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Natalie Urwyler wird für Zivilcourage ausgezeichnet

Die Bernerin erhält den «Beobachter Prix Courage». Sie kämpft für die Gleichstellung der Frauen in Spitälern.

Hartnäckigkeit wird belohnt: Natalie Urwyler erhält in diesem Jahr den «Prix Courage». (Video: Keystone/SDA)

Der «Prix Courage» des «Beobachters» geht an Natalie Urwyler. Die entlassene Oberärztin des Berner Insel Gruppe protestierte vor Gericht gegen ihre Entlassung und bekam Recht. Der Fall sorgte schweizweit für Aufsehen.

Die heute 44-jährige Urwyler sei eine Nachwuchshoffnung gewesen, schreiben die Organisatoren des «Beobachter Prix Courage» in ihrer Mitteilung vom Freitagabend. Die Ärztin habe sich eingesetzt für besseren Schutz für Schwangere am Inselspital und besseren Mutterschutz. Nach der Geburt des eigenen Kindes kam es zum Bruch mit dem Arbeitgeber.

Das Inselspital hatte die Anästhesieärztin im Juni 2014 wegen eines «gestörten Vertrauensverhältnisses» entlassen. Sie hielt die Entlassung aber für eine Retourkutsche, weil sie sich für mehr Mutterschutz und Gleichstellung eingesetzt hatte. Sie ging darum vor Gericht.

Die Urteile der Gerichte

Das Gericht beurteilte die Entlassung als Rachekündigung und hob diese auf. Das Berner Obergericht als zweite Instanz bestätigte den Entscheid der Vorinstanz, wonach die Kündigung aus arbeitsrechtlicher Sicht nicht hätte erfolgen dürfen. Die Insel Gruppe betont damals, dass das Obergericht nicht eine Diskriminierung festgestellt habe. Das jetzige Verhalten der Ärztin beweise vielmehr, dass das Vertrauensverhältnis nachhaltig gestört sei.

In der Mitteilung vom Freitag wird Urwyler gewürdigt für ihren Kampf für die Gleichstellung der Frauen in Spitälern. Der Preis ist mit 15'000 Franken dotiert. Vergeben wird er von einer siebenköpfigen Jury und vom Publikum via Online-, Telefon- und SMS-Voting.

Zum zweiten Mal wurde dieses Jahr auch der mit 10'000 Franken dotierte «Beobachter Prix Courage Lifetime Award» verliehen: Die Beobachter-Redaktion zeichnet damit Hannes Schmid für sein Engagement mit dem Entwicklungshilfe-Projekt «Smiling Gecko» in Kambodscha aus.

SDA/fal

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