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Gericht lässt Bill Cosby abblitzen

Mehrere Frauen warfen Bill Cosby nicht nur sexuelle Übergriffe vor, sondern verklagten ihn auch wegen Verleumdung. In Massachusetts verbuchten sie einen ersten Erfolg.

Gericht will eine Klage gegen ihn nicht zurückziehen: Bill Cosby. (Archivbild)
Gericht will eine Klage gegen ihn nicht zurückziehen: Bill Cosby. (Archivbild)
John Minchillo, Keystone

Ein Bundesgericht im US-Staat Massachusetts will eine Klage gegen US-Komiker Bill Cosby wegen Verleumdung mehrerer Frauen nicht zurückziehen. Drei Klägerinnen, die laut eigenen Angaben von dem Comedian sexuell missbraucht worden sind, beschuldigen Cosby auch wegen übler Nachrede, weil dessen Anwälte ihre Aussagen diffamierend zurückgewiesen haben sollen. Das Urteil vom Freitag ist ein rechtlicher Schlag gegen den 78-jährigen, dem Dutzende Frauen sexuelle Übergriffe vorgeworfen haben.

Die drei Frauen klagen, dass Cosbys Anwälte ihren Ruf beschädigt hätten, indem sie ihre Anschuldigungen in teils abschätzigen Worten dementiert hätten. Cosbys Verteidigung wollte, dass das Gericht die Klage fallen lässt. Als Begründung führten sie an, dass es sich bei den Aussagen um rechtliche Erklärungen und persönliche Meinungen gehandelt habe. Dies wies US-Bezirksrichter Mark Mastroianni am Freitag zurück.

Argumente zurückgewiesen

Die Frauen – Tamara Green, Therese Serignese und Linda Traitz – beschuldigen Cosby, sie vor Jahrzehnten erst betäubt und dann ungewünschten sexuellen Kontakt mit ihnen gehabt zu haben. Die Kommentare der Anwälte des Komikers, die laut ihrer Klage rufschädigend waren, waren diejenigen, die ihre Anschuldigungen als «lächerliche Behauptungen» und «absurde Erfindungen» bezeichneten. Ein Statement spielte auf Traitz' Haftstrafenregister hin.

Mastroianni wies das Argument von Cosbys Verteidigung zurück, es habe sich um in Selbstverteidigung gemachte rechtliche Deklarationen gehandelt. Das rechtliche Privileg, unter bestimmten Bedingungen in Selbstverteidigung selbst verleumderische Antworten zu geben, erlaube es einem Verteidiger nicht, wissentlich falsche Tatsachendarstellungen abzugeben, schrieb der Richter in seinem 38 Seiten langen Urteil.

«Der Fall wird fortgesetzt»

Telefonanfragen bei vier Anwälten, die Bill Cosby bei der Massachusetts-Klage vertreten, wurden zunächst nicht beantwortet. Ein Anwalt der drei Frauen, Joseph Cammarata, sagte: «Wie wir erwartet und gehofft haben, hat der Richter jeden Versuch von Herrn Cosby zurückgewiesen, den Fall aus dem Gericht herauszuwerfen und erlaubt, dass der Fall fortgesetzt wird.»

In einem Klageverfahren hatte Cosby im Jahr 2005 eingeräumt, etliche aussereheliche Affären gehabt zu haben. Darunter sind Frauen, die ihm sexuelle Übergriffe vorwerfen. Zu einer Anklage gegen Cosby kam es nie.

AP/chk

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