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Blutige Spritzen in Anna Nicole Smiths Badezimmer

Ein Prozess untersucht die Hintergründe von US-Model Anna Nicole Smiths Drogentod. Zwei ehemalige Kindermädchen beschuldigten nun vor Gericht ihren Anwalt und ihre Psychiaterin.

«Sie war wie betrunken», beschreibt Kindermädchen Quethlie Alexie den Zustand von US-Star Anna Nicole Smith.
«Sie war wie betrunken», beschreibt Kindermädchen Quethlie Alexie den Zustand von US-Star Anna Nicole Smith.
Keystone

Das 2007 verstorbene Ex-Playmate Anna Nicole Smith hat nach Angaben eines Kindermädchens zeitweise bis zu 18 verschiedene Medikamente bekommen. Sie habe die Mittel aufgelistet, die Smith erhalten habe, sagte Nadine Alexie am Dienstag vor Gericht in Los Angeles. Darunter waren demnach mehrere Beruhigungsmittel und Opiate. Eine zweite Nanny sagte aus, sie habe in Smiths Badezimmer blutige Spritzen gefunden. Nadine Alexie erklärte, sie habe sich Smiths Medikamente notiert, weil sie damals eine Ausbildung als Pharmazie-Ingenieurin gemacht habe.

Zu schwach um ihr Baby zu halten

Während der Lebensgefährte des Models und eine Psychiaterin Smith als krank bezeichnet hätten, sei es dem früheren Model manchmal ohne den Einfluss von Medikamenten offenbar gut gegangen. Smith habe sich unterhalten und gelacht, sagte Nadine Alexie. Von ihrem Freund Howard K. Stern sei Smith regelmässig gedrängt worden, von der Psychiaterin Khristine Eroshevich mitgebrachte Tabletten zu nehmen, erklärte das Kindermädchen weiter. Anschliessend habe sie «betrunken und schläfrig» gewirkt und nur noch undeutlich sprechen können. Mitunter sei sie zu schwach gewesen, um ihr Baby zu halten.

Das zweite Kindermädchen, Nadine Alexies Schwägerin Quethlie Alexie, sagte aus, neben blutigen Spritzen habe sie Baumwollpads, Asche und manchmal einen verrussten Löffel mit einer Flüssigkeit im Badezimmer entdeckt. Das frühere Playmate sei völlig verändert gewesen, nachdem es von Stern und Eroshevich ins Bad gebracht worden sei, erklärte die Nanny. «Sie war wie betrunken», habe nicht laufen und nicht mehr richtig sprechen können und gelacht. Was im Badezimmer vor sich gegangen sei, habe sie nicht mitbekommen, weil die Tür geschlossen gewesen sei, erklärte Quethlie Alexie. Stern habe zuvor zu seiner Lebensgefährtin gesagt: «Baby, komm, wir nehmen unsere Medizin.» Das Kindermädchen hatte sich vor Smiths Tod um deren kleine Tochter gekümmert.

Grosse Mengen verschreibungspflichtige Medikamente

Vor Eroshevichs Eintreffen habe Smith nicht schlafen können, sagte Alexie weiter. Anschliessend habe sie den ganzen Tag geschlafen. «Mitten im Sprechen ist sie eingeschlafen.» Stern, Eroshevich und der Arzt Sandeep Kapoor sollen Smith laut Staatsanwaltschaft grosse Mengen verschreibungspflichtige Medikamente verabreicht haben. Dabei hätten sie gewusst, dass das frühere «Playboy»-Model von Schmerztabletten abhängig war. Im Fall einer Verurteilung drohen den drei Angeklagten Haftstrafen von mehr als fünf Jahren. Smith starb im Februar 2007 im Alter von 39 Jahren an einer Überdosis Medikamente.

dapd/jos

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