die Sache privat gehalten werde. Gleichzeitig habe Mueller auch nicht davonkommen sollen. Ein Mitarbeiter der Popsängerin erklärte im Zeugenstand, in einer E-Mail an den Geschäftsführer des Radiosenders habe er darum gebeten, dass es eine angemessene Reaktion gebe – die Entlassung des Moderators sei aber nicht gefordert worden. (chk/AP)

Erstellt: 15.08.2017, 03:31 Uhr

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