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«Ich fragte sie sogar, ob sie die Tasche genauer anschauen wolle»

Erstmals äussert sich die Verkäuferin, die US-Star Oprah Winfrey angeblich eine Handtasche nicht zeigen wollte. Die Ladenbesitzerin hat inzwischen Tina Turner als Vermittlerin in dem Streit eingeschaltet.

Die renommierte US-Talkmasterin Oprah Winfrey wollte in Zürich einkaufen, ...
Die renommierte US-Talkmasterin Oprah Winfrey wollte in Zürich einkaufen, ...
AP Photo/Elise Amendola
... sie interessierte sich für eine Tasche (ähnlich wie das lila Exemplar im obersten Regal), ...
... sie interessierte sich für eine Tasche (ähnlich wie das lila Exemplar im obersten Regal), ...
Stefan Hohler
... Trudie Götz entdeckte. Dort liess sie die Verkäuferin offenbar abblitzen. Sie wies die Talkmasterin darauf hin, dass sie sich die Tasche nicht leisten könne.
... Trudie Götz entdeckte. Dort liess sie die Verkäuferin offenbar abblitzen. Sie wies die Talkmasterin darauf hin, dass sie sich die Tasche nicht leisten könne.
Stefan Hohler
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Die dunkelhäutige US-Milliardärin Oprah Winfrey wollte in einer Zürcher Luxusboutique eine Tasche für 35'000 Franken anschauen. Dies sei ihr verwehrt worden, wetterte die Entertainerin diese Woche im US-Fernsehen – eine Aussage, die weltweit für Schlagzeilen sorgte und der Schweiz Rassismusvorwürfe eintrug.

Zum ersten Mal äussert sich nun die Verkäuferin, die Winfrey vor drei Wochen in Zürich bedient hat. Es gehe ihr «furchtbar», sagt sie im «SonntagsBlick». «Ich kann seit Tagen nicht mehr schlafen. Ich fühle mich wie in der Mitte eines Wirbelsturms. Total machtlos, auch ausgeliefert.»

«Absolut nicht wahr»

Dass sie Winfrey eine teure Tasche aus rassistischen Gründen nicht ausgehändigt habe, sei «absolut nicht wahr». «Ich fragte sie sogar, ob sie die Tasche genauer anschauen wolle.» Winfrey habe sich jedoch nur nochmals im Geschäft umgeblickt, aber nichts mehr gesagt. Insgesamt seien Winfrey und ihr Begleiter nicht einmal fünf Minuten im Geschäft geblieben, sagt die Verkäuferin.

Dass sie gesagt haben soll, Winfrey könne sich die Tasche nicht leisten, sei «absurd»: «So etwas würde ich nie zu einem Kunden sagen.» Gute Manieren und Höflichkeit seien das A und O in diesem Geschäft.

«Sie ist so mächtig»

Warum Oprah Winfrey solche Anschuldigungen mache, wisse sie nicht. «Sie ist so mächtig, und ich bin bloss eine Verkäuferin. Ich habe niemandem etwas zuleide getan.»

Die Verkäuferin versteht auch nicht, weshalb Winfrey «das so gross im TV ausschlachten muss». Hätte sich alles so zugetragen, wie sie behauptet: Warum hat sie sich dann nicht am nächsten Tag an der Hochzeit von Tina Turner bei Ladenbesitzerin Trudie Götz beschwert, fragt sich die Verkäuferin. Ihre Chefin war ebenfalls zu Gast. «Ich verstehe es nicht.»

Götz schaltet Tina Turner ein

Auch Boutique-Besitzerin Götz ist verzweifelt und holt nun Hilfe bei Oprah Winfreys Freundin Tina Turner: «Ich berate mich bereits mit Tina Turner darüber, wie ich am besten vorgehen soll», sagt Götz der «Schweiz am Sonntag». Sie wolle sich auf jeden Fall persönlich mit Winfrey aussprechen, brauche dafür aber die Hilfe von Turner – nur sie könne den direkten Kontakt herstellen.

Die Sängerin ist sehr gut mit Götz und Winfrey befreundet, beide waren zu ihrer Hochzeit geladen. Götz: «Ich warte nun auf eine Antwort von Tina und hoffe, dass bald alle Missverständnisse gelöst sind.»

Zahlreiche Anfragen

Trudie Götz will endlich wieder Ruhe: Seit Freitagmorgen klingelt das Telefon bei Götz’ Trois-Pommes-Hauptsitz in Zürich ununterbrochen und auch die Mailbox von ihrem Handy quillt über. Obwohl sich die erfolgreiche Basler Unternehmerin längst in aller Öffentlichkeit für die angeblich schlechte Behandlung von Medienstar Oprah Winfrey (59) in ihrem Tom-Ford-Geschäft entschuldigt hatte und erklärte, der Vorfall sei ein grosses Missverständnis gewesen, kommt keine Ruhe in die Taschenaffäre.

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