Wird ein Tampon Kachelmann zum Verhängnis?

Letzte Woche hiess es noch, Jörg Kachelmann könnte bald frei kommen, jetzt berichtet das Nachrichtenmagazin «Focus», es gebe in dem Fall neue Spuren – zulasten des Schweizer Wetterexperten.

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Flehend habe sie versucht, Kachelmann klarzumachen, dass sie ihre Tage habe und er sie in Ruhe lassen solle. Dies gab das mutmassliche Vergewaltigungsopfer Jörg Kachelmanns zu Protokoll. Sabine W., die langjährige Lebensgefährtin des Wetterexperten, sagte ausserdem aus, dass sich Kachelmann an diesem Umstand keineswegs gestört und ihre Bitten einfach übergangen habe. Lachend habe er den Tampon herausgezogen und sei in sie eingedrungen.

Kachelmann selbst stritt erst ab, dass Sabine W. in der besagten Nacht einen Tampon getragen hätte. Später hat er sich jedoch laut «Focus» selbst korrigiert und gab an, es nicht mehr genau zu wissen.

Pikante Ergebnisse bei Untersuchung

Der benutzte Tampon konnte nun offenbar in der Wohnung der Frau sichergestellt werden. Eine Untersuchung förderte sogleich pikante Ergebnisse zu Tage: Am Faden des Tampons wurden sowohl die DNA von Kachelmann als auch jene seiner Ex-Lebensgefährtin festgestellt. Ausserdem fanden Kriminaltechniker an einem Handtuch Sperma von Kachelmann und Blut von Sabine W.

Der Wetterexperte, der inzwischen bereits seit drei Monaten in Mannheim in Untersuchungshaft sitzt, bestreitet weiterhin alle Vorwürfe. Er besteht nach wie vor darauf, dass der Geschlechtsverkehr mit seiner damaligen Freundin einvernehmlich stattgefunden hat.

Das Blatt hat sich erneut gewendet

Erst letzte Woche wurden noch von verschiedenen Seiten Stimmen laut, dass Kachelmann demnächst wohl freikomme. Es fehle an genügend Beweismaterial. Ausserdem äusserte sich eine Psychologin zu dem Verfahren, welche in ihrem Gutachten die Glaubwürdigkeit des mutmasslichen Opfers stark bezweifelte. Das Landgericht Mannheim teilte danach mit, es werde noch diese Woche über den Antrag von Kachelmanns Anwalt entscheiden, den Haftbefehl aufzuheben.

Nach den Unschuldsvermutungen von letzter Woche hat sich das Blatt für den Schweizer Wetterexperten wieder gewendet. Ob ihm die neuen Indizien tatsächlich zum Verhängnis werden, wird sich zeigen. Spätestens am 6. September muss das Landsgericht entscheiden, ob es zu einem Hauptverfahren gegen den 51-jährigen kommt oder nicht. Im Fall einer Verurteilung droht Kachelmann eine Haftstrafe von fünf bis 15 Jahren.

Erstellt: 14.06.2010, 14:05 Uhr

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