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Südkorea setzt Kopfgeld auf Besitzer der «Sewol»-Fähre aus

Das Oberhaupt der Besitzerfamilie der im April gekenterten Fähre «Sewol» ist immer noch auf der Flucht. Nun hofft Südkorea mit einem grosszügigen Finderlohn auf Hinweise.

Oberhaupt der Besitzerfamilie ist auf der Flucht: die gekenterte Fähre «Sewol» (16. April 2014).
Oberhaupt der Besitzerfamilie ist auf der Flucht: die gekenterte Fähre «Sewol» (16. April 2014).
Keystone

Die südkoreanische Staatsanwaltschaft hat auf der Suche nach einem der mutmasslichen Verantwortlichen für das schwere Fahrunglück im April eine Belohnung von umgerechnet rund 37'000 Euro ausgesetzt. Das Geld stehe denjenigen zu, die Informationen über den Aufenthaltsort von Yoo Byung Eun lieferten, erklärte ein Vertreter der Anklagebehörde.

Der 73-jähriger Patriarch der Eignerfamilie der gekenterten Fähre «Sewol» befindet sich auf der Flucht. Die Ermittler vermuten den öffentlichkeitsscheuen Yoo hinter einem von seinen Kindern und Vertrauten geführten Unternehmenskomplex, zu dem auch das Fährunternehmen Chonghaejin Marine Co. gehört. Yoo soll hauptverantwortlich sein für ein Geschäftsklima, in dem Sicherheitsregeln zugunsten von Profit häufig missachtet wurden.

«Harte Bestrafung»

Direkt beteiligt ist Yoo aber nicht an dem Fährunternehmen. Der 73-Jährige und sein ältester Sohn Dae Gyun wurden ausserdem auf die Liste der meistgesuchten Verbrecher in Südkorea gesetzt, wie Staatsanwalt Kim Hoe Jong der Nachrichtenagentur Yonhap sagte. Jeder, der der Familie während der laufenden Ermittlungen helfe, werde hart bestraft. Die Ermittler wollen Yoo auch wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und der Veruntreuung befragen.

Mehr als tausend Polizisten hatten südlich von Seoul ein Kirchengelände gestürmt, auf dem sie Yoo vermuteten. Die Durchsuchung verlief jedoch erfolglos. Der 73-Jährige gilt nach Aussagen ehemaliger Mitglieder als spiritueller Führer der Evangelikalen Baptistenkirche von Korea, einer Kirchenabspaltung mit geschätzten 20'000 Anhängern.

Die Fähre «Sewol» war am 16. April mit 476 Menschen an Bord vor der Südküste des Landes gesunken. Nach offiziellen Angaben kamen 288 Menschen ums Leben, noch immer werden 16 Passagiere vermisst. Die meisten Opfer waren Schüler auf einem Ausflug. Der Grossteil der Crew rettete sich rechtzeitig, was den Zorn der Angehörigen noch anfachte. Der Kapitän und drei Besatzungsmitglieder wurden inzwischen wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Zudem stellte sich heraus, dass die Fähre deutlich überladen war.

AFP/thu

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