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«Ich gehe jetzt da rein und versuche mich gut zu unterhalten»

Rolf Lyssys Film «Die Schweizermacher» feiert Auferstehung als Musical. Die Premierengäste Emil Steinberger, Stephanie Glaser und Xavier Koller erinnern sich und prophezeien dem Projekt eine grosse Zukunft.

War zuerst skeptisch, als er vom Musicalprojekt hörte. Emil Steinberger, Hauptdarsteller aus der Filmversion der «Schweizermacher» mit Ehefrau Niccel.
War zuerst skeptisch, als er vom Musicalprojekt hörte. Emil Steinberger, Hauptdarsteller aus der Filmversion der «Schweizermacher» mit Ehefrau Niccel.
Jonas Schocher
Oscarpreisträger Xavier Koller ist zur Unterstützung seines langjährigen Freundes und Regie-Kollegen Rolf Lyssy angereist.
Oscarpreisträger Xavier Koller ist zur Unterstützung seines langjährigen Freundes und Regie-Kollegen Rolf Lyssy angereist.
Jonas Schocher
Tradition trifft auf Urbanität. Eine Ländlerkapelle spielt vor der Maag-Halle im Zürcher Industriequartier.
Tradition trifft auf Urbanität. Eine Ländlerkapelle spielt vor der Maag-Halle im Zürcher Industriequartier.
Jonas Schocher
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Wie es sich für einen rechten Schweizer Mann gehört, erschien Rolf Lyssy zur Musicalpremiere in Anzug und Krawatte. Ein zurückhaltendes, seriöses Outfit eben, wie seine Stars Emil Steinberger und Walo Lüönd im Film «Die Schweizermacher» anno 1978 . Doch mit seinem verschmitzten Lächeln, der dick umrandeten Brille und seinem berechtigten Lampenfieber wirkt Lyssy dann doch wieder etwas legerer, fast wie ein Schweizer Woody Allen.

Eine Hollywood-Grösse betritt dann tatsächlich den roten Teppich vor der Zürcher Maag-Halle. Oscarpreisträger Xavier Koller ist da, um seinen langjährigen Freund und Filmerkollegen Lyssy zu unterstützen. «Ich freue mich für Rolf und hoffe, dass es ein riesiger Erfolg wird.» Gemeinsam posierten die beiden vor den Fotokameras.

Es kann nicht viel schiefgehen

Über «Die Schweizermacher» spricht Lyssy mit Leidenschaft und Stolz. Es könne eigentlich nicht viel schiefgehen, meint er. Der Film habe damals schon sein Publikum gefunden und habe es auch heute noch. Ob nun mit dem Stück auf den erfolgreichsten Schweizer Film demnächst das erfolgreichste Schweizer Musical für Lyssy folgt, darüber will er noch nicht spekulieren. Eines ist für den Regisseur aber klar «Das Thema hat eine Aktualität wie vor 32 Jahren. Und es wird vermutlich noch die nächsten 32, wenn nicht 64 Jahre, so sein. Über Identität, Einbürgerung und die Frage, was ein Schweizer ist, kann man ewig diskutieren.»

Zu ernst für ein Musical

Walo Lüönd, der im Film den bärbeissigen Fremdenpolizisten spielte, ist leider nicht zur Musicalpremiere angereist. Erst letzte Woche musste er sich einer Bauchoperation unterziehen und ist darum noch geschwächt. Gekommen ist dafür Emil Steinberger, im Film Lüönds liebenswürdig-naiver Auszubildender. Dass mit den «Schweizermachern» ein recht ernster Stoff in ein unterhaltsames und lustiges Musical verwandelt wird, hat den Luzerner Komiker zuerst skeptisch gestimmt. Mit seiner Frau Niccel ist er nun sehr gespannt auf den Abend. «Ich gehe jetzt da rein und versuche mich gut zu unterhalten.»

Stephanie Glasers Bühnencomeback

Erich Vock erinnert «Die Schweizermacher» an seine Zeit in der Mittelschule. «Ein Film der mich dazumal tief beeindruckt hat. Mich auch zum Machen angeregt hat.» Dass der Stoff dereinst als Musical wiederauferstehen würde, daran habe er nie gedacht.

Kurz vor Veranstaltungsbeginn sucht sich auch eine stilvolle, ältere Dame im schwarzen Abendkleid ihren Weg durch die Menge: der «Herbstzeitlosen»-Star Stephanie Glaser, Eine Musicaladaption von Bettina Oberlis Erfolgsfilm würde auf der Hand liegen. Darauf angesprochen gibt sich Glaser bedeckt. Vielleicht könnte sie auch gleich selbst wieder mitspielen. Lachend meint sie: «Da müsste ich ganz fest darüber nachdenken.»

Vorerst heisst es aber Vorhang auf für «Die Schweizermacher – Das Musical». Und siehe da, Lyssys Geschichte unterhält auch in gesungener und getanzter Form. In einer kurzen Dankesrede lobt er denn auch die Musicalmacher um Darko Soolfrank und Guido Schilling, es sei «irrsinnig» geworden und sie hätten «gezaubert» und nicht etwa «gezaudert».

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