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Whitney Houstons Tochter ins Spital eingeliefert

Nach dem Tod von Whitney Houston musste ihre Tochter Bobbi Kristina Brown hospitalisiert werden. Die Soul-Queen wurde in der Badewanne aufgefunden. Ihr Tod überschattete auch die Verleihung der Grammys.

Hier wurde Whitney Houstons lebloser Körper in der Badewanne gefunden: Das Beverly Hilton Hotel in Beverly Hills, Los Angeles. (11. Februar 2011)
Hier wurde Whitney Houstons lebloser Körper in der Badewanne gefunden: Das Beverly Hilton Hotel in Beverly Hills, Los Angeles. (11. Februar 2011)
AFP
Nach dem Tod der Mutter bricht die Tochter zusammen: Bobbi Kristina Brown (l.) singt mit Mutter Whitney Houston im New Yorker Central Park. (1. September 2009)
Nach dem Tod der Mutter bricht die Tochter zusammen: Bobbi Kristina Brown (l.) singt mit Mutter Whitney Houston im New Yorker Central Park. (1. September 2009)
Keystone
Todesursache zurzeit unbekannt: Ein Auto der Polizei vor dem Hotel, in dem Whitney Houston tot aufgefunden wurde. (11. Februar 2012)
Todesursache zurzeit unbekannt: Ein Auto der Polizei vor dem Hotel, in dem Whitney Houston tot aufgefunden wurde. (11. Februar 2012)
AFP
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Die im Alter von 48 Jahren unerwartet verstorbene Popsängerin Whitney Houston ist in einem Hotelzimmer in Beverly Hills in der Badewanne aufgefunden worden. Dies bestätigte ein Gerichtsmediziner. Die Klärung der Todesursache werde indes Wochen dauern, sagte Ed Winter weiter. Die Polizei habe angeordnet, dass keine Einzelheiten zur Autopsie des Leichnams veröffentlicht werden. Die toxikologischen Untersuchungen dauerten Wochen. Nur durch sie könne bestimmt werden, wie Houston am Samstag in dem Hotelzimmer ums Leben kam.

Was die Ermittler im Einzelnen in dem Zimmer vorfanden, wollte Winter nicht sagen. Es werde keinerlei Todesursache ausgeschlossen. Derzeit gebe es aber keine Anzeichen für ein Fremdverschulden. Medienberichte, wonach Houston verschreibungspflichtige Medikamente in ihrem Zimmer gehabt haben soll, wollte er nicht kommentieren. Ein Polizeisprecher erklärte, möglicherweise würden heute weitere Details über den Tod der Sängerin bekannt gegeben, dies sei aber noch nicht sicher.

Angstzustände

Die Tochter der verstorbenen Soul-Diva Whitney Houston ist gestern mit «Stresssymptomen» ins Krankenhaus eingeliefert worden. Bobbi Kristina Brown habe unter Angstzuständen gelitten und sei ins Cedars-Sinai Hospital in Beverly Hills gebracht worden, sagten ein Freund der 18-Jährigen und ein Polizeisprecher. Die 18-Jährige war zuvor aus dem Hilton Hotel in Beverly Hills gebracht worden, wie die Feuerwehr mitteilte.

Einen Tag zuvor war ihre Mutter in dem gleichen Hotel tot aufgefunden worden. Ihr Bodyguard fand Houstons leblosen Körper am Samstagnachmittag in ihrem Hotelzimmer in Beverly Hills, sagte Courtney Barnes, Sprecher des Musikers Ray J, der mit der Sängerin liiert war, gegenüber CNN.

Die Familie der Poplegende äusserte sich erstmals zu der «unvorstellbaren Tragödie» des Todes Houstons. «Wir sind durch den Verlust unserer geliebten Whitney am Boden zerstört», hiess es in einer Erklärung. «Wir werden sie sehr vermissen.»

TMZ: Tabletten gegen Angstzustände

Die Promi-Website TMZ berichtete, in Houstons Hotelzimmer im Beverly Hilton seien verschreibungspflichtige Tabletten gefunden worden. Angehörige wurden mit den Worten zitiert, die Sängerin habe ein Mittel gegen Angstzustände genommen.

TMZ will auch herausgefunden haben, dass Whitney Houston möglicherweise in der Badewanne ertrank.

Letzter Auftritt am Vorabend

Die Polizei erhielt nach eigenen Angaben um 15.43 Uhr einen Notruf aus dem Hotel. Diesen soll ihr Freund, R&B-Sänger Ray J, abgesetzt haben. Sanitäter, die bereits wegen einer Grammy-Party vor Ort waren, hätten vergeblich versucht, Houston wiederzubeleben. Um 15.55 Uhr sei die Sängerin für tot erklärt worden.

Ein Video zeigt Whitney Houston bei ihrem letzten Auftritt. Gemeinsam mit der Sängerin Kelly Price sang sie am Vorabend ihres Todes auf einer Bühne in Los Angeles den Song «Jesus Loves Me». Ihre Performance war da, wie man es schon von ihren letzten Auftritten her kennt, kraftlos.

Hudson wird zu Ehren Whitneys singen

Whitney Houstons Entdecker, Clive Davis, hielt eine Pre-Grammy-Gala in dem Hotel ab. Houston hätte dort auftreten sollen. Erst vor wenigen Tagen sagte Davis gegenüber CNN, in Houston habe er «eine Tiefe, einen Stimmumfang und eine Seele gesehen», die man so selten sieht. «Whitney war eine wunderbare Person und sie hatte ein Talent, das mit nichts zu vergleichen ist», sagte der sichtlich mitgenommene langjährige Mentor heute.

Die amerikanische Sängerin und Schauspielerin Jennifer Hudson wird bei den Grammy-Verleihungen zu Ehren ihres verstorbenen Idols singen. Hudson hatte bei einer Veranstaltung am Vorabend der Grammy-Verleihung über Houstons Einfluss auf ihre Karriere gesprochen. Whitney Houston war es auch, die Hudson ihren ersten Grammy überreichte.

Houstons Patentante Aretha Franklin war fassungslos. «Ich kann jetzt nicht darüber sprechen», erklärte sie. «Es ist so bewegend und unglaublich. Ich konnte nicht glauben, was ich auf dem Fernsehschirm gelesen habe.»

Änderungen am Grammy-Programm

Der Tod der Popqueen hat vor allem ihre Künstlerkollegen schwer getroffen, von denen sich am Wochenende bereits viele für die Grammys in Los Angeles aufhielten. «Der Tod meiner Freundin bricht mir das Herz. Als eine der grossartigsten Stimmen, die jemals die Welt beehrten, wird sie niemals vergessen werden», erklärte etwa der US-Popstar Mariah Carey. «Keine Worte! Nur Tränen», lautete die Botschaft von R&B-Star Rihanna.

«Whitney Houston, sechsfache Grammy-Gewinnerin, war eine der grössten Popsängerinnen aller Zeiten», würdigte Grammy-Chef Neil Portnow die Sängerin. «In unserer Musikgemeinschaft ist heute ein Licht ausgegangen, und wir sprechen ihrer Familie, Freunden, Fans und allen, die von ihrer schönen Stimme berührt waren, unser tiefstes Mitgefühl aus.»

Grammy-Organisator Ken Ehrlich liess nach dem unerwarteten Tod Houstons wissen, dass die Verleihung zwar nicht von Grund auf umgekrempelt werde, aber gewisse Änderungen geplant seien, damit es eine respektvolle Veranstaltung werde. Mit einem Auftritt von Jennifer Hudson, die 2009 die Trophäe für das beste R&B-Album von Whitney Houston überreicht bekam, sollte an den Star erinnert werden. «Sie hätte gewollt, dass die Show weitergeht», sagte Ehrlich.

Neue Projekte

Nur Stunden vor der Todesnachricht war über neue Projekte für Houston spekuliert worden. Unter anderem sollte sie eine Zukunft in der populären Talentshow «The X Factor» haben. Dort sollte sie künftig als Jurymitglied auftreten, hiess es.

Die ganze Hoffnung der Sängerin, und auch ihres Umfelds, schien aber auf «Sparkle» zu liegen. Der Film, der auf der Musikkarriere der Supremes basiert, soll im August in die Kinos kommen.

Golden Girl der Musikindustrie

Geboren wurde Whitney Houston am 9. August 1963 im US-Staat New Jersey. Die Musik wurde ihr buchstäblich in die Wiege gelegt. Ihre Mutter Cissy Houston war eine leidenschaftliche Gospelsängerin, die schon mit Superstars wie Elvis Presley oder Aretha Franklin auf der Bühne stand. Mit elf Jahren war die kleine Whitney bereits Mitglied im «New Hope Baptist Junior Choir» ihrer Kirche in New Jersey. Ihre Mutter unterstützte sie später bei Nachtclub-Konzerten.

«Als ich sie zum ersten Mal bei einem Auftritt ihrer Mutter in einem Klub singen hörte, war das ein sagenhaftes Erlebnis», sagte Clive Davis, der als Entdecker Houstons gilt. «Allein schon zu hören, wie dieses Mädchen dem Song Feuer einhauchte. Da sind mir sprichwörtlich Schauer über den Rücken gelaufen.»

Mit ihrem gefeierten Debütalbum «Whitney Houston» sollte Houston 1985 ihren Ruf als Golden Girl der Musikindustrie begründen. Zu ihren Hits zählten in den 1980er- und 1990er-Jahren Lieder wie «Saving All My Love for You» und «I Will Always Love You». Houston gewann zahlreiche Grammys und verkaufte laut ihrer Website mehr als 170 Millionen Alben, Singles und Videos. Whitney Houston besitze eine der kräftigsten Gospelstimmen ihrer Generation, schrieb einst die «New York Times.» Anders als Soul-Legenden wie Franklin wuchs Houston aber bald über ihre musikalischen Wurzeln hinaus und erreichte mit einer Annäherung an die Popmusik ein noch breiteres Publikum. Zudem trat sie in Filmen wie «Bodyguard» und «Warten auf Mr. Right» auf.

«Ich bin mein grösster Fluch»

Doch Drogenprobleme trübten ihre Erfolgsgeschichte ein ums andere Mal. Sie räumte ein, Marihuana, Kokain und Tabletten genommen zu haben. «Ich bin mein grösster Fluch», sagte Houston 2002 in einem Interview des US-Fernsehsenders ABC. «Entweder bin ich mein bester Freund oder mein grösster Feind.»

Zwar veröffentlichte sie 2009 ein Comeback-Album, doch ihre Tournee im Jahr darauf war von Negativschlagzeilen geprägt: Sie musste etliche Konzerte wegen Krankheit absagen und erhielt negative Kritiken von Fans, die von Houstons Gesang und Auftritten enttäuscht waren. Berichte über einen angeblichen Drogenrückfall wies die Exfrau des R&B-Sängers Bobby Brown zurück. Eine Sprecherin erklärte im Frühjahr 2011, die Sängerin habe sich erneut in eine Entzugsklinik begeben. Ihre goldene Stimme hatte Houston zu diesem Zeitpunkt bereits eingebüsst. Sie klang rau, schal und versagte.

Der Priester Al Sharpton kündigte für die Messe am Sonntagmorgen in der Zweiten Baptistenkirche in Los Angeles ein Gebet für Houston an. «Am Morgen vor den Grammys sollte die Welt innehalten und beten, zum Andenken an einen begabten Singvogel», sagte Sharpton.

(dapd/sda/AFP)

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