Zum Hauptinhalt springen

Bewegende Trauerfeier für Clown Dimitri in Locarno

Er brachte bis zu seinem Tod die Leute zum Lachen. Am Samstag verabschiedete sich nun die Welt von Clown Dimitri.

mch
Ein unverkennbares Lachen: Tochter Masha Dimitri spricht an der Abdankungsfeier ihres Vaters. (23. Juli 2016)
Ein unverkennbares Lachen: Tochter Masha Dimitri spricht an der Abdankungsfeier ihres Vaters. (23. Juli 2016)
Ti-Press/Pablo Gianinazzi, Keystone
Unter dem Applaus der Trauergäste wurde der Sarg schliesslich durch das Mittelschiff auf den Vorplatz getragen, ...
Unter dem Applaus der Trauergäste wurde der Sarg schliesslich durch das Mittelschiff auf den Vorplatz getragen, ...
Ti-Press/Pablo Gianinazzi, Keystone
1 / 4

Am Wochenende haben in Locarno Familie, Freunde und die Bevölkerung Abschied vom verstorbenen Clown Dimitri genommen. An der bewegenden Trauerfeier würdigten Dimitris Kinder und Weggefährten den grossen Künstler.

Die Abdankung fand am Samstagnachmittag in der katholischen Stadtkirche St. Antonio statt. «Dimitri spielte mit seiner Kunst auf den sensibelsten Saiten unseres menschlichen Seins», sagte Bischof Pier Giacomo Grampa, der durch die Trauerfeier leitete. Da ein Clown nie in Pension gehe, «wird er nun die Engel zum Lachen bringen».

Besonders ergreifend waren die von Dimitris Tochter Nina vorgetragenen Lieder sowie Ansprachen von Tochter Masha und Sohn David, der dafür dankte, dass er noch bis zuletzt mit seinem Vater intensiv zusammen arbeiten durfte. «Kannst du bitte schon mal alles vorbereiten, damit wir irgendwann dort oben auch eine Familienshow machen können», sagte David, der bekannte Seiltänzer.

Hohler: «Er bewohnte das Gästezimmer in unserem Herzen»

Weggefährten dankten Dimitri für das, was er in seiner Karriere erreicht hat, und dass er zugleich bescheiden und menschlich geblieben sei. «Mit der Gründung der Dimitri Theater-Schule hast du zudem eine Utopie verwirklicht», sagt Oliviero Giovannoni, Dimitris «Hofkomponist», wie er sich selbst bezeichnete. Er zitierte einen Spruch des bekannten Trompeters Franco Ambrosetti: «Für mich war Dimitri einer der grössten Poeten, ohne Worte zu benutzen.»

Kabarettist Franz Hohler sagte, man könne einfach nicht glauben, dass Dimitri tot sei: «Er ist doch der Clown, der in unserem Herzen ein Gästezimmer bewohnte.» Nun müsse man rasch schauen, dass dieses Gästezimmer nicht leer bleibe.

«Der Clown ist tot, es lebe der Clown»

Mit Orgelklängen und unter dem Applaus der Trauergäste – unter ihnen auch Alt-Bundesrat Flavio Cotti – wurde der Sarg schliesslich durch das Mittelschiff auf den Vorplatz getragen. Schülerinnen und Schüler der Dimitri-Schule feierten hier nochmals ein buntes Fest. «Der Clown ist tot, es lebe der Clown», riefen sie. Es folgte ein letzter, nicht enden wollender Applaus.

Danach wurde der Sarg zur Einäscherung ins Kremationszentrum von Riazzino gebracht. Die Urne wird im engsten Familienkreis im Garten des Wohnhauses im Centovalli unter einer von Dimitri selbst gefertigten Skulptur beigesetzt.

Brachte bis zum Tod die Leute zum Lachen

Dimitri, mit bürgerlichem Namen Jakob Dimitri, war am Dienstagabend nach kurzem Unwohlsein zu Hause im Alter von 80 Jahren gestorben. Bis zuletzt stand er auf der Bühne und hatte sich noch an dem Freilichtspiel «Träume eines anderen Lebens» auf dem Monte Verità von Ascona beteiligt.

Sowohl im Teatro Dimitri als auch auf dem Monte Verità werden die Aufführungen trotz dem Tod von Dimitri fortgesetzt. «Um Dimitri zu ehren, hat das Ensemble beschlossen, ganz in seinem Sinne weiterzuspielen», heisst es auf der Homepage des Theaters Monte Verità. Auch seine Familie hatte dies ausdrücklich gewünscht.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch