Ehestreit bei den dänischen Royals

Prinz Henrik will nicht neben seiner Frau begraben sein.

Protest für die Ewigkeit: Wenn er nicht König sein kann, will Prinz Henrik auch nicht neben Margarethe II. begraben werden.

Protest für die Ewigkeit: Wenn er nicht König sein kann, will Prinz Henrik auch nicht neben Margarethe II. begraben werden. Bild: Keld Navntoft/Reuters

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Prinz Henrik, der Mann der dänischen Königin Margarethe II., will nicht neben seiner Frau begraben werden. Die Ankündigung ist das letzte Mittel, das dem 83-Jährigen zu Verfügung steht, um seinen jahrzehntealten Ärger über die fehlende Gleichberechtigung im dänischen Königshaus auszudrücken. «Es ist ein offenes Geheimnis», sagte eine Sprecherin des königlichen Haushalts, «dass Henrik unglücklich über seinen Titel ist.»

Henrik wäre gerne König. Wie Silvia von Schweden: Die bürgerlich geborene Deutsche trägt seit ihrer Heirat mit Carl Gustav von Schweden den Königstitel. Henrik dagegen, seit 50 Jahren mit der sechs Jahre jüngeren Margarethe verheiratet, war immer nur Prinz. Und immer wieder machte er öffentlich, dass er sich aufgrund seines Geschlechts diskriminiert fühle. Er müsse Margarethe sogar um Geld für Zigaretten bitten, beschwerte er sich schon 1980. Dem «Figaro» sagte er 2015: «Dänemark, wo sonst die Gleichberechtigung der Geschlechter so hochgehalten wird, hält Ehemänner für weniger wert als ihre Frauen.» Und im niederländischen Fernsehen erklärte er: «Das ist unverständlich. Ich werde das nie akzeptieren!» Seinen Groll behielt Henrik auch bei, als ihn seine Frau letztes Jahr von allen prinzlichen Pflichten befreite. Den Titel eines Prinzgemahls legte er demonstrativ ab.

Dass die Dänen den Kopf schütteln über seinen Entscheid, sich nicht neben Margarethe begraben zu lassen, lässt ihn kalt. Im Gegenteil: Von einer dänischen Journalistin in den Ferien aufgescheucht, hat er gerade den Streit weiter eskalieren lassen: «Die Königin macht aus mir einen Narren.» Dennoch liebe er sie immer noch, fügte er, etwas unglaubhaft, hinzu.

Henrik wurde als Henri de Laborde de Monpezat in Frankreich geboren. Der Spross einer adeligen Industriellenfamilie war Diplomat in London, als er 1966 Margarethe kennen lernte. Es muss Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. Noch heute schwärmt die Königin davon, wie Henri sie in einem grünen Sportcabrio abholte. Ein Jahr später wurde geheiratet. Zwei Söhne folgten kurz darauf, Kronprinz Frederik und Prinz Joachim. Beide stehen im Hofprotokoll über Henrik – ebenfalls Anlass für seinen Ärger.

Das dänische Parlament hätte Henrik den Königstitel sehr wohl verliehen. «Es ist wohl eines der unwichtigsten Gleichstellungsprobleme der Welt zurzeit», meint eine Gleichstellungs­beauftragte. Es spreche nichts dagegen, den Wunsch des Prinzen zu erfüllen. Aber alles hängt am Einverständnis der Königin. Und die bleibt hart.

Nun muss Margarethe damit rechnen, dereinst allein in dem Glassarkophag mit den vier Silberelefanten zu liegen, der zurzeit von einem dänischen Künstler als letzte Ruhestätte für das Paar geschaffen wird.

Erstellt: 13.08.2017, 18:14 Uhr

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