Wer ist DSKs neue Nebendarstellerin?

Dominique Strauss-Kahn hat seine Neue auf dem roten Teppich in Cannes präsentiert: Die 43-jährige Französin Myriam L'Aouffir. Der Zeitpunkt ist perfekt gewählt, die Dame ebenso.

Im Zentrum des Interesses: Dominique Strauss-Kahn mit Myriam L'Aouffir an den Filmfestspielen in Cannes. (25. Mai 2013)

Im Zentrum des Interesses: Dominique Strauss-Kahn mit Myriam L'Aouffir an den Filmfestspielen in Cannes. (25. Mai 2013) Bild: Keystone

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Schon zum zweiten Mal hat es Dominique Strauss-Kahn geschafft, das Gesprächsthema Nummer 1 an den Filmfestspielen in Cannes zu sein. Im Mai 2011 – genau während der damaligen Filmfestspiele – war er wegen eines mutmasslichen Vergewaltigungsversuchs an einer Hotelangestellten in New York festgenommen worden. Und nun, exakt zwei Jahre später, reden erneut alle über ihn. Auch dieses Mal geht es um eine Frau. Am Samstagabend schritt DSK lächelnd über den roten Teppich in Cannes und hielt eine attraktive Blondine im Arm: Myriam L’Aouffir.

Die 43-Jährige soll die Neue an Strauss-Kahns Seite sein. Der Auftritt in Cannes war offenbar perfekt geplant. Die beiden flanierten kurz nach Alain Delon über den roten Teppich; die wichtigsten Fotografen waren also allesamt zur Stelle. Auch liessen sich die beiden ausgiebig fotografieren: sie im tief ausgeschnittenen schwarzen Abendkleid, er mit Anzug und Fliege. So, als ob sie das Gesprächsthema von 2011 vergessen machen wollten. Offiziell ging es um Jim Jarmuschs Premiere von «Only Lovers Left Alive», was übersetzt etwa so viel heisst wie «Die einzigen Liebenden, die noch am Leben sind». Wie passend.

Schadenersatzklage wegen Paar-Fotos

Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass die beiden gemeinsam abgelichtet wurden. Schon seit Monaten wird gemunkelt, dass Strauss-Kahn und L'Aouffir ein Paar sind. Auslöser waren Fotos, die das französische Klatschmagazin VSD im September des vergangenen Jahres veröffentlicht hatte. «DSK, er vergisst Anne mit einer anderen» titelte das Magazin und zeigte das vermeintliche Paar in einer vertrauten Situation in Korsika. Wenige Tage zuvor hatte DSKs Ex-Frau Anne Sinclair in «Le Parisien» deutlich gemacht, dass sie und ihr untreuer Gatte getrennte Wege gehen. Zu diesem Zeitpunkt sollen Strauss-Kahn und L'Aouffir schon rund drei Monate ein Paar gewesen sein.

Damals wurde die Beziehung jedoch dementiert. Myriam L'Aouffir sei bloss eine Freundin seines Parteikollegen François Pupponi. Das sei alles. Gleichzeitig zogen die beiden vor Gericht mit der Folge, dass VSD 8000 Euro Schadenersatz an Strauss-Kahn überweisen musste und 15'000 Euro an L'Aouffir. Auch das Magazin «Closer» musste wegen Veröffentlichung der Korsika-Fotos Schadenersatz zahlen: 5000 Euro an ihn, 10'000 an sie.

Um das Geld dürfte es Strauss-Kahn jedoch nicht gegangen sein. Zur selben Zeit hatte seine Ex-Geliebte Marcela Iacub ihr Buch «Belle et Bête» promoten wollen. Die Autorin hatte nach der Zimmermädchenaffäre eigentlich den Charakter von DSK ergründen wollen. Dann sei sie jedoch leider selber diesem Kerl verfallen und habe sich verliebt in dieses «reiche, berühmte, menschliche Schwein», wie sie in ihrem Buch schreibt. Wegen der Schadenersatzklage ging «Belle et Bête» beinahe unter, was DSK bestimmt nicht ungelegen kam. Der Zeitpunkt war ideal.

Führende Position beim französischen Fernsehen

Bei Myriam L'Aouffir stimmt nicht nur der Moment, es stimmt auch die Person. Sie ist nicht einfach eine unbekannte Schöne. Die 43-jährige Französin, die genau wie Strauss-Kahn marokkanische Wurzeln hat, hat eine leitende Funktion beim französischen Fernsehen: Sie ist seit 2010 die Verantwortliche für die Online-Kommunikation und Social Media Marketing. Bereits in den 1980er-Jahren war sie für als Kommunikationsbeauftragte für France 2 tätig.

Optisch mag die junge Blondine wenig mit DSKs Ex-Partnerin Anne Sinclair verbinden, beruflich dagegen viel. Die 65-jährige Sinclair ist eine bekannte Journalistin und war schon eine TV-Ikone, als sie und Strauss-Kahn sich vor über 20 Jahren ineinander verliebt hatten. Sie soll ihm dank ihrem grossen Beziehungsnetz in Paris manche Tür geöffnet haben. «Ich bin mit ihr neu auf die Welt gekommen», hat der Politiker gemäss FAZ einst gesagt.

Beziehung aus Imagegründen?

Auch Myriam L'Aouffir könnte ihm behilflich sein, vorerst wohl vor allem aus Imagegründen. Das Image des 63-Jährigen ist nach wie vor stark angeschlagen. Zum Vorwurf der versuchten Vergewaltigung der Hotelangestellten gesellten sich weitere Vorwürfe. Unter anderem soll er bei gesponserten Sex-Partys an bandenmässiger Zuhälterei beteiligt gewesen sein. Gegen Kaution wurde er freigelassen. Die 20 Jahre jüngere Kommunikationsexpertin ist durch ihre wohltätigen Projekte bekannt. Sie engagiert sich seit Jahren stark für ihre marokkanische Heimat. 2004 gründete sie den Verein Juste pour Eux. Dieser war ursprünglich für die Erdbebenopfer in al-Hoceima gedacht. Inzwischen setzt sich der Verein, der vom bekannten Komiker und Schauspieler Gad Elmaleh unterstützt wird, hauptsächlich für die Schulbildung in ländlichen Gebieten ein. Auch war Myriam L'Aouffir Kommunikationsberaterin der NGO Aides, die sich gegen Aids einsetzt.

Studiert hat die Mutter zweier Kinder neue französische Literatur an der Universität von Montpellier, von ihrem Mann lebt sie getrennt. Sie soll eine grosse Kinoliebhaberin sein. Dass sie auf dem roten Teppich in Cannes erschien, war also nicht abwegig. Was sie an der Seite von Dominique Strauss-Kahn will, ist für viele jedoch nicht nachvollziehbar, was sich beispielsweise auch in den Kommentarspalten zu einem Videobeitrag über sie auf Youtube zeigt. «Es brauche wirklich viel, um sich auf solch einen Perversling einzulassen», steht da unter anderem geschrieben.

Tatsächlich gibt es wenig plausible Gründe für sie. Sie braucht ihn nicht, um Karriere zu machen, sie hat bereits eine. Im Gegenteil: Mit seinem schlechten Image kann er ihr als Person eigentlich nur schaden. Es scheint sie nicht zu kümmern. Fröhlich twitterte sie nach ihrem Roten-Teppich-Auftritt, sie sei glücklich, dass die Journalisten nicht den Apostroph in ihrem Nachnamen vergessen hätten. Kein Wort zum Mann an ihrer Seite. Entweder ist es tatsächlich Liebe. Oder es ist einfach nur ein geschicktes Kommunikationsprojekt, auf das sie sich eingelassen hat, aus welchen Gründen auch immer. Dass Strauss-Kahn Frauen beeinflussen kann, sei es mit Macht, Charme oder Geld, ist ja zur Genüge bekannt.

Erstellt: 27.05.2013, 15:39 Uhr

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Das Klatschmagazin VSD publizierte die ersten gemeinsamen Fotos des Paares und musste dafür Schadenersatz von mehreren Tausend Euro zahlen.

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