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Putin als Übermensch gefeiert

Zum 62. Geburtstag von Wladimir Putin sind T-Shirts mit dem Konterfei des russischen Präsidenten der grosse Renner. Eine Ausstellung stellt ihn als Herkules dar. Er selber hat sich in die Wildnis zurückgezogen.

In Russland feierten zahlreiche Menschen den Geburtstag von Präsident Wladimir Putin: Eine Fahn, die US-Präsident Barack Obama mit einem Putin-T-Shirt zeigt, hängt an einer Brücke in Moskau. (7. Oktober 2014)
In Russland feierten zahlreiche Menschen den Geburtstag von Präsident Wladimir Putin: Eine Fahn, die US-Präsident Barack Obama mit einem Putin-T-Shirt zeigt, hängt an einer Brücke in Moskau. (7. Oktober 2014)
Nachrichtenagentur Ridus, Reuters
In Grosny, der Hauptstadt Tschetscheniens gingen laut Angaben des Chefs der Teilrepublik, Ramsan Kadyrow, 100'000 Menschen auf die Strasse: Umzug in Grosny. (7. Oktober 2014)
In Grosny, der Hauptstadt Tschetscheniens gingen laut Angaben des Chefs der Teilrepublik, Ramsan Kadyrow, 100'000 Menschen auf die Strasse: Umzug in Grosny. (7. Oktober 2014)
Elena Fitkulina, AFP
Selbentags gedachten rund 50 Menschen der Ermordung der Putin-Kritikerin Anna Politkowskaja vor acht Jahren: Mann mit einem Poster Politkowskajas an der Gedenkveranstaltung in Moskau. (7. Oktober 2014)
Selbentags gedachten rund 50 Menschen der Ermordung der Putin-Kritikerin Anna Politkowskaja vor acht Jahren: Mann mit einem Poster Politkowskajas an der Gedenkveranstaltung in Moskau. (7. Oktober 2014)
Maxim Shipenkov, Keystone
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Der russische Präsident Wladimir Putin hat seinen 62. Geburtstag in der Wildnis Sibiriens verbracht. Der Kremlchef habe am Dienstag im sibirischen Wald rund «300–400 Kilometer von der nächstgelegenen besiedelten Gegend entfernt» gefeiert, sagte Putins Pressesprecher russischen Nachrichtenmedien zufolge. Putin hat sich mit öffentlichkeitswirksamen Auftritten in der Wildnis ein Image als zäher Kerl erarbeitet – ob bei der Jagd, beim Angeln oder beim Reiten. Häufig trägt er dabei kein Hemd.

Während der Staatschef Zeit in der Wildnis verbrachte, ehrten ihn Anhänger mit verschiedenen Aktionen. In der tschetschenischen Hauptstadt Grosny versammelten sich Tausende Menschen, um eine 600 Meter lange russische Flagge durch die Strassen zu tragen. Der tschetschenische Republikchef Ramsan Kadyrow schrieb auf seinem Instagramkonto, mehr als 100'000 Teilnehmer seien auf den Strassen gewesen, viele von ihnen hätten Porträts von Putin über ihren Köpfen gehalten.

Putin als Herkules

Russische Nachrichtenwebseiten veröffentlichten Fotos einer eintägigen Ausstellung in Moskau mit dem Titel «Die zwölf Grosstaten von Wladimir Putin», in der der Präsident als Herkules dargestellt wird: Er schlägt westliche Nationen, die als Schlangen und Monster verkleidet sind. Oder er zähmt einen Ochsen, Symbol für die Krim, die Russland im März annektiert hatte.

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kirill gratulierte Putin und sagte, dessen Amtszeit sei bereits jetzt ein «wesentlicher Bestandteil der nationalen Geschichte».

86 Prozent Zustimmung – und Spott

Putins ohnehin hohe Zustimmungsraten in der Bevölkerung stiegen in diesem Jahr nochmals, nachdem er den proeuropäischen Aufstand in der Ukraine mit der Einverleibung der Krim beantwortet und auf die Sanktionen des Westens trotzig reagiert hatte. 86 Prozent der Russen stimmen ihm dem unabhängigen Levada-Center zufolge zu. Das Institut hatte im September eine entsprechende Umfrage durchgeführt. Souvenirs mit dem Konterfei Putins sind absolute Bestseller geworden. Auch auf T-Shirts ist er häufig abgebildet.

Angesichts des sinkenden Werts des Rubels gab es aber auch einige hämische Kommentare in den sozialen Netzwerken. «Der Dollar steht bei 40 Rubel, der Euro bei 50, und Putin ist 62», lautete ein Scherz.

Gedenken an Anna Politkowskaja

Rund 50 Menschen, darunter viele Journalisten, haben am Dienstag in Moskau der Ermordung der regierungskritischen Journalistin Anna Politkowskaja vor acht Jahren gedacht. Die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung versammelten sich vor dem Eingang zu Politkowskajas damaliger Redaktion der oppositionellen Zeitung «Nowaja Gaseta». Sie legten vor einer Gedenkstelle mit einem Bildnis Politkowskajas Blumen nieder, die aus Ausschnitten europäischer und russischer Zeitungen geformt wurden.

Politkowskaja sei «das Symbol des Journalismus, das Symbol der Pressefreiheit», sagte der Leiter der russischen Sektion der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI), Sergej Nikitin. Die Auftraggeber des Mordes sind bis heute nicht bekannt. Allerdings wurden der mutmassliche Organisator und der mutmassliche Todesschütze im Juni zu jeweils lebenslanger Haft verurteilt.

Die Journalistin war am 7. Oktober 2006 im Treppenhaus ihres Moskauer Wohnhauses erschossen worden. Politkowskaja war als scharfe Kritikerin von Präsident Wladimir Putin bekannt und prangerte in ihren Berichten insbesondere Menschenrechtsverletzungen während des Tschetschenienkriegs an. Ihre Ermordung hatte international für Empörung gesorgt.

SDA/rub

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