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Kachelmann arbeitet wieder als Wetterfrosch

Der freigesprochene Wettermoderator Jörg Kachelmann will ab sofort wieder für die Meteomedia Gruppe arbeiten. Das teilte die Schweizer Firma soeben auf ihrer Internet-Seite mit. Die ARD wartet noch ab.

Johann Schwenn erhebt nach dem Urteil schwere Vorwürfe gegen das Mannheimer Gericht. (31. Mai 2011)
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Keystone
Kolumnistin Alice Schwarzer prangert das «frauenfeindliche Justizsystem» an.
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Reuters
Sabine W. – hier mit einer Buchbotschaft zu Kachelmann – hat im Oktober an vier Tagen vor dem Mannheimer Landgericht ausgesagt. Sie wurde mehr als 20 Stunden befragt.
Sabine W. – hier mit einer Buchbotschaft zu Kachelmann – hat im Oktober an vier Tagen vor dem Mannheimer Landgericht ausgesagt. Sie wurde mehr als 20 Stunden befragt.
Keystone
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Nach seinem Freispruch wird TV-Moderator Jörg Kachelmann wieder voll bei dem von ihm gegründeten Wetterdienst Meteomedia einsteigen. Das gab das Unternehmen in Gais AR bekannt.

Kachelmann war auch während seines Prozesses Präsident von Meteomedia geblieben. Das Unternehmen freue sich «über den längst überfälligen Freispruch ihres Firmengründers», hiess es in einer Stellungnahme.

«Jörg Kachelmann wird ab sofort seine Kraft wieder ganz der Meteomedia Gruppe widmen können.» Dazu gehörten auch seine Kommentare zum Wettergeschehen in Medien wie Radio Basel, dem deutschen Sender Radio Primavera und Twitter. Auch seien zusätzliche öffentliche Auftritte in Zukunft nicht ausgeschlossen.

Wieder häufiger auf Radio Basel

Bei Radio Basel, wo Kachelmann seit Monaten einmal die Woche auf Sendung ist, werde der Schweizer nun «hoffentlich öfters zu hören sein», sagte Chefredaktor Christian Heeb.

Das Basler Lokalradio hatte auch nach der Verhaftung des Wettermoderators im März 2010 am Vertrag mit dessen Firma Meteomedia festgehalten. «Die Unschuldsvermutung gilt vor ersten bis zum letzten Tag», begründete Heeb seine Haltung.

Üble E-Mails

Trotz teilweise «übler E-Mails» von Leuten, «die Jörg abgeschlachtet sehen wollten», liess Heeb Kachelmann nach der Freilassung aus der Untersuchungshaft wieder das Wochenendwetter moderieren. Wegen des laufenden Prozesses in Mannheim war Kachelmann aber unter der Woche kaum auf Sendung.

Kurzzeitig hatte Kachelmann auch beim Schweizer Sender Radio Sunshine gearbeitet. Weil es aber Beschwerden von Hörern gab, verzichtete der Sender auf Wettermoderationen mit dem 52-Jährigen. Ob Kachelmann dort nun wieder auftreten darf oder will, stand zunächst nicht fest.

ARD wartet Revision ab

Zur ARD kehrt Kachelmann trotz des Freispruchs vorerst nicht zurück. «Solange das Verfahren nicht endgültig abgeschlossen ist und ein Urteil Rechtskraft erlangt hat, sehen wir in dieser Angelegenheit keinen Entscheidungsbedarf», sagte eine ARD-Sprecherin.

Der Schweizer hatte seit Mitte der 1990er Jahre Wettervorhersagen für die ARD moderiert, seit 2002 war er regelmässig unter anderem nach den «Tagesthemen» und im Morgenmagazin zu sehen. Seit Bekanntwerden der Vorwürfe im Frühjahr vergangenen Jahres lässt die ARD Kachelmanns Moderationstätigkeit ruhen.

dapd/bru

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