Crawfords Tochter lernt die dunkle Seite der Öffentlichkeit kennen

Die 16-jährige Kaia Gerber steigt ins Familiengeschäft ein und wird von der Modeszene gefeiert. Aber nicht nur.

Nachwuchsmodel Kaia Gerber auf einer Fashion Show in Mailand in Italien. (Foto: Andreas Solaro/AFP)

Nachwuchsmodel Kaia Gerber auf einer Fashion Show in Mailand in Italien. (Foto: Andreas Solaro/AFP)

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Vor drei Wochen hat die US-Vogue einen kleinen Film auf Youtube veröffentlicht, in dem ein sehr dünnes, 16-jähriges Mädchen die Hauptrolle spielt. Es ist eine Art schnell geschnittener Musikclip ohne Musiker, in dem das Mädchen durch New York stakst, über Laufstege und in Hotelzimmer rauscht, aus Taxis klettert und in Hinterhöfen geshootet wird, mit sehr souveränen Posen und sehr souveränen «Oh my god!»-Geräuschen, wie sie zur Modewelt bekanntlich dazugehören. Anlass für die dreiminütige Ehrung war die Einführung von Kaia Gerber, so heisst das Mädchen, in die höhere Fashion-Gesellschaft.

Die vergangenen Modewochen waren für sie tatsächlich so etwas wie die erste Ballsaison für eine junge Adelige, denn Gerber gehört als Tochter von Cindy Crawford und Unternehmer Rande Gerber zur Model-Aristokratie. Und auch wenn sie den berühmten Namen der Mutter nicht trägt, so ziemlich alles andere, was Cindy Crawford in den 80er- und 90er-Jahren zum Topmodel gemacht hat, wurde an Kaia weitergegeben. Kühne Lippen, Flamingostelzen, sanft schimmernder Teint, Augen in der Farbe Obsidian, sogar der Laufstil - die Gene haben hier ganze Arbeit geleistet. Die Branche konnte es deshalb kaum abwarten, diesen wohlgeratenen Nachwuchs ausgiebig zu fördern - und Kaia machte alles mit.

Die grossen Labels lieben sie: Kaia Gerber. Video: Youtube/Vogue

Sie lief in den letzten Wochen bei nahezu jedem grossen Label, beehrte hintereinander die Runways von Calvin Klein, Alexander Wang, Marc Jacobs, Burberry, Prada, Fendi, Moschino, Valentino, Chloé und Miu Miu, Saint Laurent und natürlich Chanel. Bei Versaces denkwürdiger Inszenierung in Mailand war sie sogar zusammen mit ihrer Mutter in einer Show, und alle flippten erwartungsgemäss aus.

Ist ja auch ungewöhnlich, die meisten Models beginnen ihre Karriere als No-Name und müssen erst mal eine Marathondistanz auf dem Laufsteg zurücklegen, bevor sie etwas gelten. Bei Kaia deutet nach diesem Einstand dagegen alles auf ein Leben als Instant-Supermodel hin - bereits mit 13 Jahren wurde sie von der Agentur IMG in New York unter Vertrag genommen, Anfragen von Top-Labels und Teen-Vogue-Shootings gab es schon deutlich früher.

Fotos wirken medizinisch grenzwertig

Vielleicht geht diese Übergabe aber auch zu schnell und zu glatt, um wirklich dauerhaft glänzen zu können. Jedenfalls gibt es neben den Hurra-Rufen auch schon zahlreiche zweifelnde Töne zum Debüt des amerikanischen Superkükens. Am hartnäckigsten: Das Mädchen sei viel zu dünn. Tatsächlich wirken einige Fotos aus ihrer Sedcard und auf dem Instagram-Kanal medizinisch grenzwertig. Besonders ein Bild, das vor der Fendi-Show aufgenommen wurde, hat auf Instagram für Empörung gesorgt - und zwar nicht, weil Kaia dabei ein Metallica-T-Shirt trägt. Sondern weil es aussieht, als würde dieses T-Shirt direkt auf den Knochen aufliegen.

prep for fendi

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In hunderten Kommentaren ferndiagnostizierten daraufhin Fans eine Essstörung – und warnten davor, Kaia zum Vorbild für die nächste Generation heranwachsender Mädchen zu stilisieren.

Ebenfalls bemängelt wurden laszive Bademantel-Fotos

Auch bei diesen Vorwürfen spielt natürlich der Abgleich mit Mutter Cindy eine gewisse Rolle. Die stand schliesslich immer im Ruf eines annähernd gesunden Supermodels mit dem Mut, sich zur weiblichen Anatomie zu bekennen. Zufall oder nicht – im angesprochenen Vogue-Clip zeigt dann gleich die erste Szene eine leicht görenhafte Kaia, die in der Hotelsuite demonstrativ in einen Burger beisst. Ebenfalls bemängelt wurden im Vorfeld zudem bereits laszive Bademantel-Fotos, die Kaia selbst als 15-Jährige lancierte und ein – nicht bestätigter – erster Besuch beim Schönheitschirurgen, der den Augenringen des Teenagers geschuldet gewesen sein soll.

So glanzvoll das Erbe ist, das Kaia angetreten hat, leicht zu schultern ist es vermutlich nicht. Immerhin aber kann sie bei Problemen auf Fachwissen in der engsten Verwandtschaft zurückgreifen – auch ihr Bruder Presley ist sagenhaft schnittig geraten und modelt gleichfalls. Wangenknochen verpflichten eben. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.10.2017, 12:14 Uhr

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