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Treffen die Clooneys in Berlin Flüchtlinge?

George Clooney und seine Frau Amal trafen sich im Kanzleramt mit Angela Merkel zum Kaffee. Dabei gab es nicht nur Klatsch.

George und Amal Clooney im Gespräch mit Angela Merkel.
George und Amal Clooney im Gespräch mit Angela Merkel.
Getty/Guido Bergmann
Die Clooneys verlassen das Kanzleramt in Begleitung von Merkels aussenpolitischem Berater Christoph Heusgen.
Die Clooneys verlassen das Kanzleramt in Begleitung von Merkels aussenpolitischem Berater Christoph Heusgen.
AP/Markus Schreiber
Clooney weilt für die Berlinale in der deutschen Hauptstadt, wo sein neuer Film «Hail Caesar» gezeigt wird.
Clooney weilt für die Berlinale in der deutschen Hauptstadt, wo sein neuer Film «Hail Caesar» gezeigt wird.
AP/Markus Schreiber
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Rande der Berlinale im Kanzleramt mit dem US-Filmstar George Clooney zusammengetroffen. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert über den Internetdienst Twitter mit. Bei dem Gespräch mit dem Schauspieler und seiner Frau Amal ging es demnach vor allem um die Flüchtlingspolitik. Das Gerücht, dass der Hollywoodstar Flüchtlinge treffen wolle, machte die Runde.

In einer schwarzen Limousine fuhren die beiden kurz nach 9 Uhr vor dem Bundeskanzleramt in Berlin vor. George trug einen dunklen Anzug und Krawatte, seine Frau – die Menschenrechtsanwältin Amal – erschien in Schwarz und Beige.

Das Treffen mit Merkel lief hinter verschlossenen Türen ab, das Kanzleramt gab später ein Bild heraus: Merkel sitzt auf einem hellen Sofa und schaut Clooney an. Clooney gestikuliert und schaut Merkel an. Amal legt die Hände um ihre Knie und blickt Clooney an.

Clooney begrüsst Merkels Flüchtlingspolitik

Bei dem Gespräch war auch der ehemalige britische Aussenminister David Miliband dabei, heute Präsident der amerikanischen Hilfsorganisation International Rescue Committee. Der Hollywoodstar und seine aus dem Libanon stammende Frau engagieren sich für die Hilfsorganisation, die unter anderem Projekte in Sudan und Südsudan unterstützt.

Merkel sprach später von «einem sehr guten Gespräch», sie hätten über das Engagement der drei Gäste in einer Nichtregierungsorganisation geredet. George Clooney hatte sich bereits zum Berlinale-Auftakt am Donnerstag auf einer Pressekonferenz ausdrücklich hinter die Flüchtlingspolitik Merkels gestellt.

George Clooney im Gespräch mit Angela Merkel. (Video: Reuters)

Gerücht über Treffen mit Flüchtlingen

Der Schauspieler stieg etwa eine Stunde später wieder in seinen Wagen. Die Berlinale wäre nicht die Berlinale, wenn nicht auch noch einige Gerüchte im Umlauf wären. Es wird gemunkelt, Clooney treffe Flüchtlinge. Das hatte der Star in der Pressekonferenz angedeutet, als er seinen neuen Film «Hail, Caesar!» vorstellte.

Kurz nach dem Besuch bei Merkel sammelten sich deshalb im Westen der Stadt erneut Reporter. Sie warteten vor dem ehemaligen Rathaus Wilmersdorf, rund 1100 Flüchtlinge leben dort in einer Notunterkunft. Die meisten kommen aus Syrien und Afghanistan, wie ein Sprecher sagt. An der Strasse stehen Duschcontainer, einige Bewohner strecken bei dem ganzen Trubel die Köpfe aus dem Gebäude. Kommt Clooney wirklich?

Ein Besuch sei nicht ausgeschlossen, meinen manche, schliesslich sei auch Ben Stiller dort gewesen. Der Komiker traf vor eineinhalb Wochen zwei Flüchtlingsfamilien, wie Leiter Thomas de Vachroi erzählt. Er sei sehr seriös gewesen, habe viele Fragen gestellt und den Milchreis probiert, den die Bewohner gekocht hätten. «Das war toll.»

Vergeblich gewartet

Jetzt steht de Vachroi in Lederjacke vor dem Haus und versucht, die Reporter zu koordinieren. Irgendwann fährt die Polizei vor. Wartet. Tauscht die Kollegen aus. Jeder schwarze Luxuswagen, der um die Ecke biegt, wird beäugt. Bis zum Nachmittag taucht Clooney aber nicht auf.

Der Branchendienst «Meedia» meint später, sein Besuch im Kanzleramt sei nach allen Regeln der Social-Media-Kunst in Szene gesetzt worden. «Fast so, als würde der US-Schauspieler im Oval-Office vorbei schauen.»

Clooney war auch nicht der erste Prominente, den Merkel traf. Zur Erinnerung: Bei Dreharbeiten für einen Agenten-Thriller in Deutschland liess sie sich zum Beispiel mit Regisseur Steven Spielberg und Hauptdarsteller Tom Hanks fotografieren.

Auf der Berlinale spielt Clooney in dem am Donnerstag gezeigten Eröffnungsfilm «Hail Caesar» mit, einer heiteren Auseinandersetzung mit der Filmindustrie Hollywoods in den Fünfziger Jahren. Die Regie führten die Brüder Joel und Ethan Coen.

AFP/ofi

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