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Weil sie mehr als ein «Mädchen» ist

Manuela Frey ist das erfolgreichste Schweizer Nachwuchsmodel. Nun moderiert sie «Switzerland’s Next Topmodel».

Manuela Frey gewann 2012 den Elite-Model-Look. Foto: Steffen Schmidt (Keystone)
Manuela Frey gewann 2012 den Elite-Model-Look. Foto: Steffen Schmidt (Keystone)

Ein «Mädchen» zu sein, wie Models in Castings konsequent genannt werden, ist harte Arbeit. Aber das sieht man Manuela Frey nicht an. 181 Zentimeter, blondes Wuschelhaar und ein Lachen wie der Grand Canyon. «Ich liebe das Modeln», sagt die 22-Jährige, sie kennt das Business. Seit sechs Jahren lebt sie in New York, doch nun steht ein nächster Karriereschritt an. Ab heute Abend wird sie auf Pro 7 «Switzerland’s Next Topmodel» moderieren, eine Show nach dem Vorbild von Heidi Klums Erfolgssendung, in der mit viel Gekreische, Gegrinse und Geheule das perfekte «Mädchen» für den Job gesucht wird.

Die «Schweizer Heidi Klum» – für Frey ein Kindheitstraum. Wobei, nicht ganz. Aufgewachsen im aargauischen Brugg, wäre sie gern eines der «Mädchen» gewesen, die Heidi zu Höchstleistungen peitschte. Mit 16 bewarb sie sich beim Elite-Model-Look-Switzerland-Wettbewerb und setzte sich gegen 850 Mitbewerberinnen durch. Anstatt halt doch einfach Lehrerin zu werden, packte sie ihre Chance. Sie beendete die obligatorische Schule, liess sich von der Modelagentur Option verpflichten und legte los: Mailand, Paris, London, New York, Shows, Shows, Shows, Shows.

Frey nahm ihren Job von Beginn weg ernst. Sie hielt sich an die Tipps des Managements: Am besten nur schwarz tragen, Punk und Barbie­sachen sind tabu, höchstens drei Farben kombinieren und immer High Heels tragen. Models führen ein strikt durchgetaktetes und diszipliniertes Leben: viel Sport, wenig Essen, immer reisen, Flugzeug, Laufsteg, Hotelzimmer, immer umgeben von Horden anderer hoffnungsvoller «Mädchen», die ebenfalls schön, gross und schlank sind.

Zeitweise lebte sie mit bis zu zehn anderen Models in WGs, mittlerweile im eigenen Apartment. Um Bodenhaftung zu bewahren, telefonierte sie täglich mit ihrem Mami. Frey nahm sich vor, immer pünktlich, höflich und fleissig zu sein und alle gleich zu behandeln, ob Chef oder Putzfrau. Das zahlte sich aus. Frey gilt als sehr diszipliniert und wird regelmässig gebucht. Mittlerweile gilt sie als hoffnungsvollstes Schweizer Nachwuchsmodel.

Nun hat sie auch eine eigene Model­show. Sie wird bereits als «Model­mama» und «Schweizer Heidi Klum» bezeichnet, was etwas hilflos ist, schliesslich sind ein paar Kandidatinnen sogar älter als sie. Was zähle, sagt sie, sei die Erfahrung, die sie den Kandidatinnen voraus hat. Und natürlich auch die Erfahrung, die sie selber als Moderatorin sammeln durfte. Nach einem Crashkurs in Körperhaltung, Mimik und Handpositionen legte sie einfach los. Aufgenommen im April, dauerten die Dreharbeiten nur einen Monat. Und in ein paar Tagen geht es für Frey auch schon zurück nach New York – um zu arbeiten.

Statt der bemühten Strenge der Heidi Klum punktet Frey mit Natürlichkeit, schliesslich ist sie im Grunde selbst noch ein «Mädchen». Doch nicht nur: Mittlerweile hat sie sich zur Ernährungsberaterin ausbilden lassen und interessiert sich auch fürs Immobiliengeschäft. Auch eine zweite Staffel der Modelshow könnte sie sich vorstellen, wenn es denn eine geben sollte. Sie hat noch viel vor – viel mehr, als bloss ein blosses «Mädchen» zu sein.

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