15-Jähriger greift in Marseille Lehrer mit Machete an

Ein Jugendlicher hat in Frankreich einen jüdischen Lehrer verletzt. Er berief sich nach der Tat auf den IS.

«Antisemitische Aggression»: Polizisten vor der jüdischen Schule in Marseille, an der ein Lehrer von einem Jugendlichen mit einer Machete verletzt wurde. (11.1.2016)

«Antisemitische Aggression»: Polizisten vor der jüdischen Schule in Marseille, an der ein Lehrer von einem Jugendlichen mit einer Machete verletzt wurde. (11.1.2016) Bild: Bertrand Langlois/AFP

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Im südfranzösischen Marseille hat ein Jugendlicher einen jüdischen Lehrer mit einer Machete angegriffen und verletzt. Nach Angaben der Behörden attackierte der 15-jährige Angreifer den Lehrer auf offener Strasse und verletzte ihn leicht an der Hand und am Rücken.

Innenminister Bernard Cazeneuve sprach von einer «antisemitischen Aggression», auch die Polizei stufte den Vorfall als «eindeutig antisemitisch» ein. Cazeneuve übermittelte dem Opfer via Twitter seine Solidarität und erklärte, die Justiz kümmere sich um den Fall.

Angreifer berief sich auf IS

Der 15-Jährige floh nach dem Angriff zu Fuss und liess die Machete am Tatort zurück, konnte aber wenige Minuten später von der Polizei festgenommen werden. Aus dem Umfeld der Ermittler verlautete, dass der Angreifer zwar «sehr überdreht» und offenbar nicht «im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte» gewesen sei. Zugleich aber erkenne er seine als antisemitisch eingestufte Tat an.

Der Jugendliche habe sich auf «Allah» und die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) berufen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der junge türkische Staatsbürger kurdischer Herkunft sei der Polizei bislang nicht bekannt gewesen. Er habe sich vermutlich über das Internet radikalisiert.

Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen Mordversuchs wegen der religiösen Zugehörigkeit des Opfers und Terror-Verherrlichung ein. (ij/sda)

Erstellt: 11.01.2016, 19:05 Uhr

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