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Botox-Kampagne gegen Stauber ging zu weit

Unter dem Titel «die Botox-Moderatorin vom Schweizer Fernsehens» startete ein Tierverein eine Kampagne gegen die Tagesschau-Sprecherin Katja Stauber. Der Urheber blitzte nun vor Bundesgericht ab.

Eine Liebhaberin von Foie Gras und Hummer? Tagesschau-Moderatorin Katja Stauber. (Archivbild)
Eine Liebhaberin von Foie Gras und Hummer? Tagesschau-Moderatorin Katja Stauber. (Archivbild)
Keystone

Das Bundesgericht hat bestätigt, dass VgT- Präsident Erwin Kessler mit seiner Botox-Hetzkampagne gegen «Tagesschau»-Sprecherin Katja Stauber ihre Persönlichkeit verletzt hat. Laut Gericht kann Kessler seine Ausfälligkeiten nicht mit dem Tierschutz rechtfertigen.

In der «Tagesschau» vom Silvesterabend 2007 erschien ein von Katja Stauber gezeichneter und moderierter Beitrag zum Jahreswechsel. Unter anderem war eine Sequenz über Foie Gras und Hummer in St. Moritz zu sehen. Erwin Kessler veröffentlichte daraufhin auf der Homepage seines Vereins gegen Tierfabriken (VgT) mehrere Artikel.

Unvorteilhafte Standbilder

Stauber wurde als «Repräsentantin einer degenerierten Gesellschaft» bezeichnet und mit dem Gebrauch des Mittels Botox in Verbindung gebracht, das auf Tierquälerei beruhe. Die Serie gipfelte in der Frage «Wie hässlich ist die Botox-Moderatorin Stauber wirklich» und der Veröffentlichung unvorteilhafter Standbilder von ihr.

Die Zürcher Justiz kam auf Staubers Klage hin zum Schluss, dass Kesslers Publikationen in ihrer Gesamtheit einen unnötig verletzenden und beleidigenden Angriff auf die Moderatorin darstellen würden, der ihre Persönlichkeit verletze.

Kessler wurde unter Androhung einer Busse verpflichtet, die Texte zu entfernen. Zudem wurde ihm verboten, Ähnliches erneut zu veröffentlichen. Das Bundesgericht hat Kesslers dagegen erhobene Beschwerde nun abgewiesen. Laut den Richtern in Lausanne haben ihre Zürcher Kollegen ihren Entscheid ausreichend begründet.

Nichts mit Tierschutz zu tun

Die Aussagen Kesslers würden Stauber als Fernsehmoderatorin schwer in ihrer beruflichen Ehre und sozialen Geltung treffen, sie in der Öffentlichkeit schlechterdings verächtlich machen und sie im Ansehen ihrer Mitmenschen empfindlich herabsetzen.

Kessler könne seine Äusserungen auch nicht mit den Interessen des Tierschutzes rechtfertigen. Das öffentliche Interesse an einer Diskussion über Tierschutz sei zwar ohne weiteres anzuerkennen, vermöge aber die in eine Hetzkampagne ausgeartete Kritik an der Arbeit und der Person von Stauber nicht zu rechtfertigen.

Kesslers Ausfälligkeiten hätten nichts mit der angeblich beabsichtigten sachlichen Diskussion über Tierschutz zu tun. Offen gelassen werden durfte schliesslich die Frage, ob die Vorwürfe der Botox-Verwendung und Staubers angeblich wohlwollende Gutheissung des Verzehrs von Foie Gras und Hummer der Wahrheit entsprechen. (Urteil 5A_888/2011 vom 20.6.2012)

SDA/mrs

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