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«Ich habe ihm gesagt, er sei verrückt»

Wie Biograf Walter Isaacson schreibt, wehrte sich Steve Jobs lange gegen Operation und Chemotherapie. Und setzte auf Alternativtherapien.

Kommt bald auf den Markt: Die offizielle Steve-Jobs-Biografie.
Kommt bald auf den Markt: Die offizielle Steve-Jobs-Biografie.
Keystone

Walter Isaacson, Autor der am Montag erscheinenden offiziellen Steve-Jobs-Biografie, hat in einem Interview mit dem amerikanischen TV-Kanal CBS Details aus den rund 40 Begegnungen mit dem verstorbenen Apple-Gründer verraten.

Laut Isaacson hat es Jobs bereut, den Bauchspeicheldrüsenkrebs zu spät schulmedizinisch behandelt zu haben. Erst 2008 wurde bekannt, dass Jobs nach der Diagnose im Jahr 2003 sich neun Monate gegen eine Operation und eine Chemotherapie gewehrt habe. Stattdessen setzte der bekennende Buddhist auf Fruchtsäfte, Akupunktur und Kräutermedizin. «Er wollte seinen Körper nicht aufschneiden lassen», so Isaacson.

«Ich habe Krebs»

Die «New York Times», welche die Biografie bereits rezensiert hat, berichtet, dass Jobs im Oktober 2003, kurz nachdem ihn seine Ärzte mit der Diagnose konfrontiert hatten, seinen Freund Larry Brilliant anrief und ihn fragte: «Glaubst du immer noch an Gott?» Der Arzt habe über Religion und allgemeine Glaubensfragen geplaudert und Jobs schliesslich gefragt, was los sei. Dieser habe geantwortet: «Ich habe Krebs.»

Ein anderer Freund, der ehemalige Intel-Chef Andrew Grove, habe versucht, Jobs die Alternativtherapien auszureden. «Ich habe ihm gesagt, er sei verrückt», wird Grove im Buch zitiert. Grove selber liess sich wegen Prostatakrebs operieren.

Späte Einsicht

Auch Apple-Verwaltungsrat Art Levinson und Jobs' Schwester Mona Simpson seien verzweifelt gewesen, dass sie Jobs nicht frühzeitig zu einer Operation haben überreden können. «Der Körper dient dem Geist», sei Jobs' Standardantwort auf solche Einwände gewesen. «Ich werde der Erste sein, der diese Art von Krebs besiegt, oder ich werde einer der Letzten sein, der daran stirbt», zitiert Isaacson Jobs weiter.

Erst im Sommer 2004 habe Jobs die Hilfe der Ärzte angenommen. Laut Isaacson hat Steve Jobs für die Entschlüsselung der Gene seines Tumors und seiner DNA insgesamt 100'000 Dollar bezahlt. Steve Jobs starb am 5. Oktober 2011 an den Folgen seiner Krebserkrankung.

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