Sie öffnet ihren Safe

MacKenzie Bezos, die Ex-Frau von Amazon-Chef Jeff Bezos, will die Hälfte ihres Milliardenvermögens spenden.

Überliess ihrem Mann 75 Prozent der gemeinsamen Amazon-Aktien und ihre Stimmrechte: MacKenzie Bezos. (Foto: Keystone)

Überliess ihrem Mann 75 Prozent der gemeinsamen Amazon-Aktien und ihre Stimmrechte: MacKenzie Bezos. (Foto: Keystone)

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Sie ist zwar eine erfolgreiche Autorin, deren zwei Romane mit ausgezeichneten Kritiken bedacht wurden. Doch MacKenzie Bezos stand immer im Schatten von Jeff Bezos, dem Gründer von Amazon und reichsten Mann der Welt. Seit einem guten Monat sind die beiden nun geschieden, seit einem guten Monat ist MacKenzie Bezos die drittreichste Frau der Welt mit einem Vermögen von etwa 38 Milliarden Dollar. Nun setzt sie eigene Akzente.

Diese Woche hat sie den «Giving Pledge» unterzeichnet, das «Gelöbnis der Geber»: Sie verspricht, mindestens die Hälfte ihres Vermögens wohltätigen Zwecken zu spenden. «Wir kommen zu den Vorteilen, die wir haben, durch eine unendliche Reihe von Einflüssen und glücklichen Fügungen, die wir niemals vollkommen begreifen werden», schrieb sie in einer Erklärung. «Ich besitze eine unverhältnismässig grosse Geldsumme, die ich teilen kann.» Aber auch andere Fähigkeiten aus ihrem «Safe» werde sie zur Verfügung stellen: «Zeit, Aufmerksamkeit, Wissen, Geduld, Kreativität, Talent, Humor, Mitgefühl».

Bildstrecke: Bezos' Scheidung

Giving Pledge wurde 2010 von Microsoft-Chef Bill Gates mit seiner Frau Melinda und Grossinvestor Warren Buffett gegründet. Die Organisation ruft die Superreichen der Welt auf, ihr Geld mindestens zur Hälfte für gemeinnützige Ziele einzusetzen. Bisher haben 204 Personen aus 23 Ländern das Gelübde unterzeichnet.

Wohnungen für Obdachlose finanziert

Ex-Mann Jeff Bezos reagierte mit Lob auf die Entscheidung seiner Ex-Frau: «MacKenzie wird als Philanthropin wunderbar und wohlüberlegt und wirkungsvoll sein, ich bin stolz auf sie», twitterte er. Jeff Bezos selbst ist bisher nicht als Wohltäter aufgefallen. Stattdessen steckt er Milliarden ins Raumfahrtunternehmen Blue Origin oder lässt für Millionen in der Wüste von Texas das Riesenuhrwerk «Clock of the Long Now» bauen, das 10'000 Jahre lang selbstständig laufen soll.

MacKenzie Bezos hingegen hat sich schon in der Vergangenheit für wohltätige Zwecke eingesetzt. Die 49-jährige Kalifornierin hat Wohnungen für Obdachlose finanziert und Stipendien für papierlose Immigranten. Auch für die Überwindung politischer Differenzen hat sie sich engagiert. Die von ihr 2014 gegründete Organisation Bystander Revolution (in etwa «Revolution der Unbeteiligten»), die gegen Mobbing eintritt, leitet sie als Direktorin.

«Kein innerer Drang zieht grössere Kreise als der Wunsch, anderen zu Diensten zu sein.»

MacKenzie und Jeff, seit 1993 verheiratet, lernten sich kennen, als sie beide bei einem Hedgefonds in New York arbeiteten. Sie haben vier gemeinsame Kinder, drei Söhne und eine aus China adoptierte Tochter. MacKenzie war eine der ersten Angestellten von Amazon, das von einer Versandbuchhandlung zu einem der grössten Technologiekonzerne weltweit wurde. Ihre Trennung gaben die beiden im Januar via Twitter bekannt. Anfang April wurde die Scheidung vollzogen. MacKenzie überliess Jeff 75 Prozent der gemeinsamen Amazon-Aktien und ihre Stimmrechte.

Die Zeit des Geschäftemachens scheint MacKenzie Bezos völlig hinter sich lassen zu wollen. «Kein innerer Drang zieht grössere Kreise als der Wunsch, anderen zu Diensten zu sein», schrieb sie diese Woche. Sie werde sich mit «Zeit und Einsatz und Umsicht» der wohltätigen Arbeit widmen, «bis der Safe leer ist».

Erstellt: 30.05.2019, 23:16 Uhr

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