«Paparazzi verfolgten Kachelmann bis nach Kanada»

635'000 Euro soll «Bild» Jörg Kachelmann bezahlen. Was bedeutet das Urteil? Schmerzt es die Zeitung? Dazu Journalist und Buchautor Thomas Knellwolf.

«Ich zweifle, dass das Urteil Bestand hat», sagt Experte Thomas Knellwolf. Video: Adrian Panholzer und Robin Schwarz

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Axel Springer und die «Bild»-Zeitung sollen wegen ehrverletzender Berichterstattung über den Vergewaltigungsprozess gegen Jörg Kachelmann 635'000 Euro Schmerzensgeld an den Meteorologen zahlen. Die Springer-Publikationen hätten in der Berichterstattung zu dem Prozess unter anderem Informationen über Kachelmanns Sexualleben preisgegeben und damit seine Intimsphäre und sein Selbstbestimmungsrecht verletzt, entschied das Landgericht Köln. Springer kündigte Berufung an.

Kachelmann war Ende Mai 2011 in Mannheim vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden. Dem Kölner Landgericht zufolge verletzten Springer-Medien mit ihrer Berichterstattung aus diesem Verfahren in 38 Fällen die Persönlichkeitsrechte Kachelmanns «schwerwiegend».

Thomas Knellwolf, Leiter des Rechercheteams des «Tages-Anzeigers», ordnet im Video (siehe oben) das Urteil ein. Er sagt, warum es wohl kaum Bestand haben wird und wie es zur Höhe des Betrags gekommen ist. Knellwolf ist Autor des Buches «Die Akte Kachelmann – Anatomie eines Skandals», in dem er den Prozess gegen den Meteorologen analysiert hat.

Erstellt: 30.09.2015, 16:51 Uhr

Artikel zum Thema

«Bild»-Zeitung geht im Fall Kachelmann in Berufung

Der Springer-Verlag muss Jörg Kachelmann eine Rekordentschädigung zahlen. So will es das Landgericht Köln. Der Verlag zieht das Urteil nun weiter. Mehr...

Jörg Kachelmann fordert Schmerzensgeld in Rekordhöhe

Nach dem Mannheimer Prozess verklagte der Ex-TV-Moderator mehrere Medien wegen Persönlichkeitsverletzung. Das Kölner Landgericht entscheidet heute über eine 2,25-Mio.-Euro-Klage. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Feueralarm: Ein Lufttanker lässt Flammschutzmittel auf die Brände in den Gospers Mountains in New South Wales fallen. Durch die hohen Temperaturen und starke Winde ist in Australien die Gefahr von Buschfeuer momentan allgegenwärtig. (15. November 2019)
(Bild: Dean Lewins) Mehr...