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13 Leichen auf Ranch in Mexiko entdeckt

Vor drei Monaten wurden in einer Bar in Mexiko-Stadt zwölf Gäste verschleppt. Nun hat die Polizei nahe der Hauptstadt ein Massengrab gefunden.

Werden vermisst: Die Bilder der in Mexiko-Stadt verschleppten Personen.
Werden vermisst: Die Bilder der in Mexiko-Stadt verschleppten Personen.
Keystone

Knapp drei Monate nach der Entführung von zwölf Gästen aus einer Bar in Mexiko-Stadt ist in der Nähe der Hauptstadt ein Massengrab entdeckt worden. Die Behörden schliessen nicht aus, dass es sich bei den Toten um die Personen aus der Bar handele, wie Anwalt Ricardo Martínez am Donnerstag sagte. Er vertritt die Familien der Vermissten.

Nach Angaben des Staatsanwaltes Rodolfo Ríos wurden bislang mindestens sieben Leichen aus dem Grab in dem östlichen Vorort Tlalmanalco geborgen. Ihre Todesursache sei noch nicht festgestellt. Auch könnten sie nicht anhand ihrer Kleidung identifiziert werden, sagte Ríos auf einer Pressekonferenz. Derzeit würden DNA-Tests gemacht, um zu bestätigen oder auszuschliessen, dass es sich um die zwölf Verschwundenen handele.

Das Massengrab wurde den Angaben zufolge entdeckt, als Polizisten illegalem Waffenhandel nachgingen und nicht auf der Suche nach Entführungsopfern waren. Die Fundstätte befinde sich auf dem hügeligen Gelände einer privaten Ranch, hiess es. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich aufgrund der Bodenverhältnisse jedoch schwierig, fügte Ríos hinzu.

Razzia angekündigt

Anwalt Martínez hatte zunächst gesagt, die Behörden hätten ihm den Fund von 13 Leichen bestätigt. Seinen Worten zufolge waren 13 Menschen aus der Bar verschwunden, denn eine Familie habe ihren Angehörigen nie als vermisst gemeldet.

Am 26. Mai waren die Gäste aus einer Bar namens «Heaven» in der Nähe des Reforma-Boulevards verschleppt worden. Überwachungskameras zeichneten auf, wie mehrere Autos vorfuhren und die jungen Leute mitnahmen. Von ihnen fehlt seitdem jede Spur.

Ein Zeuge erklärte, vorher habe der Bar-Besitzer die Musik abstellen lassen und eine Razzia der Behörden angekündigt. Er habe die Gäste aufgefordert, die Kneipe zu verlassen. In dem Fall wurden bislang sechs Personen festgenommen, darunter der Clubbesitzer, der unter dem Spitznamen «Der Wolf» bekannt ist. Ihm wird Entführung zur Last gelegt.

Zwei Drogenbanden

Die Staatsanwaltschaft vermutet eine Verbindung zu einem Konflikt zwischen zwei Drogenbanden im gefährlichen Viertel Tepito, aus dem die meisten der Entführten stammten. Die Familien der Opfer bestreiten jedoch deren Verbindung zum Drogenhandel.

Der Fall befeuert die Furcht, dass der Drogenkrieg auch auf die Hauptstadt übergreifen könnte. Bislang war Mexiko-Stadt von den grausamen Konflikten der Banden weitgehend verschont geblieben.

AP/wid

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