Circus Beat Breu: Der letzte Vorhang ist gefallen

Nach Problemen mit seinem deutschen Geschäftspartner bläst die Schweizer Radsportlegende alle Vorstellungen ab.

Damals noch guten Mutes: Beat Breu vor der Premiere in Winterthur. Foto: Manuel Geisser

Damals noch guten Mutes: Beat Breu vor der Premiere in Winterthur. Foto: Manuel Geisser

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Der Traum vom eigenen Zirkus währte für Beat Breu nicht einmal zwei Wochen. Wie Blick.ch meldet, hat der 61-jährige Ostschweizer alle Vorstellungen abgesagt. «Nach wüsten Streitereien trenne ich mich per sofort von Adolf Lauenburger», erklärt der ehemalige Radprofi. Der deutsche Zirkusbesitzer (53), der für den Circus Beat Breu Zelt, Wagen und Artisten zur Verfügung stellt, baut das Zelt bereits wieder ab.

Offenbar war die Zusammenarbeit mit Lauenburger nicht so, wie sich das Breu vorgestellt hat. «Wir wurden von der Familie Lauenburger zunehmend belogen und beleidigt, Beats Programm sogar sabotiert», klagt Heidi Breu (66) gegenüber der Zeitung. «Das ging so weit, dass kurz vor der Vorführung das Mikrofon plötzlich verschwunden war und bei der Musikanlage kurz vor der Nummer die Stecker herausgezogen wurden.» Auch habe es zu wenig Arbeitskräfte gegeben, Tiere aus dem Voralberg durften nicht in die Schweiz einreisen, weil die Papiere fehlten, monierte sie.

Der Geschäftspartner dementiert

Lauenburger dementiert die Vorwürfe der Breus. Das stimme alles so nicht. Das Problem sei, dass keine Zuschauer in den Zirkus gekommen seien. Warum, wisse er auch nicht. «Beat ist ein netter Mensch, doch das Ganze ist ihm über den Kopf gewachsen.» Geld, wie es versprochen worden sei, hätten sie nicht verdient, führte der Deutsche weiter aus.

Die ganze Zirkus-Angelegenheit stand für die Breus unter einem schlechten Stern. Vergangenen Donnerstag musste sich das Paar einer Kontrolle der Behörden unterziehen. Dabei handelte es sich um eine Routineangelegenheit. Zwar haben einige Dokumente gefehlt, aber es seien weder Waren beschlagnahmt noch ein Strafverfahren eröffnet worden, erklärte eine Sprecherin der Schaffhauser Polizei.

Beat Breu hat Triumphe als Radprofi gefeiert, später aber einige Rückschläge im privaten Leben erdulden müssen. Der ehemalige «Bergfloh» hat sich den Ruf geschaffen, nicht so schnell aufzugeben. Diese Beobachtung gilt auch nach der neusten Enttäuschung in seinem Leben: Noch in diesem Jahr will er ein Comeback in der Manege feiern, mit dem gleichen Zirkusnamen, aber mit einem kleineren Zelt.

Und diesmal soll der Traum länger als nur 13 Tage dauern.

(fal)

Erstellt: 19.08.2019, 23:35 Uhr

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