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Der tragische Tod einer jungen Königin am Vierwaldstättersee

Vor 75 Jahren ist Astrid von Belgien in Küssnacht SZ bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Das Schicksal der Königin erschütterte die Welt – ihr Sohn reist heuer in die Innerschweiz.

Ein schönes Paar: König Leopold III von Belgien mit seiner Gattin, Königin Astrid.
Ein schönes Paar: König Leopold III von Belgien mit seiner Gattin, Königin Astrid.
Keystone
Der fünfzigste Todestag: Mitglieder der belgischen und der luxemburgischen Königsfamilien stehen vor dem Gedenkkreuz der tödlich verunfallten Königin Astrid in in Küssnacht. Die Kapelle wurde nach Astrid benannt.
Der fünfzigste Todestag: Mitglieder der belgischen und der luxemburgischen Königsfamilien stehen vor dem Gedenkkreuz der tödlich verunfallten Königin Astrid in in Küssnacht. Die Kapelle wurde nach Astrid benannt.
Keystone
Ein Denkmal für die Ewigkeit: Ein Kreuz aus schwedischem Granit auf dem Gelände der Astrid-Kapelle in Küssnacht erinnert noch heute an die vor 75 Jahren verunfallte Königin aus Belgien.
Ein Denkmal für die Ewigkeit: Ein Kreuz aus schwedischem Granit auf dem Gelände der Astrid-Kapelle in Küssnacht erinnert noch heute an die vor 75 Jahren verunfallte Königin aus Belgien.
Keystone
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Am 29. August 1935 um 9 Uhr fuhr ein Cabriolet der US-Nobelmarke Packard dem Vierwaldstättersee entlang. Ein Herr lenkte den Wagen. Neben ihm sass eine Dame, im Rücksitz ein Mann in Chauffeursuniform.

Vor Küssnacht blickte das Paar nach den Aussagen eines Zeugen zur Rigi. Kurz darauf kam der Packard von der Strasse ab, fuhr gegen einen Baum und in den See, wo er im Schilf zum Stillstand kam. Die Frau wurde aus dem Wagen geworfen und war sofort tot. Der Lenker und der Chauffeur auf dem Rücksitz erlitten nur leichte Verletzungen.

Der zum Unfallort gerufene Polizist erlebte Seltsames: Die Beteiligten verweigerten jede Auskunft. Schliesslich wurde das Geheimnis gelüftet: Der Unfallfahrer war der belgische König Leopold III, die Tote seine 29-jährige Gattin Astrid.

Küssnacht im Fokus der Welt

Der Tod Astrids wurde zum Medienereignis. Am Nachmittag erschien ein Extrablatt der «Luzerner Neuesten Nachrichten». Journalisten aus der ganzen Welt machten sich auf den Weg nach Küssnacht. Gleichzeitig flog Walter Mittelholzer exklusive Bilder von der Einsargung der Toten in einer gecharterten DC2 der Swissair zu einer internationalen Presseagentur nach London. Noch am Unfalltag verliess der Sarg per Bahn die Schweiz. In der Bahnhofshalle von Luzern drängten sich die Schaulustigen. Auf dem Bundeshaus standen die Fahnen auf Halbmast.

Am 3. September nahmen Hunderttausende in Brüssel Abschied. Erst ein Jahr zuvor hatte Belgien König Albert I bei einem Unfall verloren. Auch Schweden trauerte um Astrid, die Nichte ihres Königs. Astrid hinterliess drei Kinder: Joséphine-Charlotte, den späteren König Baudouin und den heutigen König Albert II. Albert war beim Tod seiner Mutter gerade ein Jahr alt.

Eine junge Mutter der Nation

Astrid war populär. Jung und fotogen, galt sie auch als mütterlich und grossherzig. Von höfischer Steifheit soll die in Hauswirtschaft und Pflege ausgebildete Aristokratin frei gewesen sein. Astrid war mit ihrem skandalfreien und kurzen Leben wie zur Legende geschaffen.

Der Unfallort wurde sofort zum Wallfahrtsort - allein am Bettag 1935 pilgerten Tausende nach Küssnacht. Die Idee, dort Astrid ein Denkmal zu setzen, liess nicht lange auf sich warten und wurde von höchster Stelle vorangetrieben. Der Bundesrat enteignete kurzerhand das Land und schenkte es Belgien.

Zehn Monate nach dem Unfall wurde oberhalb der Strasse die Astrid- Kapelle eingeweiht. Allerdings stand das Kirchlein bald im Weg und wurde 1960 auf die untere Strassenseite verschoben. Ein Kreuz aus schwedischem Granit markiert noch heute die Stelle, an der Astrid starb. Oberhalb stand bis 1992, als der Sturm Vivian tobte, der Baum, mit dem das Auto kollidierte. Dieses war auf Wunsch des Königs an der tiefsten Stelle im See versenkt worden.

(SDA)

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