Liste der Verehrung, Liste der Schande

Obama zierte es, Stalin auch – und Hitler: Das Cover des «Time Magazine». Tagesanzeiger.ch/Newsnet zeigt die Schocker und die Überraschungen.

1927 gelang Charles Lindbergh als erstem Menschen die Alleinüberquerung des Atlantiks mit dem Flugzeug. Der US-Pilot flog in 33,5 Stunden nonstop von New York nach Paris und wurde zum Nationalhelden. Die amerikanische Regierung verlieh ihm die «Medal of Honor», die höchste militärische Tapferkeitsauszeichnung.

Doch das «Time magazine» verpasste es, Lindbergh auf sein Cover zu nehmen. Also beschlossen die Redaktoren Ende des Jahres, ihn mit einer Titelgeschichte zum «Mann des Jahres» zu küren – es war die Geburtsstunde einer Auszeichnung, für die das Magazin mittlerweile weltberühmt ist.

Jedes Jahr (heute ist es wieder so weit) wird seither diejenige Person oder Gruppe von Leuten bestimmt, die den grössten Einfluss auf die Ereignisse des Jahres hatte – im guten oder schlechten Sinne. So holten neben Politikern, Wirtschaftspionieren und Menschenrechtsaktivisten auch schon Diktatoren den Titel. Wir stellen die überraschendsten und kontroversesten Gewinner vor.

Erst seit dem Jahr 2000 wird der Titel an die «Person of the Year» (Person des Jahres) vergeben. Bis dahin war offiziell vom «Man of the Year» die Rede. Kein Wunder, finden sich in erster Linie Männer auf der Liste. Erst achtmal schaffte es eine Frau oder eine Gruppe von Frauen.

Neben der bereits vorgestellten Wallis Simpson und den amerikanischen Frauen waren dies im Jahr 1937 Song Meiling, Ehefrau des chinesischen Präsidenten Chiang Kai-shek, 1952 die britische Königin Elizabeth II., 1986 Corazon Aquino, Präsidentin der Philippinen, 2002 die Whistleblowers genannten Informantinnen, die Skandale aufzudecken halfen, 2005 die Wohltäterin Melinda Gates und 2015 die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Mit der heutigen Wahl hat das «Time Magazine» diese Aufzählung nun um einen neuen Eintrag in der Liste verlängert.

Zur «Person des Jahres 2017» wurden die sogenannten «Silence Breakers» gewählt. Damit sind diejenigen Frauen (und vereinzelt Männer) gemeint, die unter dem Hashtag #MeToo sexuelle Übergriffe publik machten und so Serie von Enthüllungen zu sexuellem Missbrauch durch Prominente auslösten. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.12.2017, 12:07 Uhr

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