Stefan Raab beendet seine TV-Karriere

16 Jahre lang war Stefan Raab auf Prosieben zu sehen. Ende 2015 ist Schluss. Der Entertainer hat das Ende seiner Karriere angekündigt.

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Der Moderator Stefan Raab beendet zum Jahresende seine langjährige Fernsehkarriere. Nach mehr als 16 gemeinsamen Jahren werde Raab Ende 2015 seine letzte TV-Show moderieren, teilten Raab und der Sender Prosieben am Mittwochabend in einer gemeinsamen Presseerklärung auf der Website des Senders mit.

Ich habe mich entschlossen zum Ende dieses Jahres meine Fernsehschuhe an den Nagel zu hängen», erklärte Raab. Zwar habe es ihn «sehr geehrt», dass Prosieben ihm eine mehrjährige Vertragsverlängerung angeboten habe. «Dennoch habe ich meine Entscheidung nach reiflicher Überlegung und mit Überzeugung getroffen.»

Stefan Raab ruft als Dieter Bohlen bei der Plattenfirma an. (Video: Youtube/MySpassde)

Raab bedankte sich bei seinem Sender, «der mich in den vergangenen Jahren alle meine Ideen hat umsetzen lassen». Die Zusammenarbeit werde «im besten Verhältnis, das man haben kann», beendet. «Vielen Dank für 16 ausserordentliche, tolle und erfolgreiche Jahre», schrieb Raab.

«Eine TV-Ära geht zu Ende»

Der Prosieben-Senderchef und Vorsitzende der Geschäftsführung der ProsiebenSat.1 TV Deutschland GmbH, Wolfgang Link, erklärte, mit Raabs Entschluss gehe «eine TV-Ära zu Ende». Der Entertainer habe «das deutsche Fernsehen geprägt». «Er hat uns viele neue Shows und unzählige magische Momente geschenkt.» Link verwies darauf, dass Raabs Samstagabendshow «Schlag den Raab» in der ganzen Welt adaptiert worden sei. «Sollte er jemals einen Rücktritt vom Rücktritt in Erwägung ziehen: Bei Prosieben stehen ihm alle Türen offen», fügte der Senderchef hinzu.

Wok-WM. (Video: Youtube/MySpassde)

Der für seinen deftigen Humor bekannte Raab hatte zu Beginn seiner TV-Karriere beim Musiksender Viva moderiert, später übernahm er mit «TV total» eine regelmässige Late-Night-Show, die seit 16 Jahren läuft. Ausserdem etablierte Raab Formate wie die «Wok-Weltmeisterschaft» und «Schlag den Raab», bei dem Kandidaten in den verschiedensten Disziplinen gegen Raab antreten. Auch beim TV-Duell der Kanzlerkanidaten vor der Bundestagswahl 2013 machte Raab eine gute Figur.

Einen Namen machte sich Raab auch in der Musikbranche, indem er den lange kriselnden Eurovision Song Contest (ESC) in Deutschland wieder populär machte. 1998 schickte er als Produzent den Schlagersänger Guildo Horn mit «Guildo hat euch lieb» ins Rennen, damit landete Deutschland auf Platz sieben des ESC. Im Jahr 2000 holte Raab selbst mit dem Nonsens-Titel «Wadde hadde dudde da?» sogar Platz fünf. Der grösste Erfolg gelang dem Entertainer mit der Entdeckung von Lena Meyer-Landrut, der 2010 in Oslo nach 28 Jahren wieder ein deutscher ESC-Sieg gelang.

Platz fünf für «Wadde hadde dudde da?» am ESC. (Video: Youtube/2000ESC2003)

Zerwürfnis mit Prosieben?

Noch im vergangenen Jahr hatte Prosieben eine neue grosse Show mit Raab angekündigt. Zuletzt hatte es Spekulationen über ein Zerwürfnis zwischen dem Entertainer und seinem Haussender sowie über einen möglichen Wechsel zum Konkurrenten RTL gegeben.

Stefan Raab gewann laut Prosieben alle wichtigen deutschen Fernsehpreise: den Adolf-Grimme-Preis, den Deutschen Fernsehpreis, den Comedy-Preis und den Bayerischen Fernsehpreis. (woz/chk/AFP/sda)

Erstellt: 17.06.2015, 23:24 Uhr

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