Woher kommt das Geld? Und wer schützt Meghan und Harry?

Was der Rückzug des Prinzen und der Prinzessin wirklich bedeutet. Fünf Fragen und Antworten zum Erdbeben im Buckingham-Palast.

Harry und Meghan wollen künftig keine royalen Verpflichtungen mehr wahrnehmen. Foto: Max Mumby (Getty Images)

Harry und Meghan wollen künftig keine royalen Verpflichtungen mehr wahrnehmen. Foto: Max Mumby (Getty Images)

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Ein Enkel der Queen, Prinz Harry, und seine Ehefrau Herzogin Meghan wollen keine royalen Verpflichtungen mehr wahrnehmen. Die beiden streben finanzielle Unabhängigkeit an und wollen künftig einen Teil ihrer Zeit in Nordamerika verbringen.

Wie sollen Prinz Harry und Herzogin Meghan fortan Geld verdienen?

Das royale Ehepaar will «finanziell unabhängig» werden. Das bedeutet, dass sie kein Geld mehr aus dem sogenannten Sovereign Grant erhalten. Dieser wird von Steuergeldern befüllt. Wie sie ihr Ziel erreichen wollen, haben Harry und Meghan nicht erläutert.

Indem sie ihre königlichen Titel behalten und durch ihre Bekanntheit in Grossbritannien sowie in Nordamerika werden ihnen vermutlich viele lukrative Engagements angeboten. Wie in den britischen Medien spekuliert wird, können die besten Redner der Welt bis zu einer halben Million Dollar für eine einzelne Rede bei einer Gala oder anderen Anlässen verlangen.

Medienberichten zufolge hat das Ehepaar in den letzten Wochen auch seine königliche Marke «Sussex Royal» schützen lassen. Zudem reichten sie Markenanmeldungen für Lehrbücher, Schuhe, Kopfbedeckungen, Mäntel, Jacken und sogar Pyjamas ein. Einzelne Medien vergleichen das Herzogenpaar bereits mit Barack und Michelle Obama. Der ehemalige US-Präsident und seine Frau haben sich seit Ende seiner Amtszeit mit Buchverträgen, einem Deal mit dem Streamingdienst Netflix oder öffentlichen Auftritten ein Vermögen erarbeitet.

Vor ihrer Heirat mit Prinz Harry arbeitete die Herzogin als Schauspielerin. Rund 37’000 Pfund soll sie pro Folge in der US-amerikanischen Dramaserie «Suits» verdient haben. Ihr Jahresgehalt wurde damals auf 333’000 Pfund geschätzt. Zudem soll ihr der Lifestyle-Blog «The Tig» 61’000 Pfund pro Jahr eingebracht haben. Mit Auftritten in weiteren Filmen und Werbeverträgen hat sich die Herzogin angeblich ein Vermögen von rund 4 Millionen Pfund angespart.

Die Herzogin spielte in der Serie «Suits» die Anwaltsgehilfin Rachel Zane. Foto: Ian Watson/Getty Images

Harrys Vermögen stammt laut britischen Medienberichten aus dem Erbe von seiner Mutter, Prinzessin Diana. Sie soll ihm 20 Millionen Pfund hinterlassen haben. Von seiner Urgrossmutter, der Mutter von Queen Elizabeth II, hat er rund 7 Millionen Pfund geerbt. Das Geld befindet sich in einem Treuhandfonds.

Laut eigenen Angaben kommt seit der Heirat des Herzogs und der Herzogin von Sussex Prinz Charles für 95 Prozent ihrer offiziellen Bürokosten auf. «Die restlichen 5 Prozent fliessen aus dem Sovereign Grant.» Prinz Charles zahlt den Betrag vom Einkommen aus seinem Herzogtum. Auch Prinz William und Herzogin Kate erhalten Geld vom Thronfolger. Die Übernahme der Kosten durch Prinz Charles führte die Queen ein, als Prinz Harry und sein Bruder William ihre Büros im Dienst der Krone eröffneten. Ob diese finanzielle Vereinbarung für Harry und Meghan auch in Zukunft noch gilt, ist unklar.

Durch den Rückzug von ihren königlichen Pflichten könnten die Kosten für Harry und Meghan künftig steigen. Sie beschäftigen eine Privatsekretärin, die Medienberichten zufolge bis zu 146'000 Pfund verdient. Auch das Kindermädchen für ihren Sohn Archie dürfte ein sechsstelliges Gehalt erhalten. Londoner «Supernannies», die für die reichsten Familien arbeiten und rund um die Uhr zur Verfügung stehen, verdienen durchschnittlich 104'000 Pfund im Jahr. Im Frogmore Cottage in Windsor gibt es zudem eine Haushälterin, zwei persönliche Assistenten und zwei Pflegerinnen, die schätzungsweise zwischen 20'000 und 30'000 Pfund pro Jahr verdienen.

Wo werden sie wohnen?

Nach eigenen Angaben möchte das Paar weiterhin im Frogmore Cottage in Windsor leben. Das Anwesen war ein Hochzeitsgeschenk der Queen. Der Prinz und die Herzogin liessen das Haus nach ihrer Hochzeit für 2,4 Millionen Pfund renovieren. Das Geld dafür stammte aus dem Sovereign Grant.

Das Frogmore Cottage befindet sich auf dem Gelände des Schlosses Windsor. (10. April 2019) Foto: Getty Images

Britische Boulevardzeitungen spekulieren jedoch bereits über einen Umzug des Paars nach Nordamerika. Harry und Meghan verbrachten Ende 2019 in Kanada eine sechswöchige Auszeit mit ihrem Sohn Archie. Die Herzogin stammt ursprünglich aus den USA und lebte vor ihrer Hochzeit einige Jahre in Kanada.

Wer sorgt für die Sicherheit des Paars?

Prinz Harry und Herzogin Meghan werden wohl auch künftig Sicherheitspersonal beschäftigen. «Das Interesse der Medien an dem Paar wird sich in Zukunft nicht schmälern – im Gegenteil. Denn das, was sie vorhaben, ist beispiellos», sagt die Royal-Historikerin Kate Williams zu BBC.

Als Mitglieder der königlichen Familie werden Harry und Meghan immer von Sicherheitsleuten begleitet. (Symbolbild) Foto: Reuters

Dickie Arbiter, ehemaliger Pressesprecher der Queen, bestätigt diese Aussage. «Es ist ein logistischer Albtraum», sagte er zu «BBC Newsnight». «Wer bietet die Sicherheit? Ist es Scotland Yard? Sind es die Kanadier, die darum gebeten werden? Wer wird dafür bezahlen?»

Eigenen Angaben zufolge sieht die geplante neue Regelung jedoch weiterhin vor, dass die Sicherheit des Paars in Grossbritannien vom Steuerzahler bezahlt wird. Harrys und Meghans Status als «international geschützte Personen» schreibt die Bereitstellung bewaffneter Sicherheit durch die Stadtpolizei vor. Wer für ihre Sicherheit in Nordamerika aufkommen wird, ist noch nicht klar.

Von welchen «royalen Pflichten» wollen sie zurücktreten?

Als Mitglieder der britischen Königsfamilie unterstützen Prinz Harry und Herzogin Meghan die Queen als Repräsentanten des Vereinigten Königreichs. Sie fördern gemeinnützige Organisationen und versuchen durch ihr Engagement, besondere Aufmerksamkeit für ihre Anliegen zu generieren. Sie nehmen bei der Eröffnung neuer Gebäude, bei Feiern oder etwa Gedenkveranstaltungen teil.

Insgesamt deckt die königliche Familie mehr als 2000 solcher repräsentativen Termine pro Jahr ab. Zusätzlich betätigen sich Harry und Meghan in Gemeinschaftsarbeit. So hat die Herzogin ein Kochbuch mit Mitgliedern der Hubb-Gemeinschaftsküche für die Überlebenden Familien des Grenfell Tower veröffentlicht.

Die Herzogin besuchte die Hubb-Gemeinschaftsküche mehrmals. (21. November 2018) Foto: Reuters

Eigenen Angaben zufolge möchte das Paar ihre gemeinnützige Arbeit und ihre Schirmherrschaften fortführen. Welche Aufgaben der Prinz und die Herzogin im Dienst der Krone künftig noch übernehmen werden, ist unklar.

Wer gilt künftig noch als «Senior»-Mitglied der königlichen Familie?

Die Bezeichnung als «Senior Royal» wurde durch das britische Königshaus nie eindeutig definiert. Sie wird jedoch normalerweise verwendet, um sich auf die erwachsenen Verwandten des regierenden Monarchen zu beziehen und deren Ehepartner, die hoch oben in der Thronfolge stehen. Sie arbeiten Vollzeit im Dienst der Krone und übernehmen regelmässig königliche Aufgaben. Mit der Ankündigung von Prinz Harry und Herzogin Meghan, sowie dem Rücktritt von Prinz Andrew im letzten Jahr, gelten künftig noch die Queen, Prinz Philip, Prinz Charles und Camilla sowie Prinz William und Herzogin Catherine als «Senior Royal».

Erstellt: 09.01.2020, 18:00 Uhr

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