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Ein fürstliches Leben

Als Kind wollte er Cowboy oder Schauspieler werden. Schliesslich schaffte er es zum Bobfahrer und ewigen Junggesellen. Nächste Woche heiratet Fürst Albert II. von Monaco seine Verlobte Charlene Wittstock.

Der junge Prinz Albert von Monaco macht erste Leseversuche.
Der junge Prinz Albert von Monaco macht erste Leseversuche.
Keystone
Sportlich: Albert als Geländeläufer 1972 in Monaco.
Sportlich: Albert als Geländeläufer 1972 in Monaco.
Keystone
Fürst Albert II. und seine Verlobte Charlene Wittstock.
Fürst Albert II. und seine Verlobte Charlene Wittstock.
Reuters
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Die Frage war dem Fürsten schon so oft gestellt worden, dass er sie nicht mehr hören konnte. «Keine Sorge», nahm Albert II. von Monaco sie in Interviews bisweilen vorweg: «Ich werde heiraten.» Tatsächlich glaubte aber irgendwann kaum noch jemand daran, dass der ewige Junggeselle jemals den Bund der Ehe eingehen würde. Unzählige Abenteuer und Liebschaften wurden dem sportbegeisterten Sohn von Hollywoodstar Grace Kelly und Fürst Rainier III. im Laufe der Jahre nachgesagt, und aus zwei Affären ging Albert als Vater hervor. Seine Junggesellenzeit habe ihm «eine gewisse Freiheit» gelassen, gibt der mittlerweile 53 Jahre alte Fürst zu. Kommendes Wochenende heiratet Albert II. seine Verlobte Charlene Wittstock.

Grace Kelly war auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, als sie Mitte der 50er Jahre beim Filmfest Cannes dem Fürsten von Monaco begegnete - für den schmucken Regenten gab die Amerikanerin das Filmen schlagartig auf und zog ans Mittelmeer. Den im März 1958 geborenen Sohn bereitete das Fürstenpaar von Kindesbeinen an auf die Thronfolge vor. «Wir haben beschlossen, dass Albert sich zusammen mit den anderen auf den Hosenboden setzen soll», erklärte Rainier III. zu gegebener Zeit und meinte damit, dass der Junge anders als er selbst in Monaco zur Schule gehen werde und nicht etwa auf ein ausländisches Internat. Als künftiger Regent müsse Albert «seine Landsleute» kennenlernen, forderte der Fürst. Viele sind es ja nicht: Von 35.000 Einwohnern haben nur achttausend die monegassische Staatsbürgerschaft.

Er wollte eigentlich Cowboy werden

Nach dem Abitur ging «Albie», wie seine Mutter ihn nannte, zum Studieren in die USA und legte am Amherst College in Massachusetts ein Diplom in Politikwissenschaft ab. Der zweisprachig aufgewachsene Thronfolger, der nach eigenen Worten «eine liberale Erziehung auf die amerikanische Art» genoss, kehrte erst nach dem Unfalltod seiner Mutter 1982 in seine Heimat zurück. Sein offener, für einen Staatsmann lässiger Charakter ist sicher beeinflusst von seiner Liebe zu Amerika. Dazu passt, dass er eigentlich Cowboy werden wollte, wie er sagt. Oder zumindest Schauspieler wie John Wayne.

Weil beides nicht in Frage kam, verausgabte sich der Thronfolger jahrelang beim Sport. Albert II. spielte Handball, Tennis und Sqash, ging Segeln, Fechten und Skilaufen, machte Judo und Leichtathletik, fuhr die Rallye Paris-Dakar und vertrat sein Land fünfmal als Bobpilot bei den Olympischen Winterspielen. Vor diesem Hintergrund ist es nur logisch, dass der Monegasse sich schliesslich eine Spitzensportlerin als Ehefrau aussuchte - die 20 Jahre jüngere südafrikanische Schwimmerin Charlene Wittstock. Charlene sei mit «den Werten des Sports» gross geworden, schwärmt der Fürst.

Affäre mit einer Kellnerin

Laute Töne sind dem mittleren Kind von drei Geschwistern zuwider. Er sei vor allem im Vergleich zu seinem Vater «versöhnlicher, wohlwollender», sagt Albert II., der als Kind stotterte. Noch heute müsse er bisweilen nach einem Wort suchen, gibt der Fürst zu - «und es stellt sich nicht immer ein». Dennoch war auch er kein Kind von Traurigkeit, auch wenn seine Affären nicht so viele Klatschspalten füllten wie die seiner Schwestern Caroline und Stéphanie. Mit einer Kellnerin aus den USA hat der Landesvater eine 19-jährige Tochter, mit einer früheren Flugbegleiterin aus Togo einen siebenjährigen Sohn. Albert steht zu seinen Kindern. Weil aber keines der beiden aus einer rechtmässig geschlossenen Verbindung entstammt, haben sie keinen Anspruch auf den Thron.

Die standesgemässe Familie plant der Staatschef mit seiner künftigen Frau, die die Kinderschar nach eigenen Worten kaum abwarten kann. «Wir hoffen, bald ein Kind zu bekommen», sagte die 33-jährige jüngst. So wird der Fürst doch nicht seinen ältesten Neffen adoptieren müssen, um die Thronfolge zu sichern. Er verspüre «keinerlei Stress, jetzt wo die Hochzeit näherrückt», versicherte Albert II. vor wenigen Tagen. «Wir sind ganz entspannt.»

AFP/jos

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