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Strauss-Kahn und der «diskrete» Ort

Beim Zuhälterei-Prozess gegen den einstigen IWF-Chef dreht sich alles um ein Appartement. Dort soll er Frauen empfangen haben, die er als «Material» oder «Geschenke» bezeichnete.

spu
Gegen den früheren Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) wurde wegen «schwerer Zuhälterei» ermittelt: Dominique Strauss-Kahn trifft in seinem Hotel in Lille ein. (17. Februar 2015)
Gegen den früheren Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) wurde wegen «schwerer Zuhälterei» ermittelt: Dominique Strauss-Kahn trifft in seinem Hotel in Lille ein. (17. Februar 2015)
Philippe Huguen, AFP
Bei den Vorwürfen gegen Strauss-Kahn handle es sich um eine «aberwitzige Konstruktion», sagt Strauss-Kahns Anwältin Frédérique Baulieu (rechts), hier mit ihrem Kollegen Henri Leclerc (links) auf dem Weg ans Schlussplädoyer ins Gericht. (18. Februar 2015)
Bei den Vorwürfen gegen Strauss-Kahn handle es sich um eine «aberwitzige Konstruktion», sagt Strauss-Kahns Anwältin Frédérique Baulieu (rechts), hier mit ihrem Kollegen Henri Leclerc (links) auf dem Weg ans Schlussplädoyer ins Gericht. (18. Februar 2015)
Denis Charlet, AFP
Auf dem Weg zum Gericht: Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn mit seinem Anwalt vor einem Hotel in Lille. (17. Februar 2015)
Auf dem Weg zum Gericht: Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn mit seinem Anwalt vor einem Hotel in Lille. (17. Februar 2015)
AFP
Bestritt nie, dass er an den Sexpartys teilgenommen hatte, will aber nicht gewusst haben, dass die Frauen Prostituierte waren: Dominique Strauss-Kahn (links) auf einer Gerichtszeichnung. (12. Februar 2015)
Bestritt nie, dass er an den Sexpartys teilgenommen hatte, will aber nicht gewusst haben, dass die Frauen Prostituierte waren: Dominique Strauss-Kahn (links) auf einer Gerichtszeichnung. (12. Februar 2015)
Benoit Peyrucq, AFP
Belagert: Journalisten umringen Dominique Strauss-Kahn, als dieser sein Hotel in Lille verlässt. (12. Februar 2015)
Belagert: Journalisten umringen Dominique Strauss-Kahn, als dieser sein Hotel in Lille verlässt. (12. Februar 2015)
Keystone
Die Carlton-Affäre: Henri Leclerc, einer der Anwälte von DSK, telefoniert während einer Pause. (12. Februar 2015)
Die Carlton-Affäre: Henri Leclerc, einer der Anwälte von DSK, telefoniert während einer Pause. (12. Februar 2015)
Reuters
Strauss-Kahn wird zum Gericht in Lille chauffiert. (10. Februar 2015)
Strauss-Kahn wird zum Gericht in Lille chauffiert. (10. Februar 2015)
Michel Spingler, Ex-Press
Auch Femen macht ihm den Prozess: Eine Aktivistin wirft sich vor dem Gerichtsgebäude auf Strauss-Kahns Limousine. (10. Februar 2015)
Auch Femen macht ihm den Prozess: Eine Aktivistin wirft sich vor dem Gerichtsgebäude auf Strauss-Kahns Limousine. (10. Februar 2015)
Denis Charlet, AFP
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Dominique Strauss-Kahn hatte sich das «Junggesellen»-Appartement in Paris gemietet, um es für Sexpartys mit Callgirls zu nutzen, so hiess es im Prozess.

Er habe einen «diskreten» Ort für Treffen mit politischen Freunden und mit Frauen gebraucht, begründete der damals verheiratete Strauss-Kahn vor dem Gericht in Lille die Anmietung der Wohnung unter dem Namen eines Freundes. Er blieb aber dabei, dass er nicht gewusst habe, dass die Frauen bei den Sexpartys Prostituierte gewesen seien.

«Wen hast du im Gepäck?»

Die Befragung Strauss-Kahns, die am Donnerstag nach zweieinhalb Tagen zu Ende ging, bezog sich auch auf eine Reihe von SMS-Nachrichten, die der heute 65-Jährige mit anderen Angeklagten in Lille ausgetauscht hatte. «Wen hast du im Gepäck?», schrieb er etwa dem Unternehmer Fabrice Paszkowski. In anderen Textnachrichten wurden die Frauen als «Material» oder «Geschenk» tituliert.

Strauss-Kahn blieb zwar dabei, dass es für ihn um Frauen und nicht um Prostituierte gegangen sei, die zu den Partys mitkommen sollten. Er räumte aber ein, dass dies eine unpassende Wortwahl unter Männern gewesen sei.

Strauss-Kahn hob auch hervor, dass manche der Textnachrichten verdeutlichten, dass ihm die Partys vorgeschlagen worden seien und er nicht der Organisator gewesen sei. Diese Verteidigungslinie hatte der frühere sozialistische Spitzenpolitiker bereits in den beiden Vortagen beibehalten. Die Anklage der schweren Zuhälterei gegen ihn gründet sich unter anderem auf die Textnachrichten und auf das Abhalten von Sexpartys in Strauss-Kahns Wohnung.

Schwere Strafe droht

Dem früheren Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), der im Mai 2011 wegen Vergewaltigungsvorwürfen in den USA von seinem Posten hatte zurücktreten müssen, drohen im Falle einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft und eine Strafzahlung von 1,5 Millionen Euro.

Mehrere einstige Prostituierte hatten in dem Prozess ausgesagt, dass bei den Treffen mit Strauss-Kahn zwar nie über Geld gesprochen wurde und auch nie über ihre Arbeit als Prostituierte, dass aber Strauss-Kahns harte Sexpraktiken darauf hindeuteten, dass er ihren Job kannte. Auch hätte Strauss-Kahn «naiv» sein müssen, um nicht zu merken, dass sie Prostituierte gewesen seien. Die Sexpartys unter anderem in Paris, Brüssel und Washington waren von Unternehmern bezahlt worden.

In dem Prozess, der bis Ende kommender Woche dauern soll, sind neben Strauss-Kahn 13 Angeklagte – darunter Hotelmanager, ein Polizist, ein Anwalt, ein Zuhälter und Unternehmer – der schweren Zuhälterei beschuldigt.

(SDA)

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