Unternehmen wenden sich von Prinz Andrew ab

Mehrere Wirtschaftspartner streichen ihre finanzielle Unterstützung für den Royal. Britische Studenten fordern den Rücktritt des Prinzen.

Prinz Andrew steht nach seinem Interview mit BBC in der Kritik. (2. Oktober 2019) Foto: Richard Wainwrght/Keystone

Prinz Andrew steht nach seinem Interview mit BBC in der Kritik. (2. Oktober 2019) Foto: Richard Wainwrght/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nach dem umstrittenen Fernsehinterview von Prinz Andrew zu den gegen ihn erhobenen Missbrauchsvorwürfen gehen eine britische Universität und mehrere Unternehmen auf Distanz zu dem Mitglied des britischen Königshauses.

Bei der nächsten Sitzung des Verwaltungsrats in der kommenden Woche werde Prinz Andrews Position als Schirmherr der London Metropolitan University auf den Prüfstand gestellt, sagte ein Sprecher der Universität am Dienstag.

Die Hochschule distanziere sich «von jeglicher Form der Diskriminierung, des Missbrauchs, des Menschenhandels und von jeder Handlung, die gegen ihre Werte verstösst», betonte der Sprecher. Die Studenten der Huddersfield University in Nordengland forderten derweil einen Rücktritt von Prinz Andrew als Schirmherr. Er sei wegen der Missbrauchsvorwürfe als Repräsentant der Uni «absolut unpassend».

Mehrere Unternehmen kündigten zudem am Dienstag, ihre finanzielle Unterstützung für einen von Prinz Andrew gegründeten Verband zur Wirtschaftsförderung einzustellen. Die Bank Standard Chartered nannte «kommerzielle Gründe» für die Entscheidung. Der Versicherungsriese AON forderte laut einem Bericht der «Financial Times», dass sein Logo von der Website von Andrews Verband entfernt wird.

Kein Wort des Mitgefühls

In einem Fernsehinterview hatte Prinz Andrew Missbrauchsvorwürfe einer Frau im Zusammenhang mit dem Skandal um den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zurückgewiesen. Zahlreiche Medien und Beobachter hatten anschliessend kritisiert, dass der Royal dabei kein Wort des Mitgefühls mit Epsteins Opfer verloren hatte.

Ein Foto soll Prinz Andrew mit der damals minderjährigen Amerikanerin Virginia Guiffre zeigen. Sie behauptet, sie hätten danach Sex gehabt. (Video: BBC)

Der US-Multimillionär Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Er hatte gute Kontakte zu zahlreichen Politikern und Prominenten.

Die Zeugin Virginia Giuffre hatte ausgesagt, von Epstein zum Sex mit dessen wohlhabenden Freunden gezwungen worden zu sein, darunter auch mit Prinz Andrew. Dies wies der Prinz in dem Fernsehinterview kategorisch zurück. Epstein hatte im August in seiner New Yorker Gefängniszelle Suizid begangen. (sda)

Erstellt: 19.11.2019, 21:06 Uhr

Artikel zum Thema

«Katastrophal»: Scharfe Kritik an Prinz Andrew

Das Interview des Prinzen zum Fall Epstein hat heftige Reaktionen ausgelöst. Opfer-Anwälte stellen nun eine Forderung. Mehr...

Der Party-Prinz, der nicht schwitzt

Porträt Prinz Andrew, zweitältester Sohn der Queen, bestreitet im TV-Interview, eine Minderjährige missbraucht zu haben. Mehr...

Jetzt wird selbst die Queen angezweifelt

Die Vorwürfe gegen Prinz Andrew, Harry und Meghans «Kriegserklärung» – nun wird die Fähigkeit der Queen infrage gestellt, die «Firma» zu führen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Kommentare

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sie wollen täglich die besten Beiträge aus der Redaktion?
Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter «Der Morgen».

Die Welt in Bildern

Gespenstische Stimmung: Ein Vogel fliegt während des letzten Vollmondes des Jahres über den Statuen der Katholischen Hofkirche in Dresden. (12. Dezember 2019)
(Bild: Filip Singer) Mehr...